Cornelia Goethe Centrum

Queere Ringvorlesung – „Queergehört!“

Die Queere Ringvorlesung „Queergehört!“ ist eine studentisch organisierte Vortragsreihe, die das akademische Lehrangebot durch queere und postkoloniale Theorie, sowie Intersektionalität ergänzt. Organisiert durch das Autonome Queerfeministische Schwulenreferat bietet die Ringvorlesung nun schon seit mehreren Jahren ein abwechslungsreiches Angebot an Themen und Vorträgen, die sich kritisch und konstruktiv mit  Vielfalt, Sexualität_en und gesellschaftspolitischen Zusammenhängen auseinandersetzen. Queer, postkolonial, feministisch: Die Ringvorlesung setzt sich kritisch mit Normativierungs- und Normierungsmechanismen in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft auseinander. Die verschiedenen Vorträge verknüpfen dabei Analyse und Handlungsoptionen – und erbringen immer wieder Einblicke in die Arbeit der Referent*innen. Dabei werden gleichzeitig Themenbereiche rund um Diversity, Antidiskriminierungs- und Beratungsarbeit vorgestellt, die auch für die Berufsorientierung vieler Studierender von Interesse sind. Intersektionalität: Komplexe Zusammenhänge zwischen verschiedenen Formen und Ebenen von Diskriminierung und Ausgrenzung werden in der Ringvorlesung sichtbar gemacht und  anhand von Perspektivwechsel und Analyse verständlich. Akzeptanz und eine respektvolle Kommunikation sind Grundsätze der Queeren Ringvorlesung. Die gemeinsame Diskussion der vorgestellten Inhalte ist ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung. Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind herzlich eingeladen an der Ringvorlesung teilzunehmen. Da die wöchentlichen Vorträge unterschiedliche Themen behandeln, könnt ihr jederzeit neu einsteigen und auch mal für einzelne Termine vorbeikommen. Erscheint zahlreich und bringt Eure Freund*innen mit. Wir freuen uns auf Euch!

Zeit und Ort

Goethe-Universität, Campus Westend,
Max-Horkheimer-Straße 4
Seminarhaus, SH 1.109
jeweils dienstags, ab 18 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Weitere Infos unter: http://www.queergehoert.de/

Titel im WiSe 2019/20

Perspektiven der Selbstbestimmung. Ein selbstbestimmtes Leben und seine strukturellen Einschränkungen

Einzeltermine

4
Feb
18:00 bis 20:00
SH 1.109
04.02.20

People of color wird in der öffentlichen Debatte meistens nur dann Gehör geschenkt, wenn sie über ihre Rassismuserfahrungen sprechen. In all diesen Diskursen wird damit ein reduktives Bild vermittelt und die einzige Daseinsberechtigung, die diesen Stimmen eingeräumt wird, ist in Bezug zu weißen Menschen.

Wenn people of color sich hingegen weigern, ihr Dasein nur in Beziehung zu Weißen zu begreifen, sich weigern, diese Brücken zu schlagen und Weißsein zu zentrieren, kommt der Vorwurf, dass sie nur um sich selbst kreisen und „identity politics“ für eine kleine Gruppe machen würden, die für alle anderen uninteressant wäre.

Nur selten werden rassistische und sexistische Erfahrungen als ein soziologischer Blick in die Gesellschaft betrachtet, der Menschen Expertise darüber verleiht, wohin sich eine Gesellschaft bewegt. Sara Hassan hat jahrelang in weiß dominierten Kontexten gelebt und gearbeitet und spricht seit 2018 in ihrem feministischen, dekolonialen Podcast „Vocal about it“ über die Wirkmechanismen von sexistischen und rassistischen Unterdrückungsmechanismen. In diesem Beitrag spricht sie darüber, was es bedeutet, sich von diesen Strukturen loszusagen, seinen Geist zu dekolonialisieren und wie man sich sein Anderssein zurückerobern kann.

5
Feb
All day long
SH 1.109
05.02.20

Der Beginn der #metoo-Bewegung ist zwei Jahre her. Damit ist ein Riss durch die Gesellschaft gegangen, der nicht mehr umkehrbar ist. Und im öffentlichen Diskurs geht es immer wieder um die berüchtigte Grauzone, in der man angeblich nicht wüsste, welche Regeln denn nun gelten. Die Autorinnen Sara Hassan und Juliette Sanchez-Lambert haben deswegen mit „It’s not that grey“ ein Buch geschrieben, das durch diese Grauzone führt. Ihr Fazit: So grau ist sie am Ende gar nicht. Denn wenn man die andere, sonst immer vernachlässigte Perspektive Betroffener betrachtet, werden viele Aspekte sehr deutlich. Betrachtet man Hierarchien, Abhängigkeitsverhältnisse, das Verhalten Dritter und klassische Strategien, die Belästiger_innen anwenden, lässt sich normales Verhalten von missbräuchlichem unterscheiden. Dafür haben die Autorinnen das „Red Flag System“ entwickelt, eine Methode um Belästigung frühzeitig erkennen zu können und so Handlungsspielraum zu bekommen. Im Rahmen dieses Workshops können Teilnehmer_innen durch eine klassische Fallstudie von Machtmissbrauch an einer Bildungsinstitution ihre eigenen „Red Flags“ abstecken, gemeinsam problematische Verhaltensweisen und Strukturen dekonstruieren und erarbeiten, was es braucht, um Wandel im akademischen Raum voranzutreiben.

11
Feb
All day long
SH 1.109
11.02.20

Klitoris ist kein völlig unbekannter Begriff, doch was sich dahinter tatsächlich verbirgt, wissen die meisten trotzdem nicht, denn die Klitoris wird in der Sexualaufklärung – wenn überhaupt – nur oberflächlich behandelt. Die Clit Night ist ein Workshop für alle, die Interesse haben etwas mehr über Genitalanatomie zu lernen und die vermeintlichen Wissenslücken in unserer Gesellschaft diesbezüglich kritisch zu hinterfragen. Wir erarbeiten Basiswissen über die Anatomie und werfen einen kulturhistorischen Blick auf die Rezeption der Klitoris von der Antike bis heute. Außerdem bietet der Workshop einen Raum für Fragen rund um Sexualität, Sex-Positivität, Geschlechtergerechtigkeit, Wissensproduktion und Gesellschaft.

Zu Louisa Lorenz
https://www.louisalorenz.de/about

Weitere Infos zur Clit Night:
www.facebook.com/klitnite
www.instagram.com/clitnight