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Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2013

Konzeption:
Dr. Marianne Schmidbauer

Koordination:
Daniela Müller und Frauke Eckl, Tel.: 798-35100

Die Cornelia Goethe Colloquien sind als offenes Diskussionsforum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung eingerichtet. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

In diesem Semester stehen die Colloquien unter dem Titel:

Sexualität/en
Theoretische Perspektiven, empirische Forschungen.

Sexualität zwischen Lust und Begehren einerseits, Herrschaft, Gewalt und sozialer Kontrolle andererseits ist in westlichen Gesellschaften seit dem 19. Jahrhundert von Frauen- und anderen Emanzipationsbewegungen nachdrücklich zu einem öffentlichen Thema gemacht worden. Bedingungen und Ermöglichungen sexueller Selbstbestimmung ebenso wie Kampagnen und kritische Analysen im Kontext von Sexualität und Bevölkerungspolitik, Gewalt, Körper/ Gesundheit sowie andere, ‚normale‘, ‚natürliche‘ (Fortpflanzungs-) Sexualität/en überschreitende, ver-rückende oder entgrenzte Sexualität/en waren immer wieder Schwerpunkte der Debatten.

Vielen klingen vielleicht noch die Slogans der Frauenbewegungen seit den 1960er Jahren im Ohr: ‚Das Private ist politisch‘, ‚Mein Bauch gehört mir‘ oder ‚Wir sind frei und wild, aber kein Freiwild‘. Es ging um eine Analyse von ‚Sexualpolitik‘ (Kate Millett) und Forderungen nach der Anerkennung alternativer Lebensentwürfe. Was damals von Frauen-, Lesben- und Schwulenbewegungen frech und bunt auf den Begriff gebracht wurde, sind bis heute gesellschaftspolitisch brisante Themen und zentrale Gegenstandsbereiche der wissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung/ Gender Studies, die normierende und hierarchisierende Geschlechterverhältnisse kritisieren. Mittlerweile sind Regulierungs- und Normalisierungsverfahren bei der Herstellung binärer Zweigeschlechtlichkeit in den Fokus der Analyse gerückt. Heteronormativität, so besonders die Kritik der Queer Studies, werde zu wenig in Frage gestellt und in empirischen Forschungen immer bereits vorausgesetzt. Das ist eine wichtige Kritik. Welche Perspektiven verbinden sich damit? Wie ist eine feministische Sexualitätstheorie weiter zu entwickeln? Welche Forschungsdesiderate sind zu identifizieren? Was kann die interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung zu aktuellen Debatten um Sexualität/en beitragen?

Diese und andere Fragen möchten wir gerne diskutieren und laden Sie sehr herzlich ein, sich zu informieren. Direktor_innen und Kooperationspartner_innen des Cornelia Goethe Centrums aus den Bereichen: Cultural Studies, Geschichte, Soziologie, Germanistik und Politikwissenschaften freuen sich auf Ihr Interesse.

 

Download: Programmbroschüre Cornelia Goethe Colloquien: Sexualität/en. Theoretische Perspektiven, empirische Forschungen. (PDF, >1 MB)

 

Zeit und Ort: 

alle Vorträge:
jeweils mittwochs, 18:00 - 20:00 Uhr c.t.
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Casino, R. 1.801

 

15.05.2013
Benedetta Gennaro
Cultural Studies
Unruly bodies: women warriors and representations of sexuality.
Achtung Raumänderung. Neuer Raum: PEG 1.G135
Abstract
22.05.2013
Dagmar Herzog
Geschichte
Das Jahrhundert der Sexualität?
Lust und Liebe in Europa - von Viktoria bis Viagra.
Abstract
05.06.2013
Phil C. Langer
Soziologie
Riskante Sexualität. Viriles Begehren und schwule Identitätskonstruktionen im Kontext von HIV und Aids. Abstract
19.06.2013
Andreas Kraß
Germanistik
Trianguläres Begehren. Liebe, Ehe, Freundschaft und Sexualität im 'Tristan' Goottfrieds von Straßburg. Abstract
10.07.2013
Nikita Dhawan
Politikwissenschaften
The Empire Prays Back: Religion, Secularity and Queer Critique. Abstract

 

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse - Postfach PEG 4 - Grüneburgplatz 1 - 60323 Frankfurt/M.
Cornelia Goethe Centrum - Goethe-Universität Frankfurt am Main - Postfach PEG 4 - Grüneburgplatz 1 - 60323 Frankfurt/M.
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