Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquia Wintersemester 2018/2019

Die Cornelia Goethe Colloquien sind als offenes Diskussionsforum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung eingerichtet.
Interessierte* sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

In diesem Semester stehen die Colloquien unter dem Titel:

Feministische Erinnerungskulturen:
100 Jahre Frauenstimmrecht – 50 Jahre Autonome Frauenbewegung.

Historische Ereignisse werden anlässlich ihrer ‚runden‘ Geburtstage gefeiert und zelebriert. Häufig wird bei solchen Jubiläen ein Gedenken inszeniert, das aus historischen Ansichten des Mainstream gespeist wird und zur Kanonisierung von Geschichte beiträgt. Dabei steht dann eher das Passförmige und Konsensfähige im Vordergrund, während Unangepasstes im Hintergrund bleibt, nicht selten ausgeschlossen wird. Mit unserer Hinwendung zu einer „Erinnerungskultur“ sollen einige Stolpersteine solcher Jubiläumsmarathons aus dem Weg geräumt werden.
Ein bewusstes Erinnern an historische Ereignisse, Personen, Netzwerke und Prozesse rekurriert auf historische Diskurse, aber auch auf private und politische Erfahrungen; es umfasst Reflexe des kollektiven und sozialen Gedächtnisses einer Gesellschaft. Insofern bezieht sich Erinnerungskultur auf Geschichte, ermöglicht aber immer auch eine Selbstvergewisserung über die Gegenwart. Die „Feminist Memory Studies“ haben mit ihrer Kritik an einer hegemonialen Erinnerungskultur, die insbesondere Großereignissen und Mächtigen nachgeht, wichtige neue Impulse gesetzt. Sie erforschen die Geschichte von Feminismus und Frauenbewegung, reflektieren Erinnern, Erfahrung und Gedächtnis und fragen explizit auch nach „Counter Memories“, also nach Widerständigem und Vergessenen. Indem sie Grenzauflösungen und Performativität in ihre Analysen einbeziehen, ist ihr Fokus nicht fixiert, sondern wird bewusst fluid gehalten. So verstandene feministische Erinnerungskultur kann zugleich Teil eines politischen Aktivismus sein, der eine Strategie politischer Bündnisse jenseits von Differenzen verfolgt.
In unserer Vortragsreihe ‚erinnern‘ renommierte Kolleginnen aus dem In- und Ausland an zwei Wellen der Frauenbewegung, an die Stimmrechtsbewegung um 1900 und die autonome Frauenbewegung im Umfeld der 68er Revolte. Dabei steht auch die Frage nach dem Hier und Jetzt zur Diskussion und die Überlegung, wie weit Frauen* gekommen sind und was weiter verändert werden muss für Fortschritt und Emanzipation. Erinnern – nicht, um Siege zu feiern, sondern um herauszufinden, was alte und neue feministische Bewegungen in Bewegung hielt und hält.

Veranstalter*innen: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)

Konzeption: Dr. Marianne Schmidbaur und Prof. Dr. Ulla Wischermann

Zeit und Ort

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1 (ehemals Fahrtor 2)
60311 Frankfurt am Main

Goethe-Universität, Campus Westend,
Theodor- W.- Adorno-Platz 6
PEG-Gebäude, R. 1.G 191
und Casino 1.801

jeweils mittwochs, 18-20 Uhr c.t. Ausnahme: Donnerstag 22.11.2018, 18-22h
Der Eintritt ist frei!

Motiv: Miguel Pardo, Grübelfabrik

Hier geht es zum Download des Booklets.

 

Einzeltermine

29
Jan
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
29.01.20

Der Vortrag Zugehörigkeit(en) im Trans*-Aktivismus von Yv Nay findet am 29.01.2020 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Zugehörigkeit(en) im Trans*-Aktivismus

Vortragssprache: Deutsch

„The Transgender Tipping Point“: So betitelte 2014 das US-amerikanische Magazin Time eine der Cover-Storys und beschrieb damit die weitreichenden Errungenschaften von Transgender/Trans*-Aktivismus hinsichtlich rechtlicher Anerkennung und Sichtbarkeit von Menschen, die Geschlecht jenseits der herrschenden Normen leben. Zugleich ist seit einigen Jahren mit erstarkten rechtspopulistischen und christlich-konservativen Kräft en ein Backlash gegen Trans*Rechte und verstärkte trans*phobe Gewalt weltweit zu verzeichnen. Dieser spezifische Moment in derzeitigen Transgender/Trans*-Politiken ist der Ausgangspunkt für den Vortrag, in dem die affektiven Implikationen der Formierung politischer Gemeinschaften und von Politiken der Zugehörigkeit von Trans*-Aktivist*innen erörtert werden.

YV E. NAY, ist Gastprofessor*in am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Derzeit forscht Nay an einem Projekt unter dem Titel ’Affective Activism’, das gefühltes Erleben und politisches Engagement in Trans*Communities untersucht. Im Buch ’Feeling Family’ (2017) schreibt Nay über Erfahrungen und Politiken rund um Familien von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*Personen. Nay hat die Anthologie ’Affekt und Geschlecht’ (2014) mit herausgegeben und ist in der Herausgeber*innenschaft für die Sondernummer ’The Europa Issue’ von Transgender Studies Quarterly.

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
29.01.2020, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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5
Feb
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
05.02.20

Die Podiumsdiskussion: Geschlechtliche Vielfalt in KiTa, Schule, Hochschule und Jugendarbeit – bildungspraktische Perspektiven zur „dritten Option“ findet am 05.02.2020 von 18 bis 20 Uhr c.t. im IG-Farben-Haus am Campus Westend statt.

Info: Die Veranstaltung findet im Raum IG 311 im Erdgeschoss des IG-Farben-Hauses statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Podiumsdiskussion: Geschlechtliche Vielfalt in KiTa, Schule, Hochschule und Jugendarbeit – bildungspraktische Perspektiven zur „dritten Option“

Vortragssprache: Deutsch

Moderation:
Tina Breidenich (Pädagogische Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Goethe-Universität)

Podium:
Elena Barta (Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt – LSBTIQ Koordinierungsstelle)
Conny-Hendrik Kempe-Schälicke (Bundessprecher*in GEW AG LSBTI, Senatsverwaltung Berlin)
Kai Klose (Hessischer Staatsminister für Soziales und Integration)
Marco Linguri (Teamer* bei SCHLAU – Bildungs- und Antidiskriminierungs-Arbeit)
Márcia Elisa Moser (Gleichstellungsbüro Goethe-Uni – Projektleitung “Diversity Kompetent”)

2017 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass eine dritte Personenstandskategorie in Deutschland eingeführt werden muss. Diese Entscheidung zur sogenannten „Dritten Option“ wurde damit begründet, dass Personen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen (wollen oder können), in ihren Grundrechten verletzt werden, wenn das Personenstandsrecht sie dazu zwingt, sich binär als weiblich oder männlich zu registrieren. Spätestens seit der veränderten rechtlichen Situation müssen sich Institutionen in u.a. Politik und Verwaltung aber vor allem auch Bildungseinrichtungen daher verstärkt mit der Lebensrealität von trans*, inter* sowie nicht-binären Menschen und deren Möglichkeiten zur Selbstbestimmung auseinandersetzen. Mit den Fragen, ob und wie dies geschieht, bleiben die Institutionen bisher oftmals sich selbst überlassen.

Darüber hinaus ist die Reproduktion sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem bisher vor allem belegt für die Ungleichheitsdimensionen Klasse, natio-ethno-kulturelle Zugehörigkeit und Geschlecht. Wie aber verhalten sich diese Dimensionen zu Heteronormativität und Cisgenderismus? Und wie müsste „Bildung“ an einer inklusiven und differenzreflexiven (Hoch)Schule aussehen, damit sexuelle und geschlechtliche Vielfalt berücksichtigt und strukturelle Diskriminierungen systematisch abgebaut werden? Wie verhält sich schließlich Pädagogik zu Politik?

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, IG-Farben-Haus, Raum IG 311
Datum, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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Vergangene Cornelia Goethe Colloquien

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2018

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2017/18

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2017

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Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2016

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Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2012

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Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2010/2011

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Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2009/2010

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2009

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2008/2009

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2008

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2007/2008

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2007

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2006/2007

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2006

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2005/2006