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Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2012

Konzeption:
Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink, Prof. Dr. Verena Kuni

Koordination:
Daniela Müller und Frauke Eckl, Tel.: 798-23625

Die Cornelia Goethe Colloquien sind als offenes Diskussionsforum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung eingerichtet. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

In diesem Semester stehen die Colloquien unter dem Titel:

ÜberLebensKünstlerInnen - Gender, Ökologie, Ökonomie

"Bisher hat die Politik die Frauen verändert. Die Strukturen bestimmen zu stark, was eine Person in einer bestimmten Position tut. Frauen, die an die Macht gekommen sind, konnten das nicht ändern, aber Frauen an der Basis können daran rütteln. Das Engagement von Frauen ist die stärkste politische Kraft, die wir im Moment auf der Welt haben."1 Vandana Shiva

Bildnachweis: © iStockphoto.com/dial-a-view. © iStockphoto.com/VladyslavDanilin. Bei genauerer Betrachtung bergen die globalen Produktions- und Konsummuster eine Vielzahl ökologischer, gesundheitlicher und sozialer Probleme, die Frauen und Männer in unterschiedlicher Weise treffen. Den Männern kommt, so die These, eher die Rolle der Verursacher und den Frauen die Rolle der Opfer bzw. derjenigen zu, die jetzt gefragt sind, gegen die ökologischen Erosionsprozesse vorzugehen. Tatsächlich nutzten vor allem Männer seit der Industriellen Revolution – als Politiker und wirtschaftliche Entscheidungsträger, als Ernährer der Familie, als freie Unternehmer – das Human- und Naturkapital, ohne den adäquaten Preis dafür zu bezahlen. Es waren Männer, welche die kapitalistische Marktwirtschaft erfunden und deren "schützende Schichten" (Joseph A. Schumpeter) zerstört haben. Männer gelten auch als treibende Akteure einer immateriellen Wirtschaft, die einmal mehr zu Verzerrungen der Geschlechterverhältnisse beiträgt. Frauen scheinen demgegenüber auf der Verliererseite dieser wirtschaftlichen Entwicklungen zu stehen:

"Von den derzeit knapp sieben Milliarden Menschen der Welt leidet etwa eine Milliarde permanent Hunger. Sieben von zehn dieser Menschen, die nicht mal einen US-Dollar pro Tag zu Leben haben, sind Frauen und Mädchen. Frauen haben kein Vermögen. Nur ein Prozent des globalen Vermögens gehört Frauen. In Entwicklungsländern produzieren Frauen 80 % der Grundnahrungsmittel, besitzen aber nur zehn Prozent der Anbauflächen und weniger als zwei Prozent aller Landtitel. Tag aus Tag ein verrichten vor allem Frauen überall auf der Welt viele Arbeiten, die nicht entlohnt werden: Sie organisieren den Familienhaushalt, ziehen die Kinder auf, pflegen Angehörige […]. Siebzig Prozent der unbezahlten Arbeit weltweit, liegt in Frauenhänden."2

Lokale Umweltprobleme zwingen zudem vorzugsweise Frauen, sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Wanderungsbewegungen mit teilweise fatalen Folgen für ganze Regionen und den Zurückgebliebenen nehmen zu. Aber es gibt lokale und globale Gegenbewegungen. Kollektive Frauenprojekte sorgen für sauberes Wasser, Wissenschaftlerinnen, und Aktivistinnen setzen sich für eine gutes Leben, für den Schutz natürlicher und humaner Ressourcen ein, Designerinnen und Künstlerinnen initiieren Projekte, die den Frauen in den Entwicklungsländern helfen sollen, sich und ihre Familie zu ernähren und die Kinder in die Schule zu schicken. VertreterInnen der internationalen feministischen Politischen Ökologie machen seit vielen Jahrzehnten im Rahmen inter- und transdisziplinärer Projekte auf die Folgen der globalen Ausbeutung der Frauen aufmerksam, diskutieren und initiieren Lösungswege. Diese Debatten bilden den Ausgangspunkt der Vortragsreihe des CGC im Sommersemester 2012. In fünf Vorträgen werden lokale und globale Folgen ökologischer und ökonomischer Ausbeutungsketten thematisiert – und lokale sowie globale Versuche und Initiativen vorgestellt, diese Ausbeutungsketten aufzuzeigen und aufzubrechen, den Klimawandel zu stoppen, die Biodiversität zu erhalten und ein gutes Leben für mehr Menschen zu ermöglichen.

Sie sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und mitzudiskutieren.

 

Download: Programmbroschüre Cornelia Goethe Colloquien: ÜberLebensKünstlerInnen (PDF, 7 MB)

 

Zeit und Ort: 
jeweils mittwochs, 18:00 - 20:00 Uhr c.t.
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Bockenheim, AfE-Turm, 9. Stock, R. 904
Beginn: Mittwoch, 25. April 2012

 

25.04.12
Adrienne Goehler
Berlin
Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung braucht Grundeinkommen. Abstract
09.05.12
Diana Hummel
Frankfurt/M.
Klimawandel, Migration und Überlebenssicherung im Sahel – Der Blick auf Genderdimensionen. Abstract
30.05.12
Sabine Hofmeister
Lüneburg
Die Neuerfindung des Ökonomischen. Beiträge feministisch ökologischer Ökonomik zur Debatte um Nachhaltige Entwicklung. Abstract
13.06.12
Ines Weller
Bremen
Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit in der textilen Kette: Auf den Spuren von Webfehlern im globalen Strickmuster. Abstract
27.06.12
Valia Carvalho
Berlin
SurVivArt. Kunst für das Recht auf ein "Gutes Leben". Abstract

 

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