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(Be-)Deutungsansprüche in qualitativer Forschung. Positionen, Strategien und Perspektiven (selbst-)kritischer Wissensproduktion
Internationale Tagung im Rahmen der Juniorprofessur für soziologische Sozialpsychologie und der Vertretungsprofessur für Methoden der qualitativen empirischen Sozialforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum, dem Zentrum zur Vermittlung von Methoden der empirischen Sozialforschung und dem Internationalen Promotionscolleg Gesellschaftswissenschaften (IPC)
In den Debatten um qualitative Forschung ist eine wachsende Bereitschaft zu bemerken, die eigenen theoretischen Ansprüche reflexiv zu wenden: Wissensproduktion wird zunehmend als ein Prozess anerkannt, in dessen Verlauf Akteure nicht primär feststehenden Regeln folgen, sondern immer wieder neu zahlreiche methodische Entscheidungen treffen (müssen), die wiederum starke Implikationen für das produzierte Wissen haben. Manches wird sichtbar (und artikulierbar), anderes nicht. Zugleich legitimiert sich die Sozialwissenschaft aus gutem Grund gerade dadurch, dass sie nicht nur "irgendein" Wissen (etwa als subjektives Erfahrungswissen) oder einfach neue Perspektiven produziert, sondern dass sie – wenn schon keine endgültige Wahrheit möglich ist – doch intersubjektiv bedeutsame und spezifisch fundierte Deutungen sozialer Wirklichkeit beanspruchen kann. Wie lässt sich dieser klassische Deutungs- und Bedeutungsanspruch mit "anderen" Ansprüchen vereinbaren, die etwa durch ein dezentriertes Subjektverständnis und erhöhtes Kontingenzbewusstsein in den Sozialwissenschaften entstehen?
Die Tagung geht von der Prämisse aus, dass qualitative empirische Sozialforschung ihre Akteure mit einer Reihe struktureller Widersprüche und Paradoxien konfrontiert, sobald diese ihre theoretischen Ansprüche auf die eigene konkrete Wissensproduktion anwenden. Auf der Tagung soll sowohl theoretisch als auch anwendungsbezogen über solche Widersprüche diskutiert werden.
Dieser Workshop richtet sich an Absolventinnen und Doktorandinnen, die sich ge-zielt auf ihre Stellensuche vorbereiten oder sich, um mehr Sicherheit zu gewinnen, allgemein über Bewerbungsstrategien informieren möchten.
Inhalte:
Methoden:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012.
Zeit: 9. Mai 2012, 18-20 Uhr In der wissenschaftlichen Diskussion gilt es als sehr wahrscheinlich, dass Migrationsbewegungen in Folge des globalen Klimawandels zunehmen. Dies wird insbesondere für Entwicklungsländer angenommen. Kontrovers wird diskutiert, ob Migration als vermeidbares 'Worst-Case-Szenario' zu betrachten ist oder als eine Anpassungsstrategie betroffener Menschen an die Gefährdung ihrer Lebensgrundlagen. Die Debatte zeichnet sich durch eine auffällige Geschlechtsneutralität aus. Doch Phänomene wie Ressourcenverknappung und Landdegradation sind mit sozialen, politischen und ökonomischen Ungleichheiten verknüpft und greifen damit tief in Geschlechterarrangements ein. Dies wird am Beispiel des westafrikanischen Sahels aufgezeigt. Er zählt zu den Regionen, die von den negativen Folgen des Klimawandels am stärksten betroffen sein werden. Zugleich steigt dort seit einigen Jahren die Migration an. Kulturell ist diese tief verankert und weist recht unterschiedliche Formen auf – von saisonaler Mobilität in Verbindung mit landwirtschaftlichen Produktionsweisen bis hin zur permanenten Emigration nach Europa. Der Vortrag geht den unterschiedlichen Migrationsmotiven, -wegen und -mustern von Frauen und Männern nach sowie der Frage, inwieweit der Klimawandel zu einer Feminisierung der Migration beiträgt.
Diana Hummel leitet am Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt den Forschungsschwerpunkt "Bevölkerungsentwicklung und Versorgung". Am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität lehrt sie als Privatdozentin in den Arbeitsbereichen Weltgesellschaft, Weltentwicklung und Weltordnung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Biodiversität und Ernährungssicherung, Klimawandel und Migration, Urbanisierung und Versorgung.
Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Cornelia Goethe Colloquien findet am 30. Mai 2012 statt.
Diese Publikumsdiskussion wurde im WDR 1973 ausgestrahlt und von Reinhard Münchenhagen moderiert. Es handelt sich hierbei um die erste öffentliche Diskussion zum Thema Homosexualität im westdeutschen Fernsehen. Es diskutieren: Rosa von Praunheim, Martin Dannecker, Freiherr Ostman von der Leye, Günter Rohrbach, Emmy Diemer-Nicolaus, Demosthenes Savramis, Hans Joachim Krüger, Werner Kließ, Anke Brunn.
Die Filmreihe ist eine Veranstaltung des Autonomen ASTA-Schwulenreferat der Johann Wolfgang Goethe Universität.
Seit nun 11 Jahren ist in der BRD Ehe gleichgeschlechtlicher Paare möglich. Vielfach wurde 2011 darüber berichtet und oft genug wurden die Anfänge der "Bewegung", deren Resultat sich im Ja-Wort findet, auf die Stonewall-Riots und die Entschärfung des Paragraphen §175 im Jahr 1969 sowie die angeblich daraus resultierende Schwulenbewegung zurückgeführt.
Jedoch ist Geschichte nicht so einfach und kausal, wie sie geschrieben wurde. Vielmehr gehen die Ursprünge der gleichgeschlechtlichen Ehe innerhalb der BRD auf die Konsolidierung der bürgerlichen Homosexuellengruppen in den 80er Jahren und ihr Erfolg innerhalb der politischen Parteien in den 90ern zurück. Die Forderungen der zweiten Schwulenbewegung in den 70er Jahren, welche aus der konkreten Lebensrealität der Betroffenen resultierten werden nicht überliefert und mit solchen überlagert, die aus der heutigen gesellschaftlichen Situation zurückprojiziert werden. Das eigentliche Erbe der Bewegung wird verwässert, womit die Bewegungsgeschichte um ihre auch heute aktuelle politische Sprengkraft beraubt wird.
Ausgehend vom Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" (1971) von Rosa von Praunheim werden innerhalb des Vortrages die Lebensumstände der Schwulen in den 70er Jahren und ihrer Forderungen näher beleuchtet. Anschließend werden die Methoden der Bewegung kritisch betrachtet, auf die jetzige Lebenssituation von gender-margnialisierten Personengruppen übertragen und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und des Konfliktpotenzials überprüft. Zusätzlich gibt es einen Ausblick auf aktuelle Tendenzen queerer (Kultur-)Politik.
Hinweis: Der Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" wird im Rahmen der Veranstaltung „Queer Cinema die Erste” am 30.04.12 im Studierendenhaus gezeigt. Am 14.05.12 folgt mit “Queer Cinema die Zweite” die Publikumsdiskussion über den Film, die 1973 im WDR ausgestrahlt wurde und von Reinhard Münchenhagen moderiert wurde.
Simon Schultz von Dratzig arbeitet seit 2008 im Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Student*innenRates der Universität Leipzig und ist Mitgründer des queeren DIY- Filmfestivals "paranoid:paradise".
Die Ringvorlesung ist eine Veranstaltung des Autonomen ASTA-Schwulenreferat der Johann Wolfgang Goethe Universität. Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe findet am 21. Mai 2012 statt.
Bedingt durch den demografischen Wandel nimmt die Zahl der pflegebedürftigen alten Menschen immer mehr zu. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die die Pflege übernehmen können. Mehr als 45 % der pflegenden Angehörigen befinden sich im erwerbsfähigen Alter (BMFSFJ 2003). Im Jahr 2008 mussten laut einer Infrateststudie 27 % der pflegenden Angehörigen ihre Erwerbstätigkeit einschränken, 31 % sie sogar völlig aufgeben. Damit entsteht eine neue Variante der bekannten Vereinbarkeitsproblematik von „Beruf und Familie“. An Stelle der Erziehung der Kinder tritt nun im mittleren Lebensalter die Pflege und Betreuung von Familienangehörigen, jeder siebte Arbeitnehmer pflegt bereits einen nahen Angehörigen (Alterssurvey 2010). Ob sich diese Belastung negativ auf die Arbeitskraft auswirkt, hängt sehr davon ab, welches Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebot die von der Pflege betroffene Person erhält. Mit dem Seminar "Wissenswertes rund um Pflege und Betreuung von Angehörigen" erhalten pflegende Mitarbeiter komprimiert und kompetent Antworten auf wichtige Fragen rund um Betreuung und Pflege von Angehörigen, um Beruf und Pflege besser vereinbaren zu können.
Inhalte:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2010/2011. Eine Veranstaltung des Familien-Services in Zusammenarbeit mit dem Personalrat.
Dieser zweitägige Workshop zielt auf die individualisierte Vermittlung von aktuellen Informationen und Orientierungswissen über das deutsche und europäische Wissenschaftssystem sowie über Fördermöglichkeiten und Beschäftigungsangebote zur Entwicklung einer wissenschaftlichen Karriere ab. Die Teilnehmerinnen erhalten zusätzlich die Möglichkeit zu einem vertiefenden Einzelcoaching-Gespräch am zweiten Veranstaltungstag.
Module:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012. In Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs der Goethe-Universität
Zur Verbesserung der Lehre wird derzeitig die Auseinandersetzung mit Diversität und Heterogenität an Universitäten stark diskutiert. Aus der Perspektive der Lernenden ist die Thematik aber ebenfalls bedeutsam. Wie kann die Diversität
der Studierenden in Tutorien beobachtet, bearbeitet, gefördert und entwickelt werden?
Diese Veranstaltung vermittelt konzeptionelle Grundlagen und methodische Zugänge zur Gestaltung von Lern-Situationen in der Rolle und Aufgabe von Tutorinnen und Tutoren.
Im Bezugsrahmen einer inklusiven akademischen Lernkultur sollen dazu Anforderungen, aber auch die Attraktivität eines auf Diversity und Inklusion orientierten Lernens thematisiert werden.
Inhalte:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012. In Kooperation mit dem studiumdigitale
Zeit: 30. Mai 2012, 18-20 Uhr Der Vortrag gibt einen Überblick über feministisch ökologische Ansätze in der Ökonomik. Gefragt wird, welche neuen Sichtweisen auf 'Arbeit' und 'Natur' in diesem Forschungsfeld entwickelt werden. Diskutiert wird, was diese in Bezug auf ein Nachhaltigkeitsverständnis zu leisten vermögen, das statt einer Orientierung auf Human- und Naturkapital die lebendige Produktivität von Menschen und Natur in den Mittelpunkt stellt.
Dabei wird das in die vorherrschende ökonomische Theorie und Praxis der Industriegesellschaft eingeschriebene Trennungsverhältnis zwischen einer produktiven, männlich konnotierten, und einer vermeintlich reproduktiven, weiblich konnotierten, Sphäre kritisch reflektiert. Hierauf aufbauend führt die Referentin die sozial-ökologische Kategorie (Re)Produktivität ein. Anhand ausgewählter nachhaltigkeitsrelevanter Forschungs- und Handlungsfelder zeigt sie auf, welche neuen Perspektiven auf aktuelle Diskurse um eine zukunftsfähige Entwicklung möglich sind.
Sabine Hofmeister ist Leiterin des Forschungs- und Lehrgebietes Umweltplanung am Institut für Nachhaltigkeitssteuerung an der Leuphana Universität Lüneburg. Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind Nachhaltige Raum- und Landschaftsentwicklung, Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit sowie "Ökologie der Zeit". Neben ihrer Mitgliedschaft im Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften e.V. ist sie seit 2010 Vizepräsidentin der Akademie für Raumforschung und Landesplanung.
Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Cornelia Goethe Colloquien findet am 13. Juni 2012 statt.
Schwerpunkte:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012.
Als sich die Menschen in Honduras am 28. Juni 2009 versammelten, um gegen die Entführung des Präsidenten Zelaya und die Machtübernahme der Militärs zu demonstrieren, waren von Anfang an die Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft präsent. Genau an diesem Tag sollte der Christopher Street Day begangen werden, weswegen die Aktivist_innen sofort mit ihren Regenbogenfahnen zur Stelle waren. Seitdem ist die LGBT-Gemeinschaft ein wichtiger Bestandteil der heterogenen Widerstandsbewegung. 2010 entstand dann die Bewegung der Sexuellen Vielfalt im Widerstand (Movimiento de Diversidad Sexual en Resistencia). Als wichtiger Teil des Widerstands gegen den Putsch ist die LGBT-Bewegung von der repressiven Situation in Honduras besonders betroffen: In der zunehmend militarisierten Gesellschaft werden Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle immer häufiger zu Opfern der Staatsgewalt. Seit dem Putsch im Juni 2009 sind 40 Morde an Transpersonen gemeldet worden. Viele dieser Morde gehen auf das Konto von Polizisten und Militärs.
Eva Bahl vom Oeku-Buero in München war 2010 mit einer Delegation von Aktivist_innen und Journalist_innen in Honduras und hat dort die Kämpfe der LGBT*-Bewegung (und den Filmemacher Fernando Reyes) kennengelernt.
Informationen zum Film:
„En mis Tacones” (Auf meinen Highheels)
Honduras 2010
30 min.
OmU (spanisch mit deutschen Untertiteln)
"Innerhalb der Widerstandsbewegung, die ja nun auch aus Menschen besteht,
die in Honduras in einer machistischen, trans- und homophoben Gesellschaft
aufgewachsen sind, werden Homosexuelle und Transpersonen heute als
politische Subjekte wahrgenommen. Es herrscht ein unglaublicher Respekt."
erzählt der Filmemacher und LGBT-Aktivist Fernando Reyes. "Früher gab es
diese Freiräume nicht, da wurden nur Schwule und Transsexuelle akzeptiert,
die sich im Kampf gegen Aids engagierten, man nahm die Kondome an, die sie
verteilten, und das war es."
Gemeinsam mit seiner Kollegin Lili Andrea Nuñez hat Fernando Reyes einen Dokumentarfilm über die transsexuelle Lebensrealität in Honduras nach dem Putsch im Jahr 2009 gedreht. Die 30-minütige Dokumentation zeigt die Situation von Transsexuellen in Honduras, ihren Alltag zwischen Diskriminierung und eigener Identitätsfindung, Sexarbeit als Überlebensstrategie, schließlich: die zahlreichen Morde an Mitgliedern der Community. Als wichtiger Teil des Widerstands gegen den Putsch ist die LGBT-Bewegung von der repressiven Situation in Honduras besonders betroffen: In der zunehmend militarisierten Gesellschaft werden Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle immer häufiger zu Opfern der Staatsgewalt. Seit dem Putsch im Juni 2009 sind 40 Morde an Transpersonen gemeldet worden. Viele dieser Morde gehen auf das Konto von Polizisten und Militärs.
Die Ringvorlesung ist eine Veranstaltung des Autonomen ASTA-Schwulenreferat der Johann Wolfgang Goethe Universität. Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe findet am 21. Mai 2012 statt.
Weltweit gehen Protestierende auf die Straße. Ihnen gemeinsam ist das Bewusstsein, in einer globalisierten Welt zu leben, deren Krisen und Widersprüche sie alle betreffen. Gemeinsam ist ihnen auch die bewusste Wahl gewaltfreier Formen des Widerstands -
bis auf wenige Ausnahmen - auch in den diktatorisch beherrschten Ländern. Die Möglichkeiten des gewaltfreien Widerstands werden nicht zuletzt durch die neuen Medien ermöglicht. Durch sie kann spontan der Protest, den jede/r einzelne empfindet,
eine Möglichkeit der Kooperation finden, es entsteht eine neue politisch bewusste community, jenseits der herrschenden Medien und Parteien.
Zum ersten Mal haben auch in den arabischen Ländern Demonstrationen stattgefunden, die nicht religiös dominiert waren, sondern sich unter den Forderungen nach Freiheit und Demokratie versammelt haben. Welche Entwicklung diese Protestbewegungen auch einschlagen
werden, welche Erfolge sie haben oder welche Rückschläge sie hinnehmen müssen, die in den aktuellen Ereignissen sich zeigenden Vorstellungen und Formen politischer Partizipation verdienen es, diskutiert und erinnert zu werden.
Ein auffallendes Phänomen der Protestbewegungen, vor allem in den arabischen Ländern, ist der hohe Anteil und die aktive Rolle der Frauen. Sie demonstrieren für Frauenrechte und Demokratie. Die Frage nach der Besonderheit und politischen Eigenständigkeit
des Engagements der Frauen und ihr Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Verankerung der politischen Freiheit bildet den durchgehenden Fragehorizont der Veranstaltung.
Prof. Dr. Axel Honneth (Frankfurt/M.)
Freiheit und Gerechtigkeit
Der Frankfurter Philosoph Axel Honneth hat die Freiheit als den zentralen Wert hervorgehoben, auf den sich alle Revolutionen immer schon zu bewegt haben. Auch Gerechtigkeit kann nur angemessen verstanden werden, wenn sie unter die "Idee der Freiheit" gestellt wird. Freiheit und Gerechtigkeit sollen jedoch nicht als rein normative Werte verstanden werden. Auf dem Weg einer immanenten kritischen Gesellschaftsanalyse und nicht von außen sollen die "freiheitsverbürgenden Handlungssphären gegenwärtiger Gesellschaften" freigelegt werden. Für die Entstehung dieser Offenheit und Erfahrung von Freiheit spielen die persönlichen Beziehungen und Freundschaften eine entscheidende Rolle.
Die Reihe ist eine gemeinsame Veranstaltung des Frauenreferats der Stadt Frankfurt, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, des Cornelia Goethe Centrums, des Instituts für Sozialforschung und der Evangelischen Stadtakademie Roemer 9. Die nächste Veranstaltung in der Reihe findet am 28. Juni 2012 statt.
Zeit: 16. Juni 2012, 18-20 Uhr Kleidung und Mode stellen wichtige Themen der Alltagsorganisation und Alltagsgestaltung dar, die in vielfältiger Weise mit den Geschlechterverhältnissen und mit der Konstruktion von Geschlecht verbunden sind. Zugleich verursachen die heutigen textilen Produktions- und Konsummuster eine Vielzahl ökologischer, gesundheitlicher und sozialer Probleme, in die sich jeweils auch die Geschlechterverhältnisse einschreiben.
Der Vortrag stellt an Hand eines fiktiven Bekleidungsbeispiels die verschiedenen Phasen der textilen Kette dar und führt an diesem Beispiel in die hauptsächlichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Probleme der textilen Produktions- und Konsummuster ein. Einen besonderen Schwerpunkt bilden in dem Vortrag Fragen nach den Geschlechterverhältnissen. Dieser Fokus zieht sich durch den gesamten Vortrag – ausgehend von der These, dass Gender als 'Eye-Opener' für Webfehler in dem globalen Strickmuster fungieren kann, so dass diese leichter sichtbar gemacht werden können.
Ines Weller ist Professorin am artec l Forschungszentrum und am Zentrum Gender Studies der Universität Bremen. Nach einem Studium der Chemie und einer Promotion in Didaktik der Chemie hat sie im Bereich der Umweltplanung habilitiert. Zu ihren Lehr- und Forschungsschwerpunkten zählen u.a. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster; Nachhaltigkeit, Umwelt und Gender; Technik und Geschlecht; sozial-ökologische Forschung.
Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Cornelia Goethe Colloquien findet am 27. Juni 2012 statt.
Studierende bilden keine einheitliche Gruppe. Sie kommen beispielsweise aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, Kulturkreisen und sind mit verschiedenen familiären und erwerbstätigen Verpflichtungen konfrontiert. Sie haben individuelle Bildungsbiografien und unterscheiden sich in Ihren Arbeits- und Lernstilen. Aus dieser Vielfalt ergeben sich Anforderungen an die Gestaltung von Lehre. Im Mittelunkt des Kurses stehen daher folgende Fragen: Wie kann die Vielfalt und Individualität der Studierenden berücksichtigt und produktiv in Veranstaltungen eingebunden werden? Wie kann die Lehre von der Vielfalt der Studierenden profitieren und welche didaktischen Modelle eignen sich? Der Kurs geht konkret auf die Erfahrungen der TeilnehmerInnen mit Diversität ein und entwickelt Handlungsstrategien für den Lehralltag.
Ziele:
Die TeilnehmerInnen
Inhalte:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012. In Kooperation mit dem Interdisziplinären Kolleg Hochschuldidaktik (Di³)
Im Rahmen des Workshops wird der Ablauf des Bewerbungsverfahrens auf eine Professur von der Abfassung des Ausschreibungstextes durch die Berufungskommission, der Gestaltung des Auswahlverfahrens bis hin zur Listenerstellung und Ruferteilung dargestellt. Bewerbungs- und Berufungsverfahren werden von den Hochschulen für die Besetzung von ProfesorInnen-, aber auch JuniorprofessorInnenämtern durchgeführt. Vor dem Hintergrund dieses Wissens soll sodann mit den Teilnehmerinnen erarbeitet werden, wie eine gelungene Bewerbung auf eine HochschullehrerInnenstelle verfasst wird. Die für eine Professurbesetzung in die engere Auswahl gelangten Bewerberinnen müssen vor der Berufungskommission einen Probevortrag und ggf. Probelehrveranstaltung halten, ein Forschungs- und Lehrkonzept vorstellen und ein überzeugendes Gespräch mit der Berufungskommission führen. Diese Bewerbungsverfahrensschritte sollen mit den Workshop-Teilnehmerinnen simuliert werden (Bewerbungstraining), um eine optimale Vorbereitung auf die Bewerbungsphase zu gewährleisten.
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012.
Viele alte Gewissheiten in Bezug auf Geschlecht, sexuelle Orientierung und Sexualität sind ins Wanken geraten – und existieren gleichzeitig fort. Wie "queer" sind die realen Subjekte? Der Vortrag befragt die komplexen Beziehungen zwischen Geschlecht (Geschlechtsidentitäten) und Begehren (sexuellen Orientierungen) – historisch, gesellschaftlich und psychologisch.
Sophinette Becker arbeitete seit 1989 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sexualwissenschaft der Uniklinik Frankfurt (bis zu dessen Schließung 2006) und leitete die Sexualmedizinische Ambulanz (bis zu deren „Abwicklung“ 2011). Publikationen zu diversen sexualwissenschaftlichen Themen.
Die Ringvorlesung ist eine Veranstaltung des Autonomen ASTA-Schwulenreferat der Johann Wolfgang Goethe Universität. Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe findet am 21. Mai 2012 statt.
Zeit: 27. Juni 2012, 18-20 Uhr SurVivArt ist ein Kunstprojekt, dass die Reflexion über Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Kunst und Kultur anregen möchte. Im Rahmen des Projektes, arbeiteten KünstlerInnen aus Äthiopien, Nigeria, Kambodscha, Thailand und Burma/Myanmar mit ihren lokalen Gemeinden zusammen, um über nachhaltige Praktiken innerhalb ihres täglichen Lebens zu reflektieren und zu diskutieren. So wurden durch die Werke der SurVivArt-KünstlerInnen Debatten über den Klimawandel, Nachhaltigkeit und Geschlechterrollen angestoßen und verarbeitet. Die so entstandenen Kunstwerke bilden ein Mosaik aus unterschiedlichen Perspektiven und erzählen von unterschiedlichen Geschichten - von der Suche nach dem "guten Leben", von dem Streben nach Gleichgewicht, Glück und Zufriedenheit; von einem verantwortungsvollen sowie kreativen und spielerischen Umgang mit Ressourcen und neuen Formen des Konsums. Und sie erzählen von der Macht der Gemeinden, deren Überlebenspotential und Kraft, die KünstlerInnen inspirierte, durch ihre Kunst zu einem "Guten Leben" beizutragen.
SurVivArt wurde von der Heinrich-Böll-Stiftung mit der Unterstützung ihrer weltweiten Auslandsbüros entwickelt.
Valia Carvalho ist neben ihrer Tätigkeit als visual artist und Illustratorin, als kulturelle Managerin aktiv. Sie entwickelt und koordiniert Projekte für den WWF Bolivien und die Heinrich Böll Stiftung in Berlin. Valia Carvalho wurde mit dem Mentor Fellowship-Programm für Kulturmanager im Kennedy Center for the Performing Arts in Washington DC, USA ausgezeichnet. Darüber hinaus lehrt Sie zu unterschiedlichen Themen an Universitäten in Santa Cruz, Bolivien.
Schwerpunkte:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012.
Weltweit gehen Protestierende auf die Straße. Ihnen gemeinsam ist das Bewusstsein, in einer globalisierten Welt zu leben, deren Krisen und Widersprüche sie alle betreffen. Gemeinsam ist ihnen auch die bewusste Wahl gewaltfreier Formen des Widerstands -
bis auf wenige Ausnahmen - auch in den diktatorisch beherrschten Ländern. Die Möglichkeiten des gewaltfreien Widerstands werden nicht zuletzt durch die neuen Medien ermöglicht. Durch sie kann spontan der Protest, den jede/r einzelne empfindet,
eine Möglichkeit der Kooperation finden, es entsteht eine neue politisch bewusste community, jenseits der herrschenden Medien und Parteien.
Zum ersten Mal haben auch in den arabischen Ländern Demonstrationen stattgefunden, die nicht religiös dominiert waren, sondern sich unter den Forderungen nach Freiheit und Demokratie versammelt haben. Welche Entwicklung diese Protestbewegungen auch einschlagen
werden, welche Erfolge sie haben oder welche Rückschläge sie hinnehmen müssen, die in den aktuellen Ereignissen sich zeigenden Vorstellungen und Formen politischer Partizipation verdienen es, diskutiert und erinnert zu werden.
Ein auffallendes Phänomen der Protestbewegungen, vor allem in den arabischen Ländern, ist der hohe Anteil und die aktive Rolle der Frauen. Sie demonstrieren für Frauenrechte und Demokratie. Die Frage nach der Besonderheit und politischen Eigenständigkeit
des Engagements der Frauen und ihr Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Verankerung der politischen Freiheit bildet den durchgehenden Fragehorizont der Veranstaltung.
Dr. Christiane Leidinger
Potentiale politischen Zeltens - alte und neue Camps als Aktionslaboratorien
Gemeinsames Campieren an neuralgischen Orten ist wesentlich älter als dies in den derzeitigen Diskussionen um die Indignados- oder Occupy-Proteste erscheint. Ausgehend von einem Überblick über verschiedene Formen politischen Zeltens insbesondere in der Bundesrepublik, werden Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den Zeltplätzen in Innenstädten seit 2011 aufgezeigt. Am Beispiel der ersten "Frauenwiderstandcamps" im Hunsrück ab 1983 lassen sich die besonderen Potentiale dieser politischen Partizipations- und Aktionsform wie auch ihr experiementeller Charakter ausloten und mit aktuellen Spielarten von Protest und Widerstand vergleichen.
Die Reihe ist eine gemeinsame Veranstaltung des Frauenreferats der Stadt Frankfurt, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, des Cornelia Goethe Centrums, des Instituts für Sozialforschung und der Evangelischen Stadtakademie Roemer 9. Die nächste Veranstaltung in der Reihe findet am 18. September 2012 statt.
This interactive workshop will give an introduction into the principles of designing scientific posters. Topics include the analysis of the target audience, the reduction of a topic to the essential messages, the wording of messages, and the layout principles for posters. In a step by step procedure, participants will learn to structure their contents, to consider important presentation principles and finally to design an attractive and informative poster. Since the workshop is strongly based on practical exercises, participants are asked to bring materials from their projects (figures, texts, tables).
Goals:
Die Veranstaltung ist ein Angebot des Gleichstellungsbüros der Goethe-Universität im Rahmen der innerbetrieblichen Weiterbildung im Sommersemester 2012.