Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquia Wintersemester 2018/2019

Die Cornelia Goethe Colloquien sind als offenes Diskussionsforum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung eingerichtet.
Interessierte* sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

In diesem Semester stehen die Colloquien unter dem Titel:

Feministische Erinnerungskulturen:
100 Jahre Frauenstimmrecht – 50 Jahre Autonome Frauenbewegung.

Historische Ereignisse werden anlässlich ihrer ‚runden‘ Geburtstage gefeiert und zelebriert. Häufig wird bei solchen Jubiläen ein Gedenken inszeniert, das aus historischen Ansichten des Mainstream gespeist wird und zur Kanonisierung von Geschichte beiträgt. Dabei steht dann eher das Passförmige und Konsensfähige im Vordergrund, während Unangepasstes im Hintergrund bleibt, nicht selten ausgeschlossen wird. Mit unserer Hinwendung zu einer „Erinnerungskultur“ sollen einige Stolpersteine solcher Jubiläumsmarathons aus dem Weg geräumt werden.
Ein bewusstes Erinnern an historische Ereignisse, Personen, Netzwerke und Prozesse rekurriert auf historische Diskurse, aber auch auf private und politische Erfahrungen; es umfasst Reflexe des kollektiven und sozialen Gedächtnisses einer Gesellschaft. Insofern bezieht sich Erinnerungskultur auf Geschichte, ermöglicht aber immer auch eine Selbstvergewisserung über die Gegenwart. Die „Feminist Memory Studies“ haben mit ihrer Kritik an einer hegemonialen Erinnerungskultur, die insbesondere Großereignissen und Mächtigen nachgeht, wichtige neue Impulse gesetzt. Sie erforschen die Geschichte von Feminismus und Frauenbewegung, reflektieren Erinnern, Erfahrung und Gedächtnis und fragen explizit auch nach „Counter Memories“, also nach Widerständigem und Vergessenen. Indem sie Grenzauflösungen und Performativität in ihre Analysen einbeziehen, ist ihr Fokus nicht fixiert, sondern wird bewusst fluid gehalten. So verstandene feministische Erinnerungskultur kann zugleich Teil eines politischen Aktivismus sein, der eine Strategie politischer Bündnisse jenseits von Differenzen verfolgt.
In unserer Vortragsreihe ‚erinnern‘ renommierte Kolleginnen aus dem In- und Ausland an zwei Wellen der Frauenbewegung, an die Stimmrechtsbewegung um 1900 und die autonome Frauenbewegung im Umfeld der 68er Revolte. Dabei steht auch die Frage nach dem Hier und Jetzt zur Diskussion und die Überlegung, wie weit Frauen* gekommen sind und was weiter verändert werden muss für Fortschritt und Emanzipation. Erinnern – nicht, um Siege zu feiern, sondern um herauszufinden, was alte und neue feministische Bewegungen in Bewegung hielt und hält.

Veranstalter*innen: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)

Konzeption: Dr. Marianne Schmidbaur und Prof. Dr. Ulla Wischermann

Zeit und Ort

Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1 (ehemals Fahrtor 2)
60311 Frankfurt am Main

Goethe-Universität, Campus Westend,
Theodor- W.- Adorno-Platz 6
PEG-Gebäude, R. 1.G 191
und Casino 1.801

jeweils mittwochs, 18-20 Uhr c.t. Ausnahme: Donnerstag 22.11.2018, 18-22h
Der Eintritt ist frei!

Motiv: Miguel Pardo, Grübelfabrik

Hier geht es zum Download des Booklets.

 

Einzeltermine

23
Oct
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
23.10.19

Der Vortrag Zur Vulnerabilität des Selbst im Transformationsprozess von Veronika Magyar-Haas findet am 23.10.2019 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Zur Vulnerabilität des Selbst im Transformationsprozess

Vortragssprache: Deutsch

Prozesse der Transformation des Selbst- und Weltverhältnisses von Personen aufgrund neuartiger Problemlagen oder krisenhaft er Ereignisse sind wesentliche Referenzpunkte zahlreicher bildungstheoretischer Überlegungen. Auffällig ist, wie selten in solchen Ansätzen die Dimension leiblicher Erfahrung sowie die Normativität dessen, was als ‹Fremdheitserfahrung›, als auslösendes Ereignis von Transformation, angesehen wird, explizit beachtet werden. So wird im Vortrag zunächst der Ertrag leibphänomenologischer Perspektiven in der Reflexion über Transformationsprozesse ausgelotet, um vor diesem Hintergrund nach der Verletzbarkeit von Personen im Prozess der Transformation zu fragen. Auf die universelle Verwundbarkeit leiblichen Seins machen leibphänomenologische und vulnerabilitätstheoretische Arbeiten aufmerksam: Der von Anderem*n abhängige und denen so ausgesetzte Leib sei in sozialontologischem Sinne vulnerabel. Um jedoch über ungleich verteilte, kontextspezifische Gefährdungen Aussagen treffen zu können, gilt es, die relationale Dimension von Verletzbarkeit zu berücksichtigen. Demnach wird im Vortrag den sozialen, gesellschaftlichen, politischen und normativen Bedingungen der Verletzbarkeit im Prozess der Transformation nachgegangen – und dabei gefragt, inwiefern Normierungen selbst Verletzungen konstituieren. Inwiefern ließe sich dabei von einer spezifischen Verletzbarkeit von LGBT*I-Personen sprechen?

VERONIKA MAGYAR-HAAS ist Professorin für Erziehungswissenschaften an der Université de Fribourg. Nach ihrem Studium der Erziehungswissenschaft , Deutschen Philologie und Philosophie in Mannheim und Frankfurt am Main war sie DFG-Promotionsstipendiatin an der Universität Bielefeld, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich und vertrat die Professur für Sozialpädagogik und Familienforschung an der Goethe-Universität. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Erziehungs- und Bildungsphilosophie, sozialwissenschaftliche Emotionsforschung sowie Theorien zu Körperlichkeit/Leiblichkeit und Vulnerabilität.

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
23.10.2019, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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13
Nov
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
13.11.19

Der Vortrag Theorizing Gender at the Border: Biometric Technologies and Trans and Non-Binary Subjectivities von Christine Quinan findet am 13.11.2019 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Theorizing Gender at the Border: Biometric Technologies and Trans and Non-Binary Subjectivities

Vortragssprache: Englisch

A hallmark of the contemporary post-9/11 era has been the increased tracking, monitoring, and securityzation of all populations. While state surveillance has long been used as an oppressive tool exercised by imperial powers to discipline colonial subjects, the targeting of individuals who do not match racial and gender norms has dramatically increased with the rise of advanced surveillance and biometric technologies. Growing empirical evidence points to the obstacles this poses for trans, non-binary, and gender-nonconforming individuals in security structures, including interrogation after passing through body scanners and increased identity verification due to perceived mismatches between gender presentation and gender markers in documentation. This method of border management has notable effects on those who do not conform to gender norms and prompts critical questions regarding the role of binary gender as an often-invisible structuring principle. Focusing on the experiences of gender-diverse populations, in this talk I will juxtapose these bordered security technologies with recent developments to legal gender, in particular the introduction of the gender marker ‘X’ in documentation. While this changing landscape might suggest improved human rights – including the right to mobility and migration – I interrogate how such legislati ve developments could impact trans and non-binary individuals, particularly in light of the global trend towards increased surveillance and border control. I also ask how we might queer this landscape of possibilities in order to interrupt and subvert otherwise restrictive policies and technologies.

CHRISTINE QUINAN (PhD, UC Berkeley) is Assistant Professor of Gender Studies at Utrecht University. Quinan’s research interests include trans studies, postcolonial studies, and queer theory. Quinan’s book ‘Hybrid Anxieties: Queering the French-Algerian War and Its Postcolonial Legacies’ is forthcoming (University of Nebraska Press). Quinan also co-directs a project entitled ‘Gender Identity Registration and Human Rights Effects’ (GIRARE), which examines changes to the institutionalization of binary conceptions of sex/gender.

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
13.11.2019, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

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27
Nov
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
27.11.19

Der Vortrag Exit Gender von Lann Hornscheidt findet am 27.11.2019 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Exit Gender

Vortragssprache: Deutsch

Warum gibt es Frauen- und Männerschlafsäcke? Wird es mit Einführung der dritten Personenstandskategorie ‚divers‘ zukünftig neben Damen- und Herrenrädern auch diverse Fahrräder geben?

In dem Vortrag gehe ich der Frage nach, warum Gender als Kategorie so allgegenwärtig und unumstößlich erscheint – und wie diskriminierungskritische Umgänge mit Gender auf eine Re_Produktion der Kategorie Geschlecht verzichten könnten, egal, wie diversifziert sie aufgefächert wird. Wie können diskriminierungskritische Politiken aussehen, ohne immer auch wieder die Kategorien, die Teil der Diskriminierung sind, zu re_produzieren? Ich stelle den Ansatz Exit Gender vor, der darauf abzielt Gender als eigene, sozial relevante Wahrnehmung aufzugeben und stattdessen da, wo es Sinn macht, über strukturelle Diskriminierung – in diesem Falle Genderismus – zu sprechen. Der Vortrag zeigt an Beispielen, was dies für diskriminierungskritisches Handeln bedeuten kann. In dem hier entworfenen konstruktivistischen Ansatz werden Personen nicht diskriminiert, weil sie trans*, non-binär, genderqueer sind, sondern weil die Gesellschaft genderistisch ist: cisgenderistisch, zweigenderistisch, heterogenderistisch… Teil dieses Genderismus ist das Beharren auf sozialen Identitäten, die als unumgehbar aufgefasst werden. Veranschaulicht werden soll, wie eine Veränderung von Politiken und Wahrnehmungen zu einem Abbau von struktureller Gewalt führen kann.

LANN HORNSCHEIDT arbeitet zu Sprache und Gewalt sowie zu Lieben als politisches Handeln. Lann hält Vorträge und gibt Workshops, schreibt Bücher und Essays. Eine der letzten Veröffentlichungen ist ‚Exit Gender‘, zusammen mit Lio Oppenländer, bei w_orten & meer. www.lannhornscheidt.com

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
27.11.2019, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

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4
Dec
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
04.12.19

Der Vortrag Wenn der rote Faden Knoten schlägt. Queering Biographicity als method(olog)ische Antwort auf die spätmoderne ‚Komplexitätsoxidation‘ von Joris A. Gregor findet am 04.12.2019 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Wenn der rote Faden Knoten schlägt. Queering Biographicity als method(olog)ische Antwort auf die spätmoderne ‚Komplexitätsoxidation‘

Vortragssprache: Deutsch

Forschungen mit inter*geschlechtlichen und trans* Biographien erfordern die Möglichkeit der RePräsentation biographischer Episoden der Nicht-, Anders- oder Zwischengeschlechtlichkeit. Im Falle von Interviews mit Befragten, die sich keiner der beiden Geschlechtskategorien männlich/weiblich zuordnen können oder wollen, kann die Orientierung an einer genuin zweigeschlechtlich konzipierten Method(ologi)e bei der Auswertung einen eklatanten Erkenntnisverlust, eine vom Forscher_innenblick ‚normalisierte‘ Ergebnisproduktion und damit einen weniger angemessenen Umgang mit dem Forschungsmaterial bedeuten.

Biographieforschungen, die sich dem Material im Kontext des kulturellen Systems der Zweigeschlechtlichkeit dementsprechend ergebnisoff en nähern möchten, benötigen entsprechendes Handwerkszeug, um die Fluidität, Vielfalt und Kreativität solcher Geschlechtsentwürfe begründet zu erfassen. Mein Vortrag möchte für eine gegenstandsangemessene Annäherung an solches Material die Method(ologi)e des ‚queering biographicity‘ vor- und zur Diskussion stellen. Nach der Darstellung der methodologischen Basis des Konzepts dokumentiere ich seine methodisch-prakti sche Seite, indem ich an ausgewählten Passagen meiner Interviews mit inter*geschlechtlichen Menschen verdeutliche, warum ich denke, dass Studien mit ‚queer content‘ von dem geschlechtsoffenen Blick auf das Material profitieren können.

JORIS A. GREGOR studierte Pädagogik, Geschlechterforschung und Philosophie an der Universität Göttingen. Von 2009 bis 2014 Promotionsstipendium der Doktorandenschule Laboratorium Aufklärung an der Universität Jena. Seit April 2012 bis heute wissenschaftliche Mitarbeit am Lehrstuhl für allgemeine und theoretische Soziologie (Hartmut Rosa). 2014 Promotion mit einer Forschungsarbeit zur Biographie inter*geschlechtlicher Menschen (summa cum laude).

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
04.12.2019, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

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11
Dec
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
11.12.19

Der Vortrag Transformationen biopolitischer Grenzen: am Beispiel intersektionaler Lebens- und Todespraktiken zu Trans*von Tamás Jules Fütty findet am 11.12.2019 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Transformationen biopolitischer Grenzen: am Beispiel intersektionaler Lebens- und Todespraktiken zu Trans*

Vortragssprache: Deutsch

Das Zweigeschlechtermodell ist schon lange umkämpfter Schauplatz von Transformationen sowie Versuchen der Fixierung binärer Identitätskonzepte. In diesem Vortrag geht es um die Frage, was Normen mit Geschlecht, Gewalt, Staatlichkeit und Biopolitik zu tun haben. Es wird argumentiert, dass das Spannungsfeld zwischen der Aufrechterhaltung des binären Geschlechtersystems sowie gegenwärtigen Transformationen als Verbindung der Foucaultschen Disziplinarmacht und Biomacht verstanden werden kann.

Dabei wird ein erweitertes Gewaltverständnis im Kontext von Lebens- und Todespraktiken begründet: als normative und intersektionale Gewalt, die v.a. über Recht und Medizin institutionell verankert ist und ungleiche Lebenschancen für Trans* und nicht-binäre Menschen hervorbringt. Innerhalb bestehender Sicherheitsdispositive und Grenzregime sind mehrfachdiskriminierte Trans* und nicht-binäre Menschen besonders stark gegenüber lebensbedrohlicher Gewalt und vorzeitigem Tod exponiert. Die Gefährdung durch rassifizierte und ökonomische Gewalt zeigt sich insbesondere darin, dass die herausragende Mehrheit der registrierten Morde an Trans* und nicht-binären Menschen weltweit an (migrantischen) Trans*Sexarbeiter*innen und Trans*Menschen of Color verübt wird. Auch Racial Profiling, der verwehrte Zugang zu gewünschter Gesundheitsversorgung oder die Abdrängung auf den irregulären Gesundheits- und Arbeitsmarkt werden als langsame Todespraktiken beleuchtet.

TAMÁS JULES FÜTTY ist Politikwissenschaftler (MA), promovierter Genderforscher und lehrt aktuell zu Gender, Diversität und Migration an der Universität Kiel. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Gender, Queer und Trans Studies, Gewaltforschung, Intersektionalität und Biopolitik. Seine Dissertationspublikation ’Gender und Biopolitik. Normative und intersektionale Gewalt gegen Trans*Menschen’ ist vor kurzem beim transcript Verlag erschienen.

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
11.12.2019, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

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15
Jan
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
15.01.20

Der Vortrag Exit Routes: On Derelection and Destitution von Jack Halberstam findet am 15.01.2020 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Exit Routes: On Derelection and Destitution

Vortragssprache: Englisch

For so long we have proposed considering the politics of this or the politics of that – the politics of transgender, the politics of sex, the politics of performance, the politics of resistance – what if politics itself, as a concept and a framework is not the solution but the problem. In other words, what if this need to legitimate everything via the political as we currently understand politics (activities associated with governance) is part of the problem in that it leads to certain kinds of projects and it disallows others – the propulsive projects that engage making, doing, being, building, becoming, knowing, declaring, proposing, dealing, moving and so on.

New York, NY – April 29th, 2019: Jack Halberstam posing for a portrait at The New York Times building for part of a panel discussing the topic of camp.

JACK HALBERSTAM is Professor of Gender Studies and English at Columbia University. Halberstam is the author of six books including: ‘Skin Shows: Gothic Horror and the Technology of Monsters’ (Duke UP, 1995), ’Female Masculinity’ (Duke UP, 1998), ’In A Queer Time and Place’ (NYU Press, 2005), ’The Queer Art of Failure’ (Duke UP, 2011) and ’Gaga Feminism: Sex, Gender, and the End of Normal’ (Beacon Press, 2012) and, most recently, a short book titled ’Trans*: A Quick and Quirky Account of Gender Variance’ (University of California Press). Places Journal awarded Halberstam its Arcus/Places Prize in 2018, for innovative public scholarship on the relationship between gender, sexuality and the built environment. Halberstam is currently working on several projects including a book titled ’Wild Thing: Queer Theory After Nature’ on queer anarchy, performance and protest culture, the intersections between animality, the human and the environment.

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
15.01.2020, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

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29
Jan
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
29.01.20

Der Vortrag Zugehörigkeit(en) im Trans*-Aktivismus von Yv Nay findet am 29.01.2020 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Zugehörigkeit(en) im Trans*-Aktivismus

Vortragssprache: Deutsch

„The Transgender Tipping Point“: So betitelte 2014 das US-amerikanische Magazin Time eine der Cover-Storys und beschrieb damit die weitreichenden Errungenschaften von Transgender/Trans*-Aktivismus hinsichtlich rechtlicher Anerkennung und Sichtbarkeit von Menschen, die Geschlecht jenseits der herrschenden Normen leben. Zugleich ist seit einigen Jahren mit erstarkten rechtspopulistischen und christlich-konservativen Kräft en ein Backlash gegen Trans*Rechte und verstärkte trans*phobe Gewalt weltweit zu verzeichnen. Dieser spezifische Moment in derzeitigen Transgender/Trans*-Politiken ist der Ausgangspunkt für den Vortrag, in dem die affektiven Implikationen der Formierung politischer Gemeinschaften und von Politiken der Zugehörigkeit von Trans*-Aktivist*innen erörtert werden.

YV E. NAY, ist Gastprofessor*in am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Derzeit forscht Nay an einem Projekt unter dem Titel ’Affective Activism’, das gefühltes Erleben und politisches Engagement in Trans*Communities untersucht. Im Buch ’Feeling Family’ (2017) schreibt Nay über Erfahrungen und Politiken rund um Familien von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*Personen. Nay hat die Anthologie ’Affekt und Geschlecht’ (2014) mit herausgegeben und ist in der Herausgeber*innenschaft für die Sondernummer ’The Europa Issue’ von Transgender Studies Quarterly.

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
29.01.2020, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

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5
Feb
18:00 to 20:00
Campus Westend PEG-Building
05.02.20

Die Podiumsdiskussion: Geschlechtliche Vielfalt in KiTa, Schule, Hochschule und Jugendarbeit – bildungspraktische Perspektiven zur „dritten Option“ findet am 05.02.2020 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Podiumsdiskussion: Geschlechtliche Vielfalt in KiTa, Schule, Hochschule und Jugendarbeit – bildungspraktische Perspektiven zur „dritten Option“

Vortragssprache: Deutsch

Moderation: Tina Breidenich (Pädagogische Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Goethe-Universität)

2017 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass eine dritte Personenstandskategorie in Deutschland eingeführt werden muss. Diese Entscheidung zur sogenannten „Dritt en Option“ wurde damit begründet, dass Personen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen (wollen oder können), in ihren Grundrechten verletzt werden, wenn das Personenstandsrecht sie dazu zwingt, sich binär als weiblich oder männlich zu registrieren. Spätestens seit der veränderten rechtlichen Situation müssen sich Institutionen in u.a. Politik und Verwaltung aber vor allem auch Bildungseinrichtungen daher verstärkt mit der Lebensrealität von trans*, inter* sowie nicht-binären Menschen und deren Möglichkeiten zur Selbstbestimmung auseinandersetzen. Mit den Fragen, ob und wie dies geschieht, bleiben die Institutionen bisher oftmals sich selbst überlassen.

Darüber hinaus ist die Reproduktion sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem bisher vor allem belegt für die Ungleichheitsdimensionen Klasse, natio-ethno-kulturelle Zugehörigkeit und Geschlecht. Wie aber verhalten sich diese Dimensionen zu Heteronormativität und Cisgenderismus? Und wie müsste „Bildung“ an einer inklusiven und differenzreflexiven (Hoch)Schule aussehen, damit sexuelle und geschlechtliche Vielfalt berücksichtigt und strukturelle Diskriminierungen systematisch abgebaut werden? Wie verhält sich schließlich Pädagogik zu Politik?

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
Datum, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

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Hessen,
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Vergangene Cornelia Goethe Colloquien

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2018

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2017/18

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2017

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2016/17

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2016

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2015/2016

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2015

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2014/2015

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2014

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2013/2014

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2013

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2012/2013

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2012

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2011/2012

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2011

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2010/2011

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2010

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2009/2010

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2009

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2008/2009

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2008

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2007/2008

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2007

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2006/2007

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2006

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2005/2006