Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquien im SoSe ’22

Die Cornelia Goethe Colloquien sind ein offenes Diskussionsforum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung. Interessierte* sind herzlich eingeladen!

Im Sommersemester 2022 stehen die Colloquien unter dem Titel:

bad feelings. Zur Ambivalenz von Geschlecht und Gefühl

Menschen erleben Gefühle je für sich, dennoch sind Gefühle keine Privatangelegenheit. Gefühle werden von kulturellen Diskursen mitgestaltet oder allererst hervorgebracht, sie sind gesellschaftlichen Regeln unterworfen und werden situativ ausgehandelt, kaschiert oder inszeniert. Gefühle sind spürbares Produkt und körperlicher Ausdruck sozialer Macht- und Geschlechterverhältnisse sowie mit spezifischen normativen Erwartungen und moralischen Zuschreibungen verknüpft. Letzteres zeigt sich unter anderem daran, dass Gefühle immer auch mit Wertungen verbunden sind: Manche Gefühle gelten als „gut“, etwa Liebe, Freude, Vertrauen, Mitgefühl oder Mut, andere hingegen als „schlecht“, beispielsweise Ärger, Hass, Wut, Neid oder Zorn. Es ist offenkundig, dass solche wertenden und moralischen Kategorisierungen je nach Epoche, Kultur, Gesellschaft, Klasse oder Milieu unterschiedlich ausfallen (können).

Im Mittelpunkt der Cornelia Goethe Colloquien stehen die so genannten „schlechten“ Gefühle – mit einem Ausdruck aus dem Kontext der Affect Studies: bad feelings. Unter bad feelings sind hier zum einen solche Gefühle gemeint, die zu einer bestimmten Zeit oder in einer bestimmten Kultur negativ konnotiert sind. Zum anderen sollen damit Gefühle bezeichnet sein, die zu einer bestimmten Zeit oder in einer bestimmten Kultur zwar positiv konnotiert sind, zu „schlechten“ Gefühlen aber deshalb werden, weil sie auf ein ‚falsches‘ Objekt gerichtet sind oder in einem ‚falschen‘ Kontext erlebt oder gezeigt werden. In so genannten westlich-modernen Gegenwartsgesellschaften gilt dies etwa für als deviant bezeichnete Formen sexuellen Begehrens (Pädophilie, Nekrophilie, Sodomie) oder für das Mitgefühl und die Nähe, die Gewaltopfer für ihre Täter empfinden. Bei beiden Varianten von bad feelings ist die Zuschreibung bad perspektivenabhängig: Es kann die von dem Gefühl affizierte Person selbst sein, die ihr Gefühl als „schlecht“ bewertet (im Sinne eines feeling bad), es können aber auch oder gar ausschließlich Beobachter*innen sein, die diese Bewertung vornehmen.

Aktuelle Hinweise zu den Colloquien und COVID-19

Aufgrund der derzeit unabsehbaren Entwicklungen von COVID-19 behält sich das Cornelia Goethe Centrum vor, Veranstaltungen kurzfristig zu verlegen oder abzusagen. Bitte informieren Sie sich vor Veranstaltungsbeginn über Zeitpunkt, Ort und Format der Colloquien unter

CGC Webseite

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Robert Gugutzer, Bettina Kleiner, Melanie Köhlmoos
Koordination: Amanda Glanert, Mandy Gratz, Marianne Schmidbaur
Layout Booklet und Poster: Miguel Pardo

Zeit und Ort

jeweils mittwochs, 18-20 Uhr c.t.
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G 191

Einige Vorträge sind auch in der Woche nach dem angekündigten Vortragsdatum
auf der CGC Webseite und dem CGC YouTube-Kanal verfügbar.

Der Eintritt ist frei!

Hier geht es zum Download des Programmheftes.
Layout: Miguel Pardo

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Zum Titelmotiv

How can I love you in the right way
by Vivien Szaniszlo ©

Einzeltermine