Cornelia Goethe Centrum

Transitions – intersektionelle Analysen.

Helma Lutz anlässlich ihrer Verabschiedung (2021 © CGC)

Eine Rede von Helma Lutz anlässichlich ihrer Verabschiedungstagung am 28.10.2021 in Bad Homburg.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde und Freundinnen, liebe Anwesende,

Transitionen – Übergänge – so haben Marianne Schmidbaur und ich diesen Tag genannt – und so möchte ich heute am Schluss auf meine Zeit an dieser Universität und auf einige Transitionen in der Debatte über Intersektionalität zurückschauen und die Frage stellen, wo wir heute stehen. Um es schon vorwegzusagen:

Die Diskussion über soziale Ungleichheit, die Verknüpfung von Sexismus, Rassismus und diversen andere Unterdrückungs- und Diskriminierungsformen ist heute so virulent wie selten zuvor.

Gleichzeitig ist sie sehr viel komplexer geworden als sie je zuvor war. Hier folgt also ein Blick zurück aus biographischer Sicht, der nicht in Frankfurt anfängt, aber dort endet:

Als ich im September 1985 aus Westberlin nach Amsterdam übersiedelte, um an der Universität von Amsterdam eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Center for Race and Ethnic Studies anzutreten und dort eine Forschung durchzuführen, die sich mit der Situation von türkischen Migrantinnen mit akademischer Bildungsbiographie auf dem deutschen und niederländischen Arbeitsmarkt beschäftigte, war mir nicht klar, wie stark sich mein Weltbild und mein Blick auf Gesellschaft verändern würde. Die Auseinandersetzungen über Rassismus in der Wissenschaft und Praxis, die in Deutschland nur an sehr wenigen Universitäten geführt wurden, standen in Amsterdam bereits früher im Mittelpunkt der Debatten. Schwarze Frauen und Migrantinnen hatten seit einiger Zeit Rassismus im Alltag zum Thema gemacht und die gängigen Analysekategorien in Frage gestellt. Die – heute würden wir sagen – weiße Feministin Anja Meulenbelt brachte 1986 das Buch De ziekte bestrijden, niet de patiënt. Over seksisme, racisme en klassisme (Die Krankheit bekämpfen und nicht den Patienten.) heraus, in dem sie die Ausgrenzungsmechanismen von Sexismus, Rassismus und Klassismus analysierte und vor allem die Frauenbewegung dazu aufrief, sich damit auseinanderzusetzen.

Von Audre Lorde habe ich gelernt, dass Wut eine ambivalente Kraft ist, die im schlechtesten Fall zerstörerisch, aber im besten Fall auch produktiv sein kann. Sie kann aufrütteln, zur Reflektion und zum Nachdenken über den eigenen Platz in der Wissenschaftswelt anregen.

Dass diese Beschäftigung nicht ohne heftige Debatten verlief, kann man sich vorstellen. Ich erinnere mich auch in unserem Centrum an Vorwürfe und an Spaltungen im Team, an Wut und an Tränen. In dieser Zeit hielt Audre Lorde einen Vortrag am Center, und von ihr habe ich gelernt, dass Wut eine ambivalente Kraft ist, die im schlechtesten Fall zerstörerisch, aber im besten Fall auch produktiv sein kann. Sie kann aufrütteln, zur Reflektion und zum Nachdenken über den eigenen Platz in der Wissenschaftswelt anregen. Meine Position als weiße Frau war dabei immer ambivalent, da ich Wut über institutionelle und alltägliche Diskriminierungen nachvollziehen konnte; diese wurden z.B. auch in den Interviews mit meinen türkischen Interviewpartnerinnen thematisiert. Schmerzlich waren dagegen Verwerfungen auf persönlicher Ebene, die eine Auseinandersetzung über meine Position als weiße Wissenschaftlerin herausforderten und mich bis heute beschäftigen – ich komme am Schluss darauf zurück.

Bevor ich im Jahr 2007 die Nachfolge von Ute Gerhard an der Goethe Universität antrat, war ich in den Jahren 1997 bis 1999 bereits zwei Jahre lang als Vertretungsprofessorin am Fachbereich Erziehungswissenschaften beschäftigt. Ich wurde damals von Ute Gerhard, Brita Rang, Susanne Opfermann und Heide Schlüpmann herzlich willkommen geheißen und zur Mitarbeit eingeladen. Im Juni 1997 wurde das Cornelia Goethe Centrum, das damals noch Zentrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse hieß, gegründet – und ich war dabei. Im Rahmen des Zentrums bekam ich dann die Möglichkeit, im November 1998 einen Workshop zum Thema Ethnizität, Differenz und Geschlechterverhältnisse durchzuführen. Gemeinsam mit Karin Amos und Encarnacion Gutierrez-Rodriguez, die damals noch studierte und heute Professorin in Gießen ist, organisierten wir eine zweitägige Tagung, die sich mit der Konzeptualisierung der Begriffe ‚Ethnizität‘ und ‚Gender‘ beschäftigte. Neben deutschen und niederländischen Kolleg*innen haben wir Kolleg*innen aus Großbritannien eingeladen, um mit uns über die Geschichte der Debatten zum Thema Differenzen und den Umgang mit der wissenschaftlichen Konzeptualisierung von ‚Ethnizität‘/‚Kultur‘ in Deutschland, und den Niederlanden zu befassen und uns mit der in der britischen Genderforschung bereits geführten Auseinandersetzung über die Ko-Konstitution und Verknüpfung von race-class-gender zu beschäftigen. In ihrem Einführungsvortrag stellte Birgit Rommelspacher fest, dass die Besonderheit der deutschen Debatte darin bestehe, dass hier Rassismus ohne den Nationalismus und Antisemitismus nicht diskutiert werden kann. Im alltäglichen Sprachgebrauch werde Rassismus mit den nationalsozialistischen Verbrechen verknüpft und damit immer mit seiner Extremform identifiziert, wodurch Diskussionen über subtile Formen, etwa den Alltagsrassismus, erschwert würden. In ihrem Rückblick auf die vor allem in Westdeutschland geführten feministischen Debatten stellte sie fest, dass es nach wie vor schwierig sei, die Involviertheit von Frauen in antisemitische Diskurse und Praktiken wie auch den Einfluss des deutschen Kolonialismus auf aktuelle Narrative zu thematisieren: „Der deutsche Kolonialismus verschwindet quasi hinter dem Nationalsozialismus als gleichsam geringeres Übel. Indem dem deutschen Kolonialismus eine marginale Rolle zugeschrieben wird, kann auch die Rassismusdebatte nicht eigentlich aufgegriffen werden“ (1999: 22).  Diese Lähmung, die sie 1998 so klar anspricht, hat die feministischen sowie die gesamtgesellschaftliche Debatte in Deutschland über viele Jahrzehnte gekennzeichnet, und ich würde sagen, sie ist trotz vieler Proteste und Aktionen etwa im Kontext der Black Lives Matter-Bewegung auch heute noch nicht verschwunden.

Zur damaligen Theoretisierung der Verknüpfungen verschiedener sozialer Platzanweiser (race-class-gender) hat vor allem die britische und die US-amerikanische Genderdebatte beigetragen. So etwa das Buch von Nira Yuval-Davis und Floya Anthias von 1992 Racialized boundaries. Race, nation, gender, colour and class and the anti-racist struggle, in dem sie die lange Zeit genutzte Charakterisierung der ‚triple oppression‘ von Schwarzen Frauen und Migrantinnen als doppelt oder dreifach unterdrückt zurückwiesen und stattdessen einen intersektionalen Ansatz entwickelten, der dem Zusammenspiel von Unterdrückungs- und Ausgrenzungsformen gerecht werden sollte.

Die Tagung Postkolonialismus und Erinnerungskultur 2004 war ein Versuch, das Fehlen des Kolonialismus in der deutschen, aber auch der niederländischen Erinnerungskultur zu beleuchten und damit eine Geschichte, die vom Nationalsozialismus verdeckt wird, zu beleuchten.

H. Lutz & Kathrin Gawarecki (Hg.): Kolonialismus und Erinnerungskultur (2005)

Von Oktober 1999 bis Oktober 2007 war ich an der Universität Münster im Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaft beschäftigt. Von diesen acht Jahren verbrachte ich allerdings ein Jahr als Gastprofessorin an der Universität Hildesheim, einen Monat an der Sorbonne, Paris sowie ein Jahr als Fellow am Netherlands Institute for Advanced Studies. In Münster organisierte ich im April 2004 zusammen mit Katrin Gawarecki die Konferenz Postkolonialimus und Erinnerungskultur: Blinde Flecken im kollektiven Gedächtnis der Niederlande und Deutschlands?. Tagungsanlass war die Tatsache, dass sich zum 100. Mal der Aufstand südafrikanischer Völker, der Nama und Hereros gegen die Kolonialherrschaft im heutigen Namibia jährte, der als erster Genozid des 20. Jahrhundert in die Geschichte einging. Diese Tagung war ein Versuch, das Fehlen des Kolonialismus in der deutschen, aber auch der niederländischen Erinnerungskultur zu beleuchten und damit eine Geschichte, die, wie Birgit Rommelspacher gesagt hatte, vom Nationalsozialismus verdeckt wird, zu beleuchten. Wir stellten damals fest, dass in diesem Bereich ein ganzes Feld wissenschaftlicher Forschung brachliegt. Personen wie etwa der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka in seinem Essayband Die Last des Erinnerns warfen den ehemaligen Kolonialstaaten vor, keine Aufklärungs- und Erinnerungsbereitschaft in Bezug auf diese ihre ‚andere‘ Vergangenheit zu entwickeln. Er fand damals kaum Gehör. Der 2005 erschienen Tagungsband soll zu meiner großen Freude übrigens im Januar 2022 vom Waxmannverlag über Open Access zugänglich gemacht werden.

In meine Münsteraner Zeit fällt die erste Beschäftigung mit den Arbeiten von Patricia Hill-Collins (matrix of domination) und Angela Davis (women, race and class), Vorläuferinnen der Intersektionalitätsdebatte, und mit der Arbeit von Kimberlé Crenshaw, der ‚Mutter‘ des Begriffs Intersektionalität. Crenshaw hatte mit dem Begriff der Straßenkreuzung, auf der sich Rassismus, Sexismus und soziale Klassendiskriminierung überschneiden, eine Metapher gefunden, die über ihren akademischen Gebrauch hinaus eingängig war und in vielen akademischen und außer-akademischen Bereichen aufgegriffen wurde. Crenshaws Überlegungen fanden dann z.B. Eingang in den Sammelband Unterschiedlich Verschieden. Differenz in der Erziehungswissenschaft, den ich mit Norbert Wenning herausgegeben habe, oder in dem Aufsatz Sitting at a Crossroad (2002), den ich zusammen mit Marianne Krüger-Potratz geschrieben habe; in dem Sammelband Biographieforschung im Diskurs (2005) haben Kathy Davis und ich erstmals den Versuch unternommen, das Potential von Intersektionalität als qualitative Analysemethode zu evaluieren und konturieren. Dabei wurde klar, dass die Operationalisierung von ‚Intersektionalität‘ für die gesellschaftliche Analyse keineswegs einfach ist.

Heute noch finde ich in diesem Zusammenhang ein Zitat von Donna Haraway wichtig, die bereits 1991 über die Fallstricke feministischer Erkenntnisproduktion folgendes schrieb:

It has seemed very rare for feminist theory to hold race, sex/gender, and class analytically together – all the best intentions, hues of authors, and remarks in prefaces notwithstanding. In addition, there is as much reason for feminists to argue for a race/gender system as for a sex/gender system, and the two are not the same kind of analytical move. And, again, what happened to class? The evidence is building of a need for a theory of ‘difference’ whose geometries, paradigms, and logics break out of binaries, dialectics, and nature/culture models of any kind. Otherwise, threes will always reduce to twos, which quickly become lonely ones in the vanguard. And no one learns to count to four. (Haraway, 1991: 129)

Dieses Zitat ist 30 Jahre alt, aber aus meiner Sicht ist es aktuell wie nie, denn es stellt sich immer wieder die Frage: Wie lernen wir bis vier zu zählen?

Helma Lutz während ihrer Antrittsvorlesung auf der Tagung „Celebrating Intersectionality“ (2009 © CGC)

Sechzehn Monate nachdem ich die Professur für Frauen und Geschlechterforschung an der Goethe Universität angetreten hatte, hielt ich meine Antrittsvorlesung im Januar 2009 zur Eröffnung der internationalen Konferenz Celebrating Intersectionality? Debates on a multi-faceted concept in Gender Studies. Damals waren die Stimmen in den Gender Studies noch sehr gespalten: Während z.B. meine Mitarbeiterinnen, Linda Supik und Maria Teresa Herrera-Vivar begeistert waren und sehr viel Zeit in das Projekt investiert haben, gab es Kolleginnen, die der Meinung waren, das Konzept Intersektionalität ziele darauf ab, die Kategorie Gender an den Rand zu drängen; dies werde, so ihre Befürchtung, die Autorität des noch jungen Feldes der Gender Studies in Deutschland untergraben und könne langfristig zur Abschaffung der Gender Studies im Allgemeinen führen (siehe Lutz et al. 2010). Diese Befürchtung hat sich zum Glück – bislang jedenfalls – als unbegründet erwiesen. Stattdessen hat die Debatte über Intersektionalität Fahrt aufgenommen und ist nicht nur in den Gender Studies und im politischen Feld mittlerweile fest verankert. Ein Beispiel aus der kommunalen Frankfurter Politik: Mirrianne Mahn, heute Stadtverordnete der Frankfurter Grünen Fraktion, warb in den Kommunalwahlen für sich mit dem Plakat: Mein Feminismus ist Intersektional.

Auch heute noch stellt sich jedoch die Frage: Warum ist der Begriff und das Konzept Intersektionalität in Deutschland so erfolgreich aufgenommen worden, obwohl hier die Debatte über Rassismus im wissenschaftlichen Feld, vor allem in der Soziologie, nach wie vor als problematisch gilt?

Eine Erklärung, die mir einleuchtet, ist die von Myra Marx Ferree (2013), die schreibt, dass gerade im Vergleich zu früheren Begriffen wie Matrix of Domination oder multiplikative Unterdrückungen Intersektionalität als Label ein Abstraktionsniveau mit einem beruhigenden Anschein von Wertneutralität verband (Marx-Ferree 2013: 379). Für die deutsche Debatte war das Konzept, so Marx-Ferree vorteilhaft, gerade weil das Konzept race darin nicht sichtbar und hörbar auftaucht:

Intersectionality in its very non-specificity allowed a flexible adaptation of the concept to be connected to gender and class: race need not mean race ‘in the American sense’ for the consideration of gender, class and race to encompass addressing ‘otherness’ in theoretical terms (Myra Marx- Ferree 2013: 380).

Cornelia Klinger, Nikita Dhawan, Kimberlé Crenshaw und Jeff Hearn bei der Tagung „Celebrating Intersectionality?“ (2009 © CGC)

Das Konzept verbreitete sich in den folgenden zwei Jahrzehnten in Deutschland sehr schnell, aber es gab auch heftige Kritik daran, dass Intersektionalität nach seiner transatlantischen Reise missbraucht, oder mit Crenshaws Worten zu einem Avatar wurde. So schrieb sie, sie habe das Gefühl, dass die Bemühungen, Intersektionalität für den universellen Konsum neu zu verpacken, eine Re-Marginalisierung Schwarzer Frauen zur Folge habe. Darin spiegele sich ein fataler Übertragungsfehler ihres zentralen Arguments: Dass nämlich Repräsentationen von Geschlecht, die race-less sind, also nicht auf race rekurrieren, als Universalkategorie besser taugen im Vergleich mit denen, die race-spezifisch sind. (Crenshaw 2011: 224). In ähnlicher Weise warnten Umut Erel, Encarnacion Gutierrez Rodriguez u.a., britisch-deutsche Wissenschaftler*innen in On the Depoliticisation of Intersectionality Talk: Conceptualising Multiple Oppressions in Critical Sexuality Studiesdavor, dass Intersektionalität in der deutschen akademischen Welt in Mode gekommen sei, aber dabei raceverleugnet wurde: „So bleibt diese Analyse in Bezug auf ‚race‚ und ‚Ethnizität‘ oberflächlich: Sie spielen weitgehend die Rolle von leeren Signifikanten in einer Liste von ‚zufällig zugeschriebenen‘ Unterschieden.“(Erel et al. 2010:280, meine Übersetzung).

Aus meiner Sicht müssen die historischen Unterschiede bedacht werden, die den Rassismus in Deutschland von der Kolonialzeit über den Faschismus bis in die post-migrantische Gesellschaft hinein kennzeichnen, und die heute dazu führen, dass wir nicht von dem Rassismus im Singular sprechen können, sondern wir müssen die Multiplizität von Rassismen anerkennen, zu den denen sowohl der Antisemitismus und der gegen Schwarze Menschen gerichtete Rassismus wie auch der anti-muslimische, der anti-slawische, der Rassismus gegenüber Sinti und Roma gehören.

Ihre Analyse wurde später von Sirma Bilge (2013) aufgegriffen. Bilge erklärte die Frankfurter Konferenz als den Beginn der ‚Weiß-Machung‘ von Intersektionalität, diese verwische ihre Anfänge in der Schwarzen feministischen Theorie. In die gleiche Richtung argumentiert Gail Lewis (2013): „Wenn Feminist_innen in einigen Teilen Europas scheinbar unkritisch die Position reproduzieren, dass Rasse unsagbar und ohne analytischen Nutzen im zeitgenössischen europäischen Kontext ist, kann dies als ein Akt epistemologischer und sozialer Auslöschung empfunden werden – Auslöschung sowohl der zeitgenössischen Realitäten intersektionaler Subjekte als auch der Geschichte ‚rassischer Kategorien‘ und rassifizierender Prozesse in ganz Europa“ (Lewis, 2013: 880, meine Übersetzung). Ich verstehe diese Einwände und gebe denen Recht, die die anhaltende Abwehr gegen die Befassung mit race und Rassismus in der akademischen Debatte in Deutschland kritisieren. Aus meiner Sicht müssen allerdings die historischen Unterschiede bedacht werden, die den Rassismus in Deutschland von der Kolonialzeit über den Faschismus bis in die post-migrantische Gesellschaft hinein kennzeichnen, und die heute dazu führen, dass wir nicht von dem Rassismus im Singular sprechen können, sondern wir müssen die Multiplizität von Rassismen anerkennen, zu den denen sowohl der Antisemitismus und der gegen Schwarze Menschen gerichtete Rassismus wie auch der anti-muslimische, der anti-slawische, der Rassismus gegenüber Sinti und Roma gehören (siehe Lutz und Leiprecht 2021).

Für die anhaltende Debatte über Intersektionalität ist es nicht nur wichtig, die spezifischen Veränderungen in den Blick zu nehmen, die das Konzept auf seiner transatlantischen Reise durchlaufen hat, sondern auch die Kämpfe, die es um die sogenannte Masterkategorie gibt: Für die hier zitierten Kritiker*innen ist dies die Kategorie race, für andere Kolleg*innen jedoch die Kategorie Sexualität, Gender, soziale Klasse, Zugehörigkeit etc. Auch wenn ich die Charakterisierung dieser Auseinandersetzungen als Intersectionality Wars von Jennifer Nash zu dramatisch finde, ist es trotzdem wichtig darauf hinzuweisen, dass es keinen Konsens über die kategoriale Einteilung und Anrufung gibt, und die Debatte hierüber auch ganz sicher noch in den nächsten 20 Jahren geführt wird.

Zunächst einmal haben wir festgestellt, dass Migrantinnen aus Osteuropa, gerade weil sie weiß und christlich sind, als Live-In Pflegerinnen in deutschen Haushalten präferiert werden.

B. Aulenbacher, H. Lutz & K. Schwimmer (Hg.): Gute Sorge ohne gute Arbeit (2021)

Auf die Frage, warum und wie ich in meinen eigenen Forschungsarbeiten Intersektionalität verwende, will ich jetzt noch kurz eingehen und damit zum Thema Care-Arbeit und Whiteness kommen. Ich habe mich in den vergangenen 21 Jahren mit dem Phänomen der ‚neuen Dienstmädchen‘ in Deutschland beschäftigt: Migrant*innen, vorrangig aus Osteuropa, die als Au-Pairs, als Kinderbetreuerinnen oder als sogenannte Live-In-Pflegerinnen in privaten Haushalten arbeiten und einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Care-Arbeit in Zwei-Verdiener*innen Haushalten leisten. Care-Arbeit ist unsichtbare Arbeit. Da sie im Privathaushalt geleistet wird und die Arbeitsumstände kaum kontrolliert werden, bewegt sich ein großer Teil dieser Tätigkeit in einem privaten Markt unter Arbeitsbedingungen, die keiner externen Kontrolle unterliegen, ein Raum, in dem die Abgabe von Sozialleistungen fehlt, Unfälle und Krankheit nicht zu Lohnfortzahlung führen etc. In dem Drei-Länder-Projekt zur Live-In-Pflege, das wir im Frühjahr dieses Jahres abgeschlossen haben, ist das Buch mit dem Titel Gute Sorge ohne Gute Arbeit? Live-In Care in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Aulenbacher et al. 2021) hervorgegangen. Das Fragezeichen im Titel ist eher rhetorischer Art, denn die Arbeitsbedingungen liegen oft unter den Mindeststandards und sind unwürdig. Im Laufe von zwei Forschungsprojekten haben Ewa Palenga-Möllenbeck und ich als heuristisches Instrument zur Analyse von qualitativem Datenmaterial, z.B. bei der abduktiven Fallanalyse, einen Mehr-Stufen-Ansatz entwickelt, in dem transnationale Care Arbeit auf der Makro-, Meso- und Mikroebene analysiert wird (siehe Lutz und Palenga-Möllenbeck 2012). Hier ergibt sich unmittelbar die Frage, in welcher Weise die race-Kategorie in ein solches Modell Eingang findet. Zunächst einmal haben wir festgestellt, dass Migrantinnen aus Osteuropa, gerade weil sie weiß und christlich sind, als Live-In Pflegerinnen in deutschen Haushalten präferiert werden. Dass aber dieser Präferenz eine Hierarchisierung der Weißschattierungen zugrunde liegt, hat Anna Safuta (2018) in ihrem Aufsatz Fifty shades of white herausgearbeitet: Es gibt also Skalierungen zwischen dem Weiß-Sein.

Um zu verstehen, warum Millionen osteuropäischer Frauen als ‚neue Dienstmädchen‘ in unreglementierten Arbeitsverhältnissen in West- und Südeuropa zu finden sind, ist nicht nur ein Blick in die Ökonomie der Herkunftsländer notwendig, sondern auch ein Blick in die Geschichte des anti-slawischen Rassismus

In Deutschland reicht dieser bis weit ins vorletzte Jahrhundert zurück – in der Rassentheorie von Hitler und Rosenberg stehen ‚slawischen Völker‘ in der Pyramide der Zivilisation unter denen der ‚germanischen‘. Ihre Länder sollten kolonisiert und damit ein Projekt, das bereits im Deutsche Kaiserreich begonnen hatte, fortgesetzt werden. Den slawischen Völkern war der Status der Arbeitsrasse zugeteilt worden. Auch diese Narrative sind nicht verschwunden, sondern setzen sich in neuer Form von Zuschreibungen heute fort (siehe Lutz 2018). Mit der Frage, der langen Schatten des Kolonialismus und der Rassifizierung von Osteuropa werde ich mich weiterhin beschäftigen; hoffentlich in einer Forscher*innengruppe zusammen mit Anna Amelina, mit der ich ebenfalls seit vielen Jahren zusammen Bücher und Aufsätze veröffentliche. Uns interessieren die Zusammenhänge zwischen Postkolonialismus und Post- Sozialismus.

Ich hoffe, dass ich zeigen konnte, dass Intersektionalität als Epistemologie, heuristisches Instrument, als Buzzword und als wichtiger Theoriebaustein für die Erforschung sozialer Ungleichheit unentbehrlich geworden ist.

Für die Entstehung einer geschlechtergerechten, diskriminierungsfreien, offenen Gesellschaft können nicht nur diejenigen einstehen, die von Ausschluss betroffen sind, sondern müssen vor allem diejenigen das Wort ergreifen und als Advokat*innen fungieren, die dazu in der Lage sind.

Was meine Rolle als weiße Wissenschaftlerin dabei betrifft, so bin ich davon überzeugt, dass es zu meinen Aufgaben gehört, Diskriminierung und Ausgrenzungsmechanismen sichtbar zu machen und zu problematisieren. Das beinhaltet, Rassismuserfahrungen von Studierenden und Kolleg*innen ernst zu nehmen, sie zu skandalisieren und nach Lösungen zu suchen. Meine Rolle fußt nicht auf eigener Betroffenheit, aber für die Entstehung einer geschlechtergerechten, diskriminierungsfreien, offenen Gesellschaft können nicht nur diejenigen einstehen, die von Ausschluss betroffen sind, sondern müssen vor allem diejenigen das Wort ergreifen und als Advokat*innen fungieren, die dazu in der Lage sind. Um es mit den Worten von Nira Yuval Davis zu sagen: „I believe, people can fulfil the role of advocates rather than that of representative, a crucially important role, but of a different nature” (Yuval Davis 1999: 9).

Um Advokat*in oder Verbündete zu sein, ist es wichtig zu bedenken, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um das Ziel einer rassismus-freien Gesellschaft zu erreichen. In ihrer philosophisch-poetischen Rede hat sich am vergangenen Sonntag (24.10.2022) die diesjährige Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, die zimbabwische Schriftstellerin und Filmemacherin Tistsi Dangarembga, zu diesem Thema geäußert. Sie monierte den berühmten Satz des Vaters der Aufklärung, des französischen Philosophen René Descartes „Ich denke also bin ich“ und forderte mit Nachdruck eine neue Aufklärung, eine, die nicht dem Westen den Status der Menschlichkeit zuschreibt, und dem anderen Teil der ‚Restwelt‘ den Status der Nicht-Zivilisierten, der Nicht-Menschen oder nicht-so-wertvollen Menschen. Ich zitiere:

In meinem Teil der Welt war der Kern unserer Lebensphilosophie die Idee ‚Ich bin, weil du bist‘, jetzt als Philosophie des ubuntu anerkannt. Diese Philosophie wird noch immer in Begrüßungen wie ‚Mir geht es gut, wenn es dir gut geht‘ ausdrückt, aber auch diese Philosophie hat uns nicht gerettet. …. Über das Ich hinauszuschauen zum Wir könnte zur horizontalen Neuformulierung des Satzes des Franzosen führen z.B. zu Wir denken also sind wir oder sogar zu Wir sind, also denken wir und mit Letzterem den Ort der Hochschätzung vom rationalen Denken zum empirischen Sein verschieben.(2021: 59-60)

Ein Ständchen für Helma Lutz anlässlich ihrer Verabschiedung im Oktober (2021 © CGC)

Damit sind wir im empirischen Sein hier in Bad Homburg angekommen. Ich bin überwältigt von euren Beiträgen und es fällt mir schwer, nicht jeder/m Einzelnen um den Hals zu fallen und mich herzlich zu bedanken, was unter Corona Bedingungen ja nicht empfehlenswert ist.

Ich möchte allen, die hier sind und auch denen, die nicht kommen konnten, sagen, wie wichtig für meine Arbeit im empirischen Sein das Wir war und ist, denn Denken und Handeln erwächst in erster Linie aus dem Austausch. Ohne den Austausch mit Euch, wäre ich nicht hier. An dem, was ich sage und schreibe, seid ihr alle beteiligt.

Rudolf Leiprecht am Ende des Workshops zum 65. Geburtstag von Helma Lutz (2018 © CGC)

Dass dieser Austausch notwendigerweise in meiner neuen Lebensphase schrumpfen wird, ist sicher das Schwierigste an dieser Transition. Von allen, die mich unterstützt und zum Nachdenken angeregt haben, möchte ich doch gerne einen herausheben, und zwar Rudi Leiprecht, der seit 31 Jahren mein Partner ist. Seit dem Jahr 1991, in dem wir beide an verschiedenen Orten unsere jeweilige Promotion abgeschlossen haben, teilen wir sämtliche Höhen und Tiefen unserer akademischen Laufbahnen miteinander. Als Personen, denen der akademische Habitus nicht in die Wiege gelegt war (Rudi ist in einer Arbeiter*innenfamilie aufgewachsen, ich auf einem landwirtschaftlichen Aussiedlerhof) und als Menschen, die sich anfangs an der Universität eher fremd fühlten, haben wir uns gegenseitig verstehen und unterstützen können. Ich habe nur wenige Artikel oder Bücher veröffentlicht, die Rudi nicht vorher mit seinen konstruktiven Kommentaren versehen hat. Unsere Themengebiete sind eng miteinander verknüpft, und dadurch ist Rudi in vieler Hinsicht der heimliche Ko-Autor meiner Werke. Von vielen Freund*innen, Kolleg*innen weiß ich, wie schwer es ihnen fällt, ihrem Partner oder ihrer Partnerin das Innenleben einer Universität, die ungeschriebenen Regeln einer akademischen Laufbahn zu erklären. Denn sie folgen ja keineswegs einer meritokratischen Rationalität, ganz im Gegenteil, sie sind oft so irrational, dass die Worte fehlen, um sie zu beschreiben. Rudis Humor hat mir sehr oft geholfen, mich aus meiner Empörung herauszuholen und einer realistischen Sichtweise den Vorzug zu geben. Nicht nur dafür danke ich ihm.

Marianne Schmidbaur und Helma Lutz während  der Angela-Davis-Gastprofessorin Chandra Mohanty (2015 © Anja Felix)

Abschließend möchte ich mich vor allem bei Marianne Schmidbaur, Barbara Kowollik und dem gesamten CGC-Team bedanken, die trotz aller Hindernisse diesen Abschied organisiert und ermöglicht haben. Enrico Schleiff danke ich dafür, dass er mit seiner Unterstützung für die räumliche Verlegung der Veranstaltung an das Forschungskolleg Bad Homburg dieses Ereignis zu einem guten Ende gebracht hat.

Literatur

Anthias, Floya and Nira Yuval-Davis (1992) Racialized boundaries. Race, nation, gender, colour and class and the anti-racist struggle. London, New York: Routledge.

Aulenbacher, Brigitte; Lutz, Helma und Karin Schwiter (Hrsg.)(2021) Gute Sorge ohne gute Arbeit? Live-in-care in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weinheim, Basel: Beltz-Juventa. URL: https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/buecher/produkt_produktdetails/44322-gute_sorge_ohne_gute_arbeit.html.

Bilge, Sirma (2013) Intersectionality undone: Saving intersectionality from feminist intersectionality studies. Du Bois Review 10(2), 405–424. DOI: https://doi.org/10.1017/S1742058X13000283.

Crenshaw Kimberlé (1989) Demarginalizing the intersection of race and sex: A Black feminist critique of antidiscrimination doctrine, feminist theory and antiracist politics. The University of Chicago Legal Forum 140, 139–167. URL: http://chicagounbound.uchicago.edu/uclf/vol1989/iss1/8.

Dangarembga, Tsitsi (2021) Ansprache aus Anlass der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2021. Frankfurt/M.: MVB Verlagsservice des Buchhandels. URL zu den Audiomitschnitten: https://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/alle-preistraeger-seit-1950/2020-2029/tsitsi-dangarembga (zuletzt abgerufen 28.01.2022).

Erel, Umut; Gutiérrez Rodríguez, Encarnacion und Christian Klesse (2010) On the depoliticisation of intersectionality talk: Conceptualising multiple oppressions in critical sexuality studies. In: Taylor Y, Hines S and Casey M (Hrsg.) Theorizing Intersectionality and Sexuality. New York: Palgrave Macmillan, 56–77. URI: https://e-space.mmu.ac.uk/id/eprint/128374.

Ferre, Myra Marx (2013) On the locally situated and historical understanding of intersectionalities: Comment on Knapp. Erwägen,Wissen, Ethik 24(3), 378-381.

Haraway, Donna (1991) Simians, Cyborgs, and Women: the reinvention of nature. New York: Routledge.

Haraway, Donna (1995) Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen. Übers. v. Dagmar Fink, Carmen, Helga Kelle, Anne Scheidbauer, Immanuel Stieß und Fred Wolf. Frankfurt/M., New York: Campus.

Krüger-Potratz, Marianne/ Helma Lutz (2002) Sitting at a Crossroads – rekonstruktive und systematische Überlegungen zum wissenschaftlichen Umgang mit Differenzen. Tertium Comparationis (8)2, 81-92. DOI: https://doi.org/10.25656/01:2922.

Lewis, Gail (2013) Unsafe travel: Experiencing intersectionality and feminist displacements. Signs 38(4), 869–892. DOI: https://doi.org/10.1086/669609.

Lutz, Helma und Rudolf Leiprecht (2021) Über die Multiplizität von Rassismus. Siehe: RfM-Debatte 2021: Kommentar. Online: https://rat-fuer-migration.de/2021/10/26/rfm-debatte-2021-kommentar-von-prof-dr-helma-lutz-und-prof-dr-rudolf-leiprecht/.

Lutz, Helma (2018) Die Hinterbühne der Care-Arbeit. Transnationale Perspektiven auf Care-Migration im geteilten Europa. Weinheim: Beltz-Juventa.

Lutz, Helma und Ewa Palenga-Möllenbeck (2012) Care Workers, Care Drain, and Care Chains: Reflections on Care, Migration, and Citizenship. Social Politics, 19 (1), 15-37. DOI: https://doi.org/ 10.1093/sp/jxr026.

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Lutz, Helma und Kathy Davis (2005/2009) Geschlechterforschung und Biographieforschung: Intersektionalität als biographische Ressource am Beispiel einer ungewöhnlichen Frau. In: Völter, Bettina; Dausien, Bettina; Lutz, Helma und Gabriele Rosenthal (Hrsg.): Biographieforschung im Diskurs. Wiesbaden: VS Verlag, 228-247.

Lutz, Helma und Kathrin Gawarecki (Hrsg.)(2005) Kolonialismus und Erinnerungskultur. Die Kolonialvergangenheit im kollektiven Gedächtnis der deutschen und niederländischen Einwanderergesellschaft. Münster: Waxmann Verlag.

Lutz, Helma und Norbert Wenning (2001) (Hrsg.) Unterschiedlich Verschieden. Differenz in der Erziehungswissenschaft. Opladen: Leske und Budrich.

Lutz, Helma; Amos, Karin und Encarnación Gutiérrez-Rodriguez (Hrsg.) Dokumentation des Workshops: Ethnizität, Differenz und Geschlechterverhältnisse. Frankfurt: Cornelia Goethe Centrum Nr. 4.

Meulenbelt, Anja (1986) De ziekte bestrijden, niet de patiënt. Over seksisme, racisme en klassisme. Amsterdam: van Gennep.

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Rommelspacher, Birgit (1999) Ethnizität und Geschlecht. Die feministische Debatte in Deutschland. In: Helma Lutz, Karin Amos und Encarnación Gutiérrez-Rodriguez (Hrsg.) Dokumentation des Workshops: Ethnizität, Differenz und Geschlechterverhältnisse. Nr.4, Frankfurt: Cornelia Goethe Centrum, 19-32.

Safuta, Anna (2018) Fifty shades of white. Eastern Europeans’ ‘peripheral whiteness’ in the context of domestic services provided by migrant women. Tijdschrift voor Gender Studies 21(3), 217-231. DOI: https://doi.org/ 10.5117/TVGN2018.3.002.SAFU.

Soyinka, Wole (2001) Die Last des Erinnerns. Was Europa Afrika schuldet, und was Afrika sich selbst schuldet. Düsseldorf: Patmos Verlag.

Yuval- Davis, Nira (1999) Gender, Ethnicity and Difference. A question of politics and theory. In: Helma Lutz, Karin Amos und Encarnación Gutiérrez-Rodriguez (Hrsg.) Dokumentation des Workshops: Ethnizität, Differenz und Geschlechterverhältnisse. Frankfurt, Nr.4: Cornelia Goethe Centrum, 9-18.