Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquium: „Transformationen biopolitischer Grenzen: am Beispiel intersektionaler Lebens- und Todespraktiken zu Trans*“ mit Tamás Jules Fütty

11.12.19

Der Vortrag Transformationen biopolitischer Grenzen: am Beispiel intersektionaler Lebens- und Todespraktiken zu Trans*von Tamás Jules Fütty findet am 11.12.2019 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Transformationen biopolitischer Grenzen: am Beispiel intersektionaler Lebens- und Todespraktiken zu Trans*

Vortragssprache: Deutsch

Das Zweigeschlechtermodell ist schon lange umkämpfter Schauplatz von Transformationen sowie Versuchen der Fixierung binärer Identitätskonzepte. In diesem Vortrag geht es um die Frage, was Normen mit Geschlecht, Gewalt, Staatlichkeit und Biopolitik zu tun haben. Es wird argumentiert, dass das Spannungsfeld zwischen der Aufrechterhaltung des binären Geschlechtersystems sowie gegenwärtigen Transformationen als Verbindung der Foucaultschen Disziplinarmacht und Biomacht verstanden werden kann.

Dabei wird ein erweitertes Gewaltverständnis im Kontext von Lebens- und Todespraktiken begründet: als normative und intersektionale Gewalt, die v.a. über Recht und Medizin institutionell verankert ist und ungleiche Lebenschancen für Trans* und nicht-binäre Menschen hervorbringt. Innerhalb bestehender Sicherheitsdispositive und Grenzregime sind mehrfachdiskriminierte Trans* und nicht-binäre Menschen besonders stark gegenüber lebensbedrohlicher Gewalt und vorzeitigem Tod exponiert. Die Gefährdung durch rassifizierte und ökonomische Gewalt zeigt sich insbesondere darin, dass die herausragende Mehrheit der registrierten Morde an Trans* und nicht-binären Menschen weltweit an (migrantischen) Trans*Sexarbeiter*innen und Trans*Menschen of Color verübt wird. Auch Racial Profiling, der verwehrte Zugang zu gewünschter Gesundheitsversorgung oder die Abdrängung auf den irregulären Gesundheits- und Arbeitsmarkt werden als langsame Todespraktiken beleuchtet.

TAMÁS JULES FÜTTY ist Politikwissenschaftler (MA), promovierter Genderforscher und lehrt aktuell zu Gender, Diversität und Migration an der Universität Kiel. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Gender, Queer und Trans Studies, Gewaltforschung, Intersektionalität und Biopolitik. Seine Dissertationspublikation ’Gender und Biopolitik. Normative und intersektionale Gewalt gegen Trans*Menschen’ ist vor kurzem beim transcript Verlag erschienen.

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191
11.12.2019, 18-20 Uhr c.t.

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Bettina Kleiner, Marianne Schmidbaur, Franziska Vaessen, Tina Breidenich
Koordination: Lucas Schucht

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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