Cornelia Goethe Centrum

Migrant_innen in der Kleinkindbetreuung in Deutschland und Frankreich

Migrant_innen in der Kleinkindbetreuung in Deutschland und Frankreich – Chance zur Förderung der Frauenerwerbstätigkeit? Eine biografieanalytische vergleichende Policy-Analyse

Das Projekt untersucht veränderte Arbeits- und Qualifikationsbedingungen für Migrantinnen und Migranten in der Kleinkindbetreuung in Deutschland und Frankreich. Während in Frankreich ein gut ausgebautes Netz an Betreuungsangeboten erwerbstätige Eltern bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie unterstützt, findet sich im Bereich der Kleinkindbetreuung in Deutschland weiter großer Nachbesserungsbedarf. Auch der rechtlichen Rahmen, die Qualifikationsmöglichkeiten und die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich. Zudem erfährt dieser Tätigkeitsbereich in Deutschland in den letzten Jahren große Veränderungen.

Ausgehend von den Erfahrungen und individuellen Handlungsstrategien migrantischer und postmigrantischer Akteur_innen, die als Tageseltern Kleinkinder in ihrer Privatwohnung betreuen, untersucht dieses Projekt die Zusammenhänge von Arbeitsmarkt-, Familien- und Migrationspolitik. Wir erforschen die Auswirkungen der unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Qualifikationsmöglichkeiten, Arbeitsbedingungen, Selbstverständnisse und Strategien der sozialen Mobilität in Deutschland und Frankreich. Besonderes Augenmerk liegt auf der Bewertung und Aushandlung von Mehrsprachigkeit und kulturellem Kapital in der Beziehung zwischen Eltern und Kinderbetreuer_innen.
Die Auswirkungen der politischen Rahmenbedingungen auf Handlungsfähigkeit, biographische Prozesse und Lebenswege wollen wir mit Hilfe der Methoden der Biographieforschung und ethnographischer Beobachtung verstehen, die wir im Konzept der biographischen Policy-Analyse zusammenführen.

Das Forschungsprojekt trägt zu gegenwärtigen Debatten in der Frauen- und Geschlechterforschung, der Migrations- und Biographieforschung sowie der Untersuchung von wohlfahrtsstaatlichen Veränderungen bei. Ein Fokus liegt dabei auf den Entwicklungs- und Autonomiespielräumen migrantischer und postmigrantischer Akteur_innen.

Das Projekt wird finanziert vom Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK)
Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Apitzsch
Projektmitarbeiterin: Darja Klingenberg
Laufzeit: Juni 2017 – Dezember 2018
Kontakt: apitzsch@soz.uni-frankfurt.de; klingenberg@soz.uni-frankfurt.de

Migrant early childhood care in Germany and France: an opportunity for female occupation? A comparative biographical policy evaluation.

The planned study aims at the comparative investigation of care policies, focused on early childhood care in France and Germany. While France draws on an unquestioned model of early childhood care, which forms regulating and professionalizing interventions to facilitate the occupation of parents, Western Germany (different from the governmental organization of care in the former East Germany) started late (2005) with welfare state based early childhood care. Until then the lack of care opportunities in Germany led to discontinuities and breaks of female working lifes.

The study focuses on those processes from the perspective of child-minders, (in France: assistantes maternelles), who have a migrant background and care for the children in their own private home. The project undertakes research on the construction of identities and strategies of social mobility in France and Germany which evolve in connection with the national policies concerning childcare. The relevance of those policies for agency, biographical processes and life-courses of the migrant actors in this field will be explored by qualitative methods: biographical interviews and ethnographic observation. (“biographical policy-evaluation“).

The project aims to contribute to research on migration, gender, biography and welfare state in the light of socio-economic and demographic development. It also explores the striving for autonomy and agency of especially female migrant actors.

The Project is funded by Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK)
Coordinator: Prof. Dr. Ursula Apitzsch
Project collaborator: Darja Klingenberg
Duration: June 2017 – December 2018
Contact: apitzsch@soz.uni-frankfurt.de; klingenberg@soz.uni-frankfurt.de

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