Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquien im SoSe ’19: Gender unter Druck. Geschlechterpolitiken in Europa.

Es weht ein kalter Wind durch Europa. An Einfluss gewinnende rechtspopulistische Parteien profilieren sich mit europakritischen, autoritären Positionen. Im Mittelpunkt ihrer Programme stehen antifeministische und rassistische Forderungen. Gleichzeitig nutzen rechte Akteur*innen den Bezug auf Frauenrechte, um ihre Forderungen zu legitimieren und sich von denjenigen abzugrenzen, die aus ihrer Sicht nicht ‚dazugehören‘.
Seit dem Amsterdamer Vertrag von 1997 ist die Arbeit der EU auf die Prinzipien des Gender Mainstreaming und die Bekämpfung von Diskriminierung auf Grund von Geschlecht, „Race“, ethnischer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung/Beeinträchtigung, Alter und sexueller Orientierung verpflichtet. EU-Geschlechterpolitiken haben sich aus der engen Beschränkung auf Arbeitsmarktpolitik gelöst und zielen mittlerweile auf alle Politikfelder. Schwerpunkte sind neben der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Geschlechterungleichheit und Demokratiedefizite in der Politik sowie der Kampf gegen häusliche Gewalt. Gender Mainstreaming ist rechtspopulistischen Bewegungen ein Dorn im Auge, weil sie Geschlechtergerechtigkeit nicht als Abschaffung von Ungerechtigkeit, sondern als Abschaffung von Geschlechterdifferenz verstehen. „Anti-Genderismus“ bekämpft vehement jedes Verständnis von Geschlecht, das Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität als ‚natürliche‘, unveränderliche Tatsache infrage stellt.
Europäische Demokratie braucht Feminismus. Die Vorträge fokussieren die Konstitution, Bedingungen und Ursachen von Anti-Genderismus und Antifeminismus rechter und rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien im europäischen Kontext und setzen sich aus rassismuskritischer, postkolonialer und feministischer Perspektive kritisch mit der EU als Bezugspunkt für intersektionale Kämpfe um soziale Gerechtigkeit auseinander. Dabei machen sie Allianzen und Gegenbewegungen sichtbar und setzen „fake news“ und Politiken der Ausgrenzung Informationen und alternative Handlungsstrategien entgegen.

Veranstalter*in: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Zeit und Ort
Goethe-Universität, Campus Westend,
Theodor- W.- Adorno-Platz 6
PEG-Gebäude, R. 1.G 191
jeweils mittwochs, 18-20 Uhr c.t.
Ausnahme:
Mittwoch, 24.04.2019, 18-20 Uhr c.t., Hörsaalzentrum HZ 11 und
Donnerstag 23.05.2019, 18-20 Uhr c.t., Casino Festsaal

Die Cornelia Goethe Colloquien sind ein offenes Diskussionsforum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung.
Interessierte* sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei!

Hier geht es zum Download des Programmheftes.

Foto: Stop Brexit March, 01/10/17 (C) Megan Trace (CC-BY-NC 2.0)
Layout: Miguel Pardo, Grübelfabrik

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Einzeltermine

3
Feb
18:00 bis 20:00
digital
03.02.21

Der Vortrag The Institutional Life of Intersectionality von Jennifer Nash (Duke University, USA) findet am 03.02.2021 asynchron  statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

The Institutional Life of Intersectionality

Vortragssprache: Englisch

This talk aspires to historicize the present moment, one where intersectionality is celebrated as “part of the gender studies canon,” (Baca Zinn 2012) “the most cutting-edge approach to the politics of gender, race, sexual orientation, and class” (Hancock 2011), and “the most important contribution that women’s studies … has made so far” (McCall 2005). In other words, the talk endeavors to understand a moment when intersectionality, a form of outsider-knowledge, has become institutionalized, conflated with diversity, and deployed by universities (and women’s studies departments and programs) to signal commitments to inclusion and difference. How and why did intersectionality come to institutional power in the early 2000’s, and what institutional needs – in women’s studies, and in the university more broadly – did intersectionality’s emergence serve?

Jennifer Nash

JENNIFER C. NASH is the Jean Fox O’Barr Professor at Duke University. She is the author of two books: The Black Body in Ecstasy: Reading Race, Reading Pornography (2014) which was awarded the Alan Bray Prize from the GLQ caucus of the Modern Language Association, and Black Feminism Reimagined: After Intersectionality (2019), which was awarded the Gloria Anzaldúa Prize from the National Women’s Studies Association. Her third book, Birthing Black Mothers, is forthcoming on Duke UP. She is also the editor of Gender: Love (2016), and the co-editor of Routledge Companion to Intersectionality (forthcoming). She has published articles in Signs, American Quarterly, Feminist Studies, Feminist Review, differences, GLQ, and Theory & Event. She has held fellowships at the Radcliffe Institute for Advanced Study, Columbia Society of Fellows, and the WEB Du Bois Institute at Harvard University.

Ort & Zeit

03.02.2021 (asynchron)
Die Aufzeichnung ist ab dem 03.02.2021 auf der Homepage des CGC und dem YouTube-Kanal des Centrums abrufbar.

Aktuelle Hinweise zu den Colloquien und COVID-19

Aufgrund der derzeit unabsehbaren Entwicklungen von COVID-19 behält sich das Cornelia Goethe Centrum vor, Veranstaltungen kurzfristig zu verlegen oder abzusagen. Bitte informieren Sie sich vor Veranstaltungsbeginn über Zeitpunkt, Ort und Format der Colloquien unter

http://www.cgc.uni-frankfurt.de/wp-95gY1adQccb81/cornelia-goethe-colloquien/

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Helma Lutz, Marianne Schmidbaur
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!