Cornelia Goethe Centrum

Research Projects

Evgenia An

Gendered career-choices of transnational migrants: the case of post-soviet Korea
Migration studies
email / Website at the Department for Social Sciences

ABSTRACT
Korea has turned into labor importing country in the late 1980’s as the result of dynamic economic development throughout the 1970-80’s.  The national administration, however, was cautious about whom to attract as labor force for keeping the pace of the ever-growing economy. The special status was given to the overseas Koreans, who could fill the labor gap in the manufacturing, agriculture and contruction site jobs. Restrained by the so called ethnic citizenship and hierarchical nationhood , as well as general public concern on ethnic homogeneity, the South Korean government called for diaspora Koreans from China (chosŏnjok) and post-soviet Republics (koryo-saram) as labor migrants to their old and long-forgotten historical “motherland”. The latter ones are in the focus of the proposed research topic.
The case of overseas Koreans’ labor migration to Korea, and particularly koryo-saram, lies in the intersection between transnational labor migration and ethnic diaspora migration, which makes the motivation behind moving and incorporation processes exceptionally complex.
This PhD dissertation takes a close look on koryo-saram, as transnational labor migrants in South Korea and particularly at the change of career path in the context of inequalities they face. In the proposed PhD project, the main question is why some labor migrants change the trajectories of career-paths from 3D (dirty, demanding, demeaning) semi-compliant work to the higher status jobs or self-employment. Specifically, what is the role of heterogeneities such as transnationality, age, gender, ethnicity, class as well as assemblages of social protection (formal and informal), and agency in the decision-making of career-path development of labor migrants?
The novelty of this case study is in applying transnational social protection lens and intersectionality approach on one the East Asian contexts, therefore changing the euro-centrism of the transnational studies on migration and welfare that exist by far.


Flaminia Bartolini

‚Doing intimacy‘ in illegality: experiences and strategies of undocumented migrant women (Working Title)
Migration studies
email / Website at the Department for Social Sciences

ABSTRACT
In the framework of the German migration regime- characterized by being particularly strict on the so called “illegal migration”- life in illegality and intimacy are intertwined in multiple ways. In my dissertation I investigate this interconnectedness and its ambivalences adopting a critical feminist perspective that understands intimacy as a lens to signify power relationships. I therefore ask: what is the meaning and function of intimate relationships in illegality?
On the one hand, for migrants living in illegality, no possibility of ex-post regularization through e.g. an employment contract is foreseen. The only few options available for regularizing their status derive from marriage or parenthood of an underage German child. These relationships- generally regarded as intimate and legally protected in the German Basic Law in their expressions of family, marriage and parenthood- play therefore a key role within migration regulation. In this way, the legislation defnes not only which reasons are valid in order to exit illegality and be allowed to live in the country, but also which intimate bonds are deemed as worth and which not in the light of migration regime.
On the other hand, life in illegality, described in previous literature as being often characterized by fear, uncertainty and heightened vulnerability, should also be understood as an embodied experience or a mode-of-being in the world. For this reason, illegality can have a strong impact on the establishment and maintenance of intimate ties, and is likely to affect how migrants living in illegality experience, understand and manage intimate relationships.
By means of biographical-narrative interviews and additional ethnography, I investigate how (former) undocumented female migrants are ‚doing intimacy’: how they experience, give meaning and negotiate intimate ties and in how far they accept, resist or take advantage of the tight link between intimacy and migration status which came into existence.
Understanding intimacy in its intrinsic powe r dimension enables to take into account the reproduction of inequalities through different degrees of freedom and unfreedom in intimate relationships as well as to shed light on individual meaning-making and strategies, framed into the participant’s narratives.


Nadine Bernhardt

Sexualassistenz und Sexualbegleitung – Ableitung staatlicher Fürsorge- und Teilhabepflichten aus dem Grundgesetz
Constitutional and Social Law, Disability Studies
email

ABSTRACT
Im Mittelpunkt meiner Forschung steht die Frage nach der Gewährleistung eines Mindestmaßstabs der eigenen Sexualität und Erkundung der eigenen sexuellen Identität, welche auch von Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen erlebt werden soll. Das Recht ein sexuell selbstbestimmtes Leben zu führen, ist Bestandteil unseres Grundgesetzes. Anerkannt ist das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung als Abwehrrecht zum Schutz vor Verletzungen der eigenen sexuellen Integrität. Der Umfang der eigenen sexuellen Integrität kann allerdings nur gewahrt werden, wenn der/die GrundrechtsträgerIn eine sexuelle Identität und ein sexuelles Eigenbewusstsein entwickeln kann. Dazu gehören die Fragen (1) habe ich ein sexuelles Bedürfnis, (2) wie möchte ich dieses ausleben und (3) ab wann wird meine sexuelle Integrität durch äußere Eingriffe verletzt.
Zur Entwicklung einer solchen sexuellen Identität ist es notwendig, mit sich selbst in sexuellen Kontakt treten zu können. Dies setzt die Fähigkeit zur Masturbation (mechanisch) voraus sowie das Verständnis der Masturbation als sexuelle Handlung.
Viele Menschen mit Behinderung haben nicht die Möglichkeit, partnerschaftliche Sexualität zu erleben. Der Kauf sexueller Dienstleistungen und eine bedarfsgerechte Beratung zur Umsetzung sexueller Wünsche, speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, ist eine denklogische Konsequenz. Diese Dienstleistungen werden im Speziellen von SexarbeiterInnen angeboten, die Erfahrung und ggf. eine Ausbildung im Umgang mit behinderten Menschen haben (Sexualassistenten und –begleiter).
Ich beschäftige mich mit der Frage, ob für bestimmte Personengruppen ein Anspruch (aus dem Sozialgesetz) auf bezahlte oder organisierte Sexualität besteht. Außerdem beleuchte ich die Rolle von SexualbegleiterInnen im Gefüge der Sexarbeit und versuche, positive Erkenntnisse und Forderungen für andere SexarbeiterInnen abzuleiten (insb. Zugang zum Sozialversicherungssystem; Entstigmatisierung).
VITA
Die gebürtige Zwickauerin Nadine Bernhardt (Jahrgang 1991) studierte Rechtswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2015 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kanzlei Bird & Bird LLP und wechselte Ende 2016 an die Goethe Universität Frankfurt. Seitdem übernimmt sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin Aufgaben des UNIREP für den Bereich Zivilrecht, hält die Ferienkurse im Schuldrecht Allgemeiner Teil und Arbeitsrecht, konzipiert und bespricht UNIREP Klausuren und übernimmt die Betreuung der Examenskandidaten in Vorbereitung auf das 1. Juristische Staatsexamen. Daneben engagiert sie sich als Gleichstellungsrätin am Fachbereich.
Seit 2017 promoviert Frau Bernhardt bei Frau Prof. Dr. Ute Sacksofsky am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung an der Goethe Universität Frankfurt zu Thema „Sexualassistenz und Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung“.


Gwendolyn Gilliéron

Selbstwahrnehmung und Positionierung junger Erwachsener binationaler Herkunft in Marokko und der Schweiz. Eine biographieanalytische Studie.
Sociology
email

ABSTRACT
In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich soziale Vielfalt über die binationale Herkunft junger Erwachsener. Es wird davon ausgegangen, dass die jungen Erwachsenen über ihre binationale Herkunft eine Disposition zur Vielfalt haben. Die binationale Herkunft kann dann im Sinne von Delcroix als subjektive Ressource betrachtet werden, wodurch junge Erwachsene neue – zum Beispiel transkulturelle oder transnationale – Handlungsmöglichkeiten erschliessen können. Hier setzt das französische Konzept Mixité an, indem es versucht Vielfalt heuristisch zu erfassen und soziale Praxen im Kontext von Vielfalt zu verstehen. Mit dieser Perspektive kann Vielfalt als ein Prozess verstanden werden, der in sozialen Interaktionen hergestellt wird und gerade in der Adoleszenzphase zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit Fragen um Zugehörigkeit führen kann.

Um zu untersuchen wie und unter welchen Bedingungen Vielfalt in den Biographien relevant wird, wurde ein biographietheoretischer Zugang gewählt. Hierfür führte ich narrativ-biographischen Interviews mit 16 jungen Erwachsenen aus der Schweiz und 7 jungen Erwachsenen aus Marokko, die ich narrationsanalytisch nach Schütze analysiert habe. Der internationale Vergleich der biographischen Rekonstruktionen basiert auf einer intersektionalen Perspektive, die es mir ermöglicht, die beiden Forschungskontexte kontrastiv zu vergleichen und das gesellschaftliche Bedingungs- und Bedeutungsgefüge für ein Leben mit Mehrfachzugehörigkeiten besser zu verstehen. Es wurde deutlich, dass Mehrfachzugehörigkeit je nach Gewichtung von race, class und nationaler Herkunft und gesellschaftlichem Migrationsdiskurs als Stigma im Sinne Goffmans erlebt werden kann. So sind junge Erwachsene stets aufs Neue darum bemüht eine Balance zu finden zwischen Fremd- und Selbstbild, wobei sie individuelle und kreative Strategien gefunden haben um dies zu erreichen.


Janina Gläser

Care-Politiken in Deutschland und Frankreich: Migrantinnen in der Kindertagespflege – moderne Reproduktivkräfte erwerbstätiger Mütter
Migration Studies, Care Work
email

ABSTRACT
Anhand biografischer Interviews mit migrantischen Kindertagespflegepersonen evaluiert Janina Glaeser Care-Politiken in Deutschland und Frankreich und setzt sie in Relation zur steigenden Betreuungsnachfrage. Maghrebinische assistantes maternelles in Frankreich erfahren einen Statusgewinn, Tagesmütter aus postsozialistischen Ländern in Deutschland hingegen einen Verlust sozialer Mobilität. Zentral ist in beiden Ländern die Wechselwirkung einer modernen Arbeitsteilung hauptsächlich unter Frauen: die Rahmenbedingungen erwerbstätiger Mütter bedingen jene der Migrantinnen und umgekehrt.


Elisa Heinrich

Intimität und Zugehörigkeit. Frauenbewegungen in Deutschland verhandeln weibliche Homosexualität und Freundinnenschaft (1870-1914). (Arbeitstitel)
History of Women’s Movement, History of Sexuality
email / Website at the Institute for Contemporary History (University of Vienna)

ABSTRACT
Die Sexualwissenschaft erfand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der ‚weiblichen Homosexuellen’ eine neue sexualpathologische Kategorie. Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzung wurde diese Kategorie in Deutschland aber erst zu dem Zeitpunkt als ein Vorentwurf des überarbeiteten Reichsstrafgesetzbuches von 1909 eine folgenschwere Änderung in Aussicht stellte: Paragraf 175, der ‚widernatürliche Unzucht‘ zwischen Männern unter Strafe stellte, sollte auf Frauen ausgedehnt werden. Wenn die Erweiterung des Straftatbestandes auch nicht umgesetzt wurde – die Strafrechtskommission entschied sich noch 1913 für die Beibehaltung des ursprünglichen Paragraf 175 – löste die Möglichkeit der strafrechtlichen Verfolgung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen zwischen Frauen doch eine Reihe von Reaktionen in unterschiedlichen Öffentlichkeiten aus. Die Frauenbewegung war als homosozialer Raum, in dem Frauen – als Freundinnen, Gefährtinnen, Paare – in professioneller, politischer und intimer Weise miteinander verbunden waren, von dieser Entwicklung in einzigartiger Weise betroffen.

Eben diese Entwicklung bildet den Ausgangspunkt für das vorliegende Dissertationsprojekt. Darin wird zum einen – in einem diskursgeschichtlichen Teil – die  diskursive Ausverhandlung ‚weiblicher Homosexualität‘ in Frauenbewegungen ab den 1870er Jahren bis zum Ersten Weltkrieg untersucht. Im Sinne einer seit Mitte der 2000er Jahre verstärkt auf unterschiedliche Milieus fokussierenden Sexualitätsgeschichte zeigt sich, dass die Positionierungen von Frauenbewegungen im  Diskurs zu weiblicher Homosexualität bisher deutlich unterschätzt wurden. Die in der Forschung häufig vorgebrachte These, die Frauenbewegung habe zum Thema  weiblicher Homosexualität geschwiegen, kann – wie diese Arbeit zeigen wird – auf mehreren Ebenen hinterfragt werden.

Zum anderen wird im Rahmen der Arbeit nach den sozialen Beziehungen innerhalb von Frauenbewegungen und nach dem Deutungswandel gefragt, der sich im fokussierten Zeitraum darin vollzog. Die Jahre der Strafrechtsreform stellten, so die These, eine Phase der intensiven Ausverhandlung für Frauenbewegungen dar, in denen die Identitätskonstruktionen und engen Beziehungen zwischen Frauen in neue, normative Deutungszusammenhänge gestellt wurden und unterschiedliche Modelle von Intimität und Zugehörigkeit miteinander in Konkurrenz gerieten. In diesem sozialgeschichtlichen Teil meiner Arbeit nehme ich also die Lebenswelten der Akteurinnen in den Blick und analysiere deren unterschiedliche Strategien und Handlungsweisen.


Annette Hilscher

Missachtungserfahrungen Schwarzer Menschen und Antidiskriminierungs- und Gleichbehandlungspolitik in Deutschland, Frankreich und Kanada im Blickwinkel der Anerkennungstheorie
Political Theory, Social Philosophy, Multiculturalism and Interculturalism
email / Website at the Institute for Social Research

ABSTRACT
Das Dissertationsvorhaben untersucht Missachtungserfahrungen Schwarzer Menschen im Alltag. Die Studie wird in drei Rechtsstaaten durchgeführt – Deutschland, Frankreich und Kanada. Wobei davon ausgegangen wird, dass sich Missachtungserfahrungen von Land zu Land unterscheiden, jeweils in Abhängigkeit von politischen Normen, welche sich in der aktuellen Gesetzgebung zu Antidiskriminierung und Gleichbehandlung widerspiegeln.


Marian Kratz

Die (Re-)Produktion von Differenz in Praxis, Forschung und Theorie am Beispiel der frühen Kindheit
Pedagogy
email / Webseite at the Department for Pedagogy

ABSTRACT
Der inhaltliche Ausgangspunkt des Forschungsprojekts, das durch den Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität sowie durch das Gleichstellungsbüro finanziert und in Kooperation mit dem Forschungsorientierten Kinderhaus der Frankfurt University of Applied Sciences (FRAUAS) im Zeitraum von 2017-2019 durchgeführt wird, war die empirisch abgesicherte Prämisse, dass Kinder schon im U3-Bereich mit ungleichheitsrelevanten Differenzkategorien operieren können und dies auch tun. Die Idee, diese Praktiken des „Doing Differences“ von klein auf in den Fokus eines qualitativ-rekonstruktiven Forschungsprojektes zu stellen, wurde mit dem Anspruch verbunden, einen Beitrag zur empirischen Genderforschung in der frühen Kindheit zu leisten. Zur Einstellung der Forschungsperspektive wurde sich dabei an den neueren Arbeiten zu den Praktiken der Humandifferenzierung orientiert. Über diese Fokussierung auf die mikroanalytische Handlungsseite sensu Hierschauer konnte das Forschungsinteresse im Rahmen einer theoretisch-systematischen Gegenstandsbestimmung zunächst in die forschungsleitenden Fragestellungen I und II übersetzt werden:

I. Welche Differenz ist in den komplexen Interaktions- und Beziehungssituationen unter Kleinkindern wann und wo wirksam?

II. Welche zugeschriebene soziale Zugehörigkeit ist wann und wie lange affektiv besetzt?

Die forschungsleitenden Fragestellungen I und II wurde anschließend in die Forschungsperspektive einer reflexiven Analyse (Bourdieu) eingebunden, die ihrerseits für die mikroanalytische Handlungsseite des „Doing Differences“ in den Praktiken von Forschung sensibilisieren soll.

Den Anspruch dieser Doppelperspektive, der sich mit Devereux (1973) sowie Lorenzer (1986) psychoanalytisch weiterdenken lässt, wurde in den forschungsleitenden Fragestellungen III und IV festgehalten:

III. Welche Differenzlinien sind in den komplexen Interaktions- und Beziehungssituationen zwischen Forschenden und Feld sowie innerhalb der Forschungsgruppe wann und wo wirksam?

IV. Welche zugeschriebene soziale Zugehörigkeit ist wann und wie lange im Forschungsprozess affektiv besetzt?

Dabei knüpft die Studie an eine noch junge kulturkritische Position innerhalb des englischsprachigen Diskurses der Infant and Young Child Observation an.
Im Sommersemester 2018 sowie dem Wintersemester 2018/2019 konnte das Forschungsprojekt in das Modul 16.2 „Forschendes Lernen“ an der FRAUAS eingebunden und in eine Forschungspraxis übersetzt werden. Die 20 Seminarplätze für das Lehr-Forschungsprojekt wurden vollständig belegt. Im Sommersemester 2018 konnten die 20 Studierenden nach einer theoretischen Einführung in unterschiedliche Theorien der frühen Kindheit zunächst in die Methodologie qualitativer Sozialforschung eingeführt werden. Im Anschluss wurde sowohl die Methodenpraxis der Young Child Observation als auch der Videographieforschung anwendungsbezogen vermittelt. Im Juni und Juli 2018 haben die Erhebungen in der Krippe des Forschungsorientierten Kinderhauses stattgefunden. Im Zentrum der Erhebung stand dabei ein 23-monate junges Mädchen, deren Bewegungen, Interaktionen und Beziehungserfahrungen im sozialen Raum beobachtet wurden. Die Beobachtungen fanden an insgesamt fünf Erhebungszeitpunkten für jeweils eine Stunde statt. Im Wintersemester wurde das Material tiefenhermeneutisch sensu Lorenzer (1986) analysiert.

Im Sommersemester 2019 werden die zentralen Ergebnisse der Studie verdichtet, theoretisch-systematisch Begriffen und über eine Veröffentlichung einer Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.


Eliane Kurz

Zwischen Theorie und Praxis. Konzeptualisierung von Differenz: Intersektionalität in feministischer politischer Praxis
Intersectionality, Feminist Movements
email / Webseite at the Department for Social Sciences

ABSTRACT
Auf Grund einer langjährigen und hartnäckigen Kritik von marginalisierten Frauen haben feministische Theorien die    Universalkategorie ‘Frau’ hinterfragen müssen und die Auseinandersetzung mit Differenzen zwischen Frauen hat an Bedeutung gewonnen. In theoretischen  Auseinandersetzungen werden intersektionale Ansätze als eine Lösung diskutiert, die diesen Differenzen und den Wechselwirkungen verschiedener Unterdrückungsmechanismen gerecht werden kann. Dabei bleibt die Frage, wie diese theoretischen Überlegungen in der feministischer Praxis umgesetzt werden  können bzw. ob sie dort überhaupt rezipiert werden und mit welchen Effekten. In meiner Forschung will ich diesem Themenkomplex anhand folgender zentraler  Forschungsfragen nachgehen: werden Differenzen zwischen Frauen in feministischen Gruppen konzeptualisiert? Hat die Universalkategorie ‘Frau’ bei diesen Gruppen noch eine Bedeutung und wenn ja welche? Gibt es in diesen Gruppen Anknüpfungspunkte mit intersektionalen Überlegungen oder haben sie andere Konzepte entwickelt, mit denen Differenzen zwischen Frauen Rechnung geleistet werden kann?
Dieser Fragestellung will ich mich anhand von Gruppendiskussionen mit basisdemokratischen feministischen Gruppen annehmen. Die anschließende Analyse soll anhand der dokumentarischen Methode vorgenommen werden.
Das Ziel dabei ist eine stärkere Verknüpfung von feministischer Theorie und Praxis im Zusammenhang der Intersektionalitätsdebatte. Speziell geht es um politische Strategien im Umgang mit Differenzen zwischen Frauen in nicht-institutionellen, herrschaftskritischen und feministischen Zusammenhängen, als Orte spezifischer politischer Praxis.


Johanna Leinius

Body-territory-nature: Articulating post-extractive alternatives in socio-ecological conflicts
Postcolonial and Feminist Sociology
email / Website at the Department for Social Sciences (Uni Kassel)

ABSTRACT
In my habilitation project, I scrutinize from a feminist-postcolonial perspective whether and how in socio-ecological conflicts transformative knowledge about alternative practices of coexistence and concepts for reconciling ecological and socio-cultural social transformation are articulated. My focus is on how these concepts are translated and disseminated into other social worlds.
The starting point of my research is the observation that in socio-ecological conflicts over extractive projects not only are questions of resource distribution negotiated, but also the extractive foundations of modernity are questioned and other human-nature relationships are articulated. While the hegemonic “extractive logic” makes the imagination of post-extractive alternatives in the global North and in the urban centres of the global South more difficult, postcolonial approaches point to the existence of other forms of knowledge and living together on the margins of modernity, which potentially provide transformation knowledge for more socio-ecologically compatible forms of coexistence. The question is whether and how these mostly local knowledges and practices can be translated into other social worlds.
I examine not only the alternatives generated per se, but also the dynamics of their emergence in the context of the meeting of different social worlds: Based on the fact that, in socio-ecological conflicts, very heterogeneous actors – indigenous and peasant movements, urban collectives, western NGOs and state institutions – meet, I examine how these worlds of experience converge into shared knowledge.
My research perspective is shaped by the work of postcolonial feminism; I am particularly interested in questions of marginalization, exclusion and (self-)empowerment as well as the possibilities of dialogue between heterogeneous actors.
The project contributes to the debate on other forms of conviviality that recognize not only the cultural but also the ontological difference of the existing partially connected heterogeneous social worlds and takes a critical perspective on normalized power structures and the potentialities of resistance.


Mami Odoom

The changing effect of gender communicator style in “Rear Window” as compared to “Disturbia” (working title).
Social Sciences
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Abstract
Alfred Hitchcock uses the visual drive in drawing attention to the differences in power relations amongst gender in “Rear Window”. Hitchcock portrays the film through the rear window of Jeffrey as well as Jeffrey’s subjective camera allowing the spectator to ascertain the gender categories in comparing the gender relations which was focused on stereotyping and dramaturgical displays which also encompasses voyeurism. This film portrays the psychological self-portrait of Hitchcock.
Additionally, the sequence of dramaturgical scenes relating to different events draws on the impact of visual sociology. It is apparent that “Rear Window” exhibits a concerning dissection of unethical issues on the male-dominance, the power relations pertinent to the way “women” and “men” were portrayed and the psychoanalytic construction of imagination. The interpretation of the murder mystery demarcates the primary process of thinking in contemporary urban life.
It will be imperative to conduct a comparative analysis between the films “Rear Window” and “Disturbia” in order to learn and capture the findings about whether gender relations has been “normal ” or ”in reach ” or ”no longer at hand ” in those days as compared to the 21st century.
Therefore, my planned dissertation will be examining the gender relations and communicator style from the 1950’s (20th century) setting by transcribing, emphasising on the dialogues and applying the rules of conversational sequence in order to connect the theoretical basis with the experiential findings to establish the divergence to the 21st century.

 


Isadora Paiva

Diversifying the superhero: whitewashing militarism or a sign of progress?
Masculinity Studies, Filmwissenschaft
email

ABSTRACT
In the last decades, superhero movies have become the most financially successful sub-genre of movies, reaching massive audiences globally. Though they have generated a significant amount of academic interest, it still pales in comparison with their cultural impact. Historically, these films have mostly had white male protagonists, though there is a relatively recent push towards diversity in terms of gender and race. I would like to investigate the ways in which this attempt at widening the image of the superhero affects the constructions of the heroic ideal itself. These more diverse films have gathered praise from the represented groups themselves, after all, the same power fantasies can mean something very different to those who have never been allowed to see themselves in them. They have also, however, been accused of appropriating identity politics in order to whitewash the same old narratives which glorify violence and, in particular, the US military – whose direct involvement in many of these films, including veto power over their scripts, is an open but little known fact. What contradictions are embedded in this modification of the classic white male mold?


Kerstin Rinnert

Queerness in der Adoleszenz – Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität im Übergang
Pedagogy, Queer Studies
email / Website at the Department for Pedagogy

ABSTRACT
Zu den für Heranwachsende bereits bisher zu bewältigenden traditionalen Entwicklungsaufgaben, wozu auch die Auseinandersetzung mit der sexuellen Orientierung und die Festigung der geschlechtlichen Identität zählt, gesellen sich heute immer mehr Möglichkeiten, sich in seiner Sexualität und Geschlechtlichkeit (nicht) zu verorten. Auch hier kann in gewisser Hinsicht von einer Entstandardisierung gesprochen werden. Im Kontext der Dissertation soll sich daher nicht nur mit dem Übergang von der Jugend ins Erwachsenenalter, sondern auch mit der Herstellung und Gestaltung von Übergängen der Begehrensformen und Geschlechtlichkeiten beschäftigt werden.
Durch problemzentrierte Interviews mit LGBT*IQ-Menschen, die nach Logik der Grounded Theory erhoben und ausgewertet werden, soll herausgearbeitet werden, wie diese Akteure die verschiedenen Übergänge erleben, ausformen und bewältigen, und wie an diese Erkenntnisse anschließend ein unterstützender queer-sensibler Umgang durch pädagogische Fachkräfte aussehen könnte. Neben diesem Erkenntnisinteresse stellen sich im Projekt die Fragen nach den jeweiligen Rahmungen, den unterschiedlichen Bewältigungsstrategien sowie den Auswirkungen auf die biografischen Entwicklungen ebenfalls als zentral dar. Mit der Dissertation soll eine Brücke zwischen Transitions- und Genderforschung geschlagen werden.


Miléna Salci

Decolonial Feminisms
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VITA
I hold a MA in Political Science from the Institute of Political Studies in Grenoble (France) and a MSc in Political Communication from the University of Glasgow (UK). I have previously researched the feminist movement in Scotland (Master thesis). After completing an internship at the United Nations Development Programme in Bonn this year, I have decided to pursue a PhD in gender studies. For my PhD, I would like to research feminism and decolonial approaches (but I haven’t come to decide a topic yet).


Polina Sazonova

The Transformation of the Gender Patterns in the Professional and the Private Spheres in the Middle Class of Russia
Gender Studies
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ABSTRACT
The research draws on the combination of the gender and biographical approaches and aims to identify and describe the strategies that Russian educated middle-class women use to combine roles in the public and private spheres, as well as the conditions and resources that influence the formation of that strategies. The author attempts to answer the research question: what resources (class, gender-specific, and biographical) enable Russian educated middle-class women to achieve a work-life balance.


Ina Schaum

Jüdischsein, Deutschsein, Verliebtsein. Eine Untersuchung von Liebesbeziehungen junger jüdischer Erwachsener in Deutschland.
Jewish Studies, Intersectional Feminism
email / Website at the Department for Social Sciences

ABSTRACT
Im Zentrum des Dissertationsprojektes steht die empirisch verankerte Erarbeitung einer intersektionellen, feministischen Theorie von Liebe und Liebesbeziehungen als Orte des Doing Gender in Verschränkung mit Doing Being Jewish (Jüdischsein) bzw. mit Doing Being German (Deutschsein). Was Jüdischsein und Deutschsein bedeutet und wie es konzeptualisiert werden kann, soll durch die Erhebung narrativer Interview empirisch rekonstruiert werden.
Die Dissertation hat zwei Ausgangspunkte. Der erste ist, sich Liebe als eigenständigem Forschungsgegenstand feministischer Analyse zuzuwenden. In Liebesbeziehungen – als verkörperlichte Erfahrungen von Liebe und Begehren, Macht und Dominanz – werden Geschlechterverhältnisse und andere Ungleichverhältnisse und damit zusammenhängend vergeschlechtlichte Arbeitsteilungen von care work und emotional work (re)produziert, verändert, aufgehoben oder legitimiert. Der zweite Ausgangspunkt ist die Feststellung von Kurt Grünberg in seiner Studie „Liebe nach Auschwitz“ (2000), dass Liebesbeziehungen den wohl intimsten Kontakt zwischen Nachkommen von Überlebenden der Shoah und Nachkommen von Täter*innen, Mitläufer*innen und Nazi-Sympathisant*innen im Land der Täter*innen und Opfer bilden. Vor dem Hintergrund der Shoah und der Nürnberger Gesetze von 1935, welche das sogenannte „Blutschutzgesetz“ und das Verbot von Eheschließungen und Geschlechtsverkehr zwischen Juden/Jüdinnen* und Nicht-Juden/Jüdinnen* umfassten, ist zu fragen, welche Gefühlserbschaften und Erinnerungen (active memory) an die Folgegenerationen weitergegeben werden und wie intime Beziehungen und Liebesbeziehungen davon (nicht) beeinflusst werden. Die beiden Ausgangspunkte sollen miteinander verknüpft werden, um eine kritische, intersektionelle feministische Analyseperspektive in Bezug auf Liebesbeziehungen als auch auf die komplexen Differenz- und Identitätskonstruktionen von Jüdischsein und Deutschsein einzunehmen.
Außerdem sollen forschungsethische Überlegungen in Hinblick auf Theoriebildungsprozesse, Methodenentwicklung und Ergebnisdarstellung im Kontext der „negativen deutsch-jüdischen Symbiose“ (Diner 1986) einerseits und einer feministischen Epistemologie des „situierten Wissens“ (Haraway 1988) andererseits entwickelt werden, da die individuelle, familiäre und soziale Verstrickung mit dem Nationalsozialismus keine Position der Unbeteiligtheit zulässt und eine reflektierte und selbstkritische Positionierung von mir als Forscherin verlangt.

Ina Schaum ist seit Oktober 2018 Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks.


Mathias Schneider

Männer, Flucht und Identität. Identitätskonstruktionen in Lebensgeschichten von aus Eritrea geflüchteten Männern.
Masculinity and Refugee Studies, Postcolonialism and Intersectionality
email / Website at the Department for Social Sciences

ABSTRACT
In medialen Diskursen werden geflüchtete Männer meist als kriminelle und kulturell ‚andersartige‘ Patriarchen dargestellt. Die Tendenz geflüchtete Männer als Gruppe zu homogenisieren und sie einzig unter dem Label der Kultur wahrzunehmen, findet sich auch in Teilen der Geschlechter- und Migrationsforschung wieder. Speziell in der Männer- und Fluchtforschung findet sich häufig die Annahme, dass mit der Flucht die männliche Identität zur Herausforderung wird. Die Stimmen der Männer selbst und ihre komplexen Lebensgeschichten bleiben dabei unberücksichtigt. Binder und Tošić (2003) sehen für geflüchtete Menschen den Kampf um die Anerkennung der Vielfalt der eigenen Identität als einer der größte Herausforderungen nach der Flucht an.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes steht die Frage, welche Konstruktionen von Identität in den Lebensgeschichten geflüchteter Männer zu finden sind und welche Rolle dabei verschiedene Identitätskategorien wie Geschlecht, Ethnie, Klasse und Nationalität spielen. Mit dieser Forschungsfrage möchte ich einerseits der Tendenz der Homogenisierung geflüchteter Männer verkomplizieren und andererseits die These überprüfen, ob erst durch die Flucht männliche Identitäten zur Herausforderung werden.
Um dies zu erreichen, fokussiere ich mich auf Männer, die aus einem spezifischen Fluchtkontext geflohen sind; dem bedingungslosen Militär- und Nationaldienst in Eritrea. In Eritrea ist im Gegensatz zu Syrien, Afghanistan, Iran und dem Irak nicht Krieg und Verfolgung der Hauptgrund für Fluchtmigration, sondern die Zwangsrekrutierung zum Militär- und Nationaldienst, welche hauptsächlich junge Männer betrifft.
In diesen Lebensgeschichten sollte sich zeigen, dass die Konstruktionen von Männlichkeit bereits im Kontext des Militär- und Nationaldienstes problematisch werden, da klassische ‚Marker‘ von Männlichkeit, die eigentlich erst mit der Flucht aufbrechen sollten, bereits im Dienst schwierig zu erreichen sind. Weiterhin sollte deutlich werden, dass die interviewten Männer auf Grund ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionierungen entlang von Klasse, Ethnie, Bildung, Religion und Co. verschiedene Themen in ihren Lebensgeschichten behandeln und problematisieren.


Katrin Springsgut

Zur Bedeutung sozialer Ungleichheitskategorien für Studierende mit Migrationshintergrund (Arbeitstitel)
Migration Studies, Social Inequality
email / Website at the Department for Social Sciences

ABSTRACT
Das Zusammenspiel von sozialer Herkunft und familiärer Migrationsgeschichte kann für jede/n im Einzelfall privilegierende oder benachteiligende Wirkungen an der Universität entfalten, so sind Studierende mit Migrationshintergrund oft die ersten in ihrer Familie, die studieren. Stellen sich für sie daher ähnliche Herausforderungen wie für deutsche „Arbeiterkinder“ an Hochschulen? Welche Rolle spielt hierbei das Geschlecht? Vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund gelten seit einigen Jahren als „Bildungsverlierer“ des Schulsystems – ob sich dieser Befund auch für das Studium bestätigen lässt, ist noch nicht hinreichend erforscht.
Mein Forschungsprojekt soll neue Erkenntnisse darüber liefern, wie sich die Verflechtung der sozialen Ungleichheitsdimensionen Migrationshintergrund, soziale Herkunft und Geschlecht im Hochschulbereich gestaltet und welche konkreten Auswirkungen dies für die Studierenden hat. Um diese Frage zu beantworten, werde ich Studierende in Einzelinterviews sowie Gruppendiskussionen befragen. Auf diesem Weg möchte ich individuelle und kollektive Einstellungen, Erlebnisse und Handlungsstrategien im Umgang mit Ungleichheitserfahrungen der Studierenden abbilden. Ziel meiner Arbeit ist es, eine neue Perspektive auf die Situation von Studierenden mit Migrationshintergrund zu werfen, zur Weiterentwicklung von Ansätzen zur Chancengleichheit und Diversität an Hochschulen beizutragen, als auch Impulse für die Migrations-, Geschlechter,- und soziale Ungleichheitsforschung zu geben.


Kwarkye Gyedu Thompson

Women in Local Governance; Exploring Women Traditional Leaders in ensuring Human Security at the Local Levels in Ghana.
Feminist Security Studies, Governance Studies, Human Security Studies
email

ABSTRACT
Women leaders’ contribution to human security has been recognized throughout the world. In many areas in Sub-Sahara Africa, women traditional leaders’ contribution could be traced to periods before colonial rule. In Ghana, for instance, women traditional leaders were responsible for settling disputes, maintaining law and order, performing military and religious functions in their communities. Even after independence, they still maintained active roles in the community, local, and grassroots development. Despite this recognition, research, on traditional structures and local governance are often criticized for their concentration on male traditional leaders with little recognition for their female counterparts. A few pieces of research that look at women traditional leaders often concentrate on issues such as gender, discrimination, and domestic violence without necessarily detailing their roles in local governance.

It is against this background that my work proposes to bridge the knowledge gap by analysing women traditional leaders in improving human security at the local levels in Ghana. This will be done by (1) Tracing the historical perspectives that undertones women traditional leaderships before, during and after colonialism. (2) Exploring the relevance and contributions of women traditional leaders in Ghana. (3) Identifying the kind of interventions that support women traditional leaders in human security in Ghana and how to operationalize these interventions. (4) Exploring the most effective ways to encourage women traditional leaders in the political space of participation dominated by patriarchy. While using the feminist development theory, I will also be interested in using the seven pillars of human security developed by the UNDP in 1994 as analytical tools. My work will employ mainly ethnographic research methods and techniques over a period of 13 months in two districts in Ghana. It is the hope of this research to provide insights into what female traditional leaders bring on board the development agenda.


Neha Vyas

Redefining Work: An Interplay between Feminist Economics and Employment Laws towards achieving gender justice in India
Employment Law, Feminist Economics, Atypical & Care Work
email

ABSTRACT
Women are sometimes compelled to accept precarious work because they have to cater to the unpaid care work which stems from family obligations. Precarious work which includes part time work, agency work, etc. is more prevalent amongst women, by default, than it is amongst men. There are a lot of issues faced by non standard employment/ atypical work workers as compared to workers in full time/standard employment and since women are more likely to accept such employment it is more gendered in nature. There is a need to look into the labour law policy through a feminist perspective not only to improve the conditions of women in non standard employment but moving from precarious work to full time work by making work conditions suitable for women. This study will focus on the issues related to precarious work, the need for recognising unpaid care work attributed to women, as an issue giving rise to precarious work and the ways to combat the same through feminisation of workplace. Progress relating to improvement in non standard employment in European Union is rapid because the European Employment Strategy promotes the use of non standard forms of work as a means of boosting labour supply. Moreover, when it comes to degenderizing employment in the atypical work sphere, radical steps have been taken by most of its member nations. This study shall take European Union as a comparator due to the fact that European Union is so advanced in this sphere of non standard employment and anti discrimination. Despite such progress, European Union member nations are still striving for achieving the decent work standards set by International Labour Organisation, which along with the quality of employment also focuses on gender neutral employment policies for the betterment of economy through fair labour law legislations. In India, issue relating to precarious work has not been given any special attention in the formal as well as informal sector. So far as unpaid care work is considered, that has not been challenged at all. It is futile to discuss the theory of feminism to be included in framing a labour law policy without substantiating it with practical application and there comes the role of feminist economics, which will study the impact of such inclusion in the specific economic context of current-day India. Law plays an important role in making social changes; it is one of the instruments to do so. This study shall address all the challenges faced by women when it comes to transition from unpaid care work to precarious work and later on towards full time employment, thereby breaking the male breadwinner model existing in our society.


Caprice Weissenrieder

Career success of women in Germany – the importance of influence tactics
Management, Career Studies
email / Website at the Department for Economy and Law (Frankfurt University of Applied Sciences)

ABSTRACT
Interest in the careers of women is still highly relevant and remains an often-discussed topic amongst both scholars and practitioners. Despite several decades of legislative reform and government intervention combined with considerable efforts from advocacy groups, women remain significantly under-represented in the higher echelons of organisations. This situation leads to a remarkable paradox: a high number of well-trained and educated women that do not achieve the same career success as men but are often labelled as a hidden and under-utilised resource within organisations.
A central proposition underpinning this research is rather than describing obstacles women face, research should focus on factors that help women to get ahead (Baskerville Watkins & Smith, 2014; Shaw & Leberman, 2015). For decades, commentators have realised that successful individuals have employed tactics to aid their advancement (Orpen, 1994; Rasdi, Garavan, & Ismail, 2011); reflecting engagements to influence and manipulate the system that is responsible for career decisions (Orpen, 1994; Pazy, 1988). In fact, Mackenzie Davey (2008, p. 650) claims that “…political processes are seen as fundamental to gender… because political activity is seen as gendered and masculine…is part of the informal system which constructs organization from which outsiders are excluded; and…is linked to the performance, achievement and maintenance of power.”. Thus, career processes are politically-charged and to succeed, women need to influence key stakeholders and negotiate political structures responsible for career decisions in order to overcome male privilege in the workplace.
In particular, the project considers the relationship between political skill, self-efficacy and perceived organisational support as factors contributing to women’s career success. While many studies have highlighted the significance of coaching and mentoring for women, this study underlines the importance of self-efficacy to women’s career success. Research has already indicated the importance of high self-efficacy beliefs to career success, yet socialisation and gender roles seem to sometimes undermine the development of strong self-efficacy beliefs amongst many women. This in turn affects how women see themselves leading to the formation of intrinsic career barriers and reduced career ambitions.
In addition, the study also examines the importance of perceived organisational support (POS) to women’s career development. While POS has been shown to  increase the affiliation of individuals to the organisation, little research has been done to establish the influence of POS on the career success of women. Consequently, more research is needed to understand the role that POS plays in affecting perceptions of how women feel valued and supported within the organisation.