Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquien im SS 2018

Feminisms from the Global South –  zu diesem Thema finden die Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2018 statt und wir freuen uns, Sie hierzu einzuladen.

Im Kontext der aktuellen Krisen des Kapitalismus und ihrer politischen Folgen geraten Ideen und Praxen von Emanzipation immer mehr unter Druck. Das politische Projekt des Feminismus bzw. der Vielfalt von Feminismen im globalen Norden wie im globalen Süden wird zur Zielscheibe rechtspopulistischer und autoritärer Anfeindungen. Anti-Genderismus wird auf verschiedene Weisen mit Rassismus verknüpft. Parallel dazu findet eine Vereinnahmung feministischer Positionen und Praktiken im Neoliberalismus statt, durch die feministische Herrschaftskritik und Gesellschaftsvisionen allzu häufig auf „lean-in“ Feminismus und bestimmte Gender Mainstreaming- Ansätze zusammenschrumpfen.
Vor diesem Hintergrund entfalten Feminist*innen rund um den Globus neue Konzepte und politische Praxen der Solidarität, um Feminismus als Alternative zum globalen Kapitalismus zu repolitisieren. Dabei ist es kein Zufall, dass eine große Bandbreite an radikalen feministischen Ansätzen aus dem globalen Süden stammt, wo Kapitalismuskritik und gesellschaftliche Transformation vielerorts stets Bestandteil der feministischen Agenda waren. Diese Perspektiven auf Weltpolitik vermitteln grundlegende Erkenntnisse darüber, wie ungleiche Geschlechterverhältnisse und intersektionale Dimensionen von Unterdrückung in lokale und zugleich globale Verhältnisse eingelassen sind. Und sie rücken die grundsätzlichen Fragen nach globaler Gerechtigkeit, die in den feministischen Perspektiven des globalen Nordens allzu oft unberücksichtigt bleiben, wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Wie wirken sich die gegenwärtigen multiplen Krisen in den verschiedenen Regionen der Welt aus? Auf welche Weise betreffen und beeinträchtigen sie feministische Ansätze? Welche feministischen Kritiken, Konzepte und Strategien werden entwickelt, um neoliberale und autoritäre Transformationskonzepte zu demaskieren und ihnen zu entgegnen? Welche Bedeutung haben Gender Studies, feministische Bewegungen und intersektionale Netzwerke für die Entwicklung alternativer politischer und sozialer Projekte, die soziale Gerechtigkeit voranbringen können?
Diese Vortragsreihe will solche und ähnliche Fragen von verschiedenen theoretischen Standpunkten, geografischen Kontexten und historischen Erfahrungen aus diskutieren, um Raum für Dialog und intersektionale Solidaritäten in einer transnational vernetzten Welt zu schaffen.

Vorträge

Mittwoch, 25. April 2018
Sumi Madhok (London School of Economics, London):
On doing feminist theory from the ‚global south‘: The double-edged swords of agency and rights.
Vortragssprache: Englisch
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 11

Mittwoch, 2. Mai 2018
Rirhandu Mageza-Barthel/Uta Ruppert (Goethe-Universität Frankfurt):
Süd-Süd-Feminismen fordern Narrative der Weltpolitik des 21.Jahrhunderts heraus!?
South-South Feminisms as a Challenge to Solidarity Narratives in the 21st Century
Vortragssprache: Deutsch und Englisch
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 11

Dieser Vortrag findet nicht statt
Mittwoch, 16.Mai 2018
16.5. Islah Jad (Birzeit University, Bir Zait):
Universal conventions on women’s rights meeting besieged feminism: the case of Palestine
Vortragssprache: Englisch
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 11

Mittwoch, 6. Juni 2018
Ayşe Gül Altınay (Sabanci University, Istanbul):
Doing Feminism and Gender Studies in Dark Times
Vortragssprache: Englisch
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 11

Mittwoch, 20. Juni 2018
Djamila Ribeiro (São Paulo State University, São Paulo):
Postcolonial Black and Native Brazilian Women Movements in Brazil between Amefricanism and Feminism: What are they about?
Vortragssprache: Englisch
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 11

Mittwoch, 4. Juli 2018
Amina Mama (University of California, Davis):
In the Pursuit of Freedom: Feminist intellectuals in African contexts
Vortragssprache: Englisch
Campus Westend, Casino 1.801

Zeit und Ort
jeweils 18-20 Uhr c.t.
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 11 und Casino 1.801
Der Eintritt ist frei!

Die Vorträge finden in englischer oder deutscher Sprache statt.

Konzeption:
Uta Ruppert, Tanja Scheiterbauer, Jamila Adamou und Helma Lutz

Hier geht es zum Download des Booklets.

Hier geht es zum Download des Plakats.

 

 

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