Cornelia Goethe Centrum

Dagmar Herzog: Feminismen und Sexualpolitik. Die #metoo-Bewegung und ihre Kritiker*innen

12.12.18

Der Vortrag von Dagmar Herzogzum Thema „Feminismen und Sexualpolitik. Die #metoo-Bewegung und ihre Kritiker*innen‘ findet am 12.12.2018 am Campus Westend im Casino, Renate von Metzler-Saal (Raum 1.801) von 18-20 Uhr c.t. statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

“Die Patriarchen stürzen vom Sockel, aber das Patriarchat ist stärker denn je.” So konstatierte nüchtern die renommierte feministische Journalisti n Susan Faludi das Paradox der unzureichenden Erfolge der #metoo-Bewegung seit ihrer Entstehung 2017. Wie passt die Bewegung in divergierende Tendenzen der Gegenwart – andauernde sexuelle Liberalisierung einerseits, aber aggressive rechtslastige Rollbacks andererseits, gegen weibliche Selbstbestimmung sowie auch gegen die staatlichen Wohlfahrtsleistungen, auf die weit mehr Frauen als Männer angewiesen sind? Wie ist die merkwürdige Diskrepanz des Erfolgs der #metoo-Anklagen zu erklären, wenn republikanische Politiker wie der Präsident im Amt bleiben, aber wichtige Kritiker der gegenwärtigen Regierung wie der jüdische Senator Al Franken oder der afroamerikanische Kongressabgeordneter John Conyers entmachtet sind? Dieser Vortrag untersucht die beunruhigten und differenzierten Argumente sogenannter “pro-Sex” feministischer, queerer und antirassisti scher Kritiker*innen der Bewegung und fragt nach der möglichen Einordnung des #metoo-Phänomens in historische intrafeministische Konflikte und Ambivalenzen rund um Sexualität.

DAGMAR HERZOG ist Distinguished Professor of History am Graduate Center der City University of New York. Publikationen u.a.: Die Politisierung der Lust (2005), Sexuality in Europe (2011), Cold War Freud: Psychoanalysis in an Age of Catastrophes (2017) sowie (im Erscheinen): Lust und Verwundbarkeit: Zur Zeitgeschichte der Sexualität in Europa und den USA (2018) und Unlearning Eugenics: Sexuality, Reproduction and Disability in Post-Nazi Europe (2018).

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