Cornelia Goethe Centrum

Rat für Migration Jahrestagung 2020: Kritik rassistischer Praktiken. Wissenschaftliche und politische Perspektiven

Von 12.11.20 bis 13.11.20

Am 12. und 13. November 2020 findet in Frankfurt am Main die Jahrestagung des Rates für Migration statt. Dieses Jahr lautet das Thema der Tagung

Kritik rassistischer Praktiken. Wissenschaftliche und politische Perspektiven

Die Ermordung des US-Amerikaners George Floyd durch einen Polizisten hat in diesem Jahr der weltweiten antirassistischen Protestbewegung Black Lives Matter einen starken Anschub gegeben. Dass Rassismus und Antisemitismus auch in der deutschen Gesellschaft wirksam sind, haben nicht erst die jüngsten Morde in Hanau, Kassel und Halle gezeigt.

Dennoch: Im deutschsprachigen Raum ist die Verwendung des Ausdrucks Rassismus durch das historische Wissen über den Nationalsozialismus geprägt. Dies erschwert häufig, dass die Analysekategorie Rassismus zur Untersuchung von Gegenwartsverhältnissen Verwendung findet. Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind Begriffe der deutschen Debatte, die auf rassistische Routinen, Bewegungen und Praktiken bezogen sind. Ihre Verwendung trägt allerdings zuweilen dazu bei, rassistische Normalität zu de-thematisieren und gesellschaftlicher Kritik zu entziehen.

Rassismus äußert sich nicht nur in geschlossener Ideologie und manifester Gewalt bis hin zu Morden, sondern in alltäglichen und gewöhnlichen Praktiken. Rassismus ist Teil sehr unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche (z.B. Schule, Sicherheitsbehörden, Wissenschaft). Deshalb kommt es darauf an, die komplexe Wirksamkeit und Normalität rassistischen Denkens und Handelns sowie rassistischer Narrative zu erfassen. Die internationale sozialwissenschaftliche Rassismusforschung arbeitet dazu mit einem Rassismusbegriff als analytischer Kategorie. Sie untersucht, wie Strukturen und Prozesse in Institutionen und alltäglichen Interak- tionen der Subjekte zu Rassismen führen, ohne dass damit immer explizit rassistische Absichten verbunden sein müssen.

Die Jahrestagung des Rats für Migration im November 2020 widmet sich der Analyse der Wirkmächtigkeit von Rassekonstruktionen in Politik und Wissenschaft. Sie diskutiert Möglichkeiten, diese Wirkmächtigkeit zu mindern und verfolgt die folgenden Hauptfragen: Welche Formen nimmt Rassismus an? Welche Bedingungen begünstigen ihn? Welchen Beitrag leistet Rassismusforschung zur Analyse dieser Situation? Wo liegen die Grenzen der Erklärungskraft der Rassismusforschung? Was sind tragfähige Konzepte des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen Rassismus mit besonderem Schwerpunkt auf Wissenschaft und politischer Gestaltung?

Programm & Anmeldung

Das Programm der Tagung kann auf der Webseite des Rats für Migration abgerufen werden. Die Anmeldung kann bis 31.10.2020  auf der Veranstaltungsseite der Jahrestagung vorgenommen werden.

Aktuelle Hinweise zur Jahrestagung und COVID-19 // Livestream

Die Tagung findet unter den Auflagen zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Covid-Virus SARS-CoV-2 statt. Das bedeutet, dass die Veranstaltung vor Ort auf eine Teilnhemer*innenzahl von lediglich 50 Personen beschränkt ist. Die äußerst knapp bemessene Anzahl an Plätzen wird durch ein Streamingangebot ausgeglichen, welches Ihnen die Möglichkeit geben wird, sich ortsunabhängig live zur Veranstaltung zuzuschalten. Die Anmeldung für den Livestream ist auf der Veranstaltungsseite möglich.

Zeit & Ort

Termin
12. und 13. November 2020

Veranstaltungsort
Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
PA-Gebäude
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
60629 Frankfurt am Main

Theodor-W.-Adorno-Platz 1,
Frankfurt am Main,
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