Cornelia Goethe Centrum

Geburtstagsüberraschung für Prof. Helma Lutz

Am 14.12.2018 wurde Helma Lutz, die geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums, anlässlich ihres 65. Geburtstages von ehemaligen Doktorrand*Innen, Weggefährten und Freund*Innen mit einem ganztätigen Workshop an der Goethe-Universität Frankfurt überrascht. Helma Lutz, die sich vor einiger Zeit mit einigen ihrer Doktorand*innen darüber unterhielt, wie schön es wäre, sie alle einmal wieder zusammen zu sehen, zeigte sich sichtlich berührt. Den Tag, an dem ihre Weggefährten, Doktorrand*Innen und Freund*Innen ihr etwas zurückgeben wollten, bezeichnete sie als den schönsten Tag, den sie jemals an einer Universität erleben durfte.

In zahlreichen Vorträgen, Diskussionen und Gesprächen ging es um aktuelle Fragen der Soziologie, der Frauen- & Geschlechterforschung, der kritischen Männlichkeitsforschung und der Migrationsforschung. Viele der jungen Wissenschaftler*Innen nutzen die Gelegenheit die neuesten Erkenntnisse aus ihrer Forschung mit den anwesenden zu teilen.

Katrin Springsgut kritisierte bspw. basierend auf ihrer Forschung die unzureichende Wirkung von Diversity-Programmen an Universitäten. Diese Programme versagen insbesondere im Bereich Ethnicity und Class.  Sie zeigte auch anschaulich wie Studierende sich aufgrund bestehender Machtverhältnisse oft nicht trauen, bei diskriminierendem Verhalten von Lehrenden zu intervenieren. Michael Tunç trug zum Thema Vaterschaft vor und veranschaulichte, wie Vaterschaft von Männern wenig zur Selbstdefinition gebraucht wird.

Es trafen jedoch auch durchaus verschiedene Perspektiven aufeinander und nicht in allen Fragen herrschte Einigkeit: Sollte eher wieder von „Feminismus“ gesprochen werden, als von „Gender-Studies“ oder gar stattdessen von „Intersectionality-Studies“? Inwiefern stellt der Begriff einer „postmigrantischen Gesellschaft“ einen Ausgangspunkt für die anwesenden Wissenschaftler*Innen dar? Besteht durch den Begriff nicht gegebenenfalls das Risiko jene auszublenden, die keinen Aufenthaltstitel haben?

Einheit fand sich jedoch an anderer Stelle. Man merkte den Beteiligten umgehend an, wie groß ihr persönliche Bezug zu Helma Lutz ist. Umut Ertel berichtete davon, wie Helma Lutz sie ermutigte, motivierte und unterstützte und auch Anna Korteweg sagte, dass Helma Lutz ihr an kritischen Stellen die richtige Richtung wies. Gerade ihre ehemaligen Doktorand*innen zeigten unumwunden ihre Dankbarkeit gegenüber Helma Lutz. Dankbar waren sie für Ehrlichkeit, Offenheit, Wertschätzung, Ermutigung, Wegbereitung und die Gemeinschaft, die sie immer wieder erzeugte.

Einblick in Helma Lutz‘ Karriere und ihr Leben gab die eindrucksvolle Laudation von Andrea Petö und die umfassend bebilderte und ebenso eindrucksvolle Laudation von Ann Phoenix. Im Anschluss daran wurde Helma Lutz das Cover des Buches Postmigrantisch gelesen: Transnationalität, Gender, Care feierlich überreicht. Der Sammelband erscheint im August diesen Jahres beim transcript Verlag und ist Helma Lutz gewidmet.

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