Cornelia Goethe Centrum

Marc Siegel: Punk Opacity and Dildo Futures – 10.07. am Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften

Der Vortrag zum Thema
„Punk Opacity and Dildo Futures?“
findet am 10.07.2019
im IG-Farben-Hochhaus am Campus Westend in Raum IG 411 von 18-20 Uhr c.t. statt.

1977 dreht der britische Künstler und Filmemacher Derek Jarman seinen Punkfilm Jubilee in den trostlosen Londoner Strassen in der Nähe seines Studios in Butlers Wharf. Die apokalyptische anarchistische Science-Fiction gilt als Jarmans Antwort auf das Silberne Thronjubiläum von Elisabeth II. Die Punkszene lehnt diesen Film ab. 40 Jahre später dreht der amerikanische Künstler und Wissenschaftler Zach Blas vornehmlich mit Greenscreen Effekten und CGI ein an Jarmans Vorlage angelegtes Remake namens Jubilee 2033. Thatcherismus hat inszwischen die öffentlichen Räume getötet, die für das Entstehen urbaner Subkulturen nötig sind. Blas zieht sich ins Studio zurück. Seine apokalyptische Science-Fiction stellt aber nicht das Ende von England dar, sondern den Untergang des Internets. Der Dildo markiert den Weg. Ein Ausweg aus dem Netz. Eine utopische Antwort auf eine dystopische Situation. 2018 ist die Gentrifizierung von Butlers Wharf schon längst Geschichte. Jarman bekommt eine blaue Gedenktafel als Erinnerung an die kurze Periode in den ’70er Jahren als es sich noch junge Künstler*innen leisten konnten, in der Stadt zu arbeiten und zu leben.

Marc Siegel ist Vertretungsprofessor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der Vortrag ist Teil der Mittwochkonferenzen des Forschungszentrums für historische Geisteswissenschaften.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des FZHG.

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