Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquium: „Wann und warum und für wen ist Neugier ein schlechtes Gefühl?“ mit Ute Frevert am 8.6.22

Der Vortrag Wann und warum und für wen ist Neugier ein schlechtes Gefühl? von Ute Frevert findet am 08.06.2022 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Achtung: Anreisebeschränkungen durch den J.P.-Morgan-Lauf.
Am 08.06. wird ab 15Uhr die Frankfurter Innenstadt für den diesjährigen J.P.-Morgan-Lauf gesperrt. Dadurch wird auch der Zugang zum Campus Westend streckenweise eingeschränkt (Buslinie 75 fällt aus, kein Zugang zum Campus über U-Bahn-Haltestelle Holzhausenstraße). Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehlen wir Ihnen, an der U-Bahn-Haltestelle Miquel-/Adickesallee auszusteigen und fußläufig über die Miquelalle und Hansaallee den Campus Westend zu erreichen.

Abstract: „Manche fragen sich, ob Neugier überhaupt ein Gefühl sei. Andere sind unsicher, ob sie Neugier gut oder schlecht finden. ‚Allgemeinsprachlich‘, befand der Brockhaus 1991, bezeichne Neugier ein ‚unangemessenes Interesse an den Angelegenheiten anderer Menschen‘. Dem Neugierigen, hieß es 1971, gehe es in erster Linie ‚um das Erleben kleinerer oder größerer Sanktionen‘, vorzugsweise aus ‚der Privatsphäre der näheren mitmenschlichen Umwelt (ihrem >Klatsch< oder Intimbereich)‘. Schon das frühe Christentum habe curiositas als Laster angesehen und verurteilt. Nur langsam sind solche abwertenden Äußerungen aus den Lexika verschwunden. Inzwischen dominiert eine positiv-bejahende Sicht. Wer neugierig ist, zeigt jetzt ein Bedürfnis nach ‚Innovation‘ und einen Hang zum Experimentieren. Pädagogen halten die Förderung kindlicher Neugier für überaus wichtig, denn sie motiviere Lernfähigkeit, Wissbegier und Kreativität sowie ‚Offenheit und Kontaktbereitschaft im Sozialisationsprozeß‘. “ (Ute Frevert, Mächtige Gefühle, Frankfurt a.M. 2020, S. 251). Historisch zeigt sich dabei, dass Wissbegier und Neugier geschlechtsspezifische Zuschreibungen sind: „Jungen durften wissbegierig sein, Mädchen dagegen galten als oberflächlich-neugierig […].“ (ebd., S. 257).

In dem Vortrag soll es um Neugier als schlechtes Gefühl gehen. Grundlegende Fragen hierbei sind: Ist Neugier überhaupt ein Gefühl? Seit wann und in welchen historischen Zusammenhängen wird Neugier als solches betrachtet? Wer darf/soll es fühlen, und wer nicht? Aus welchen Gründen? Wann und warum ändert sich das?

Foto © Andreas Reeg

Prof. Dr. Dr. h.c. UTE FREVERT lehrte Neuere Geschichte in Berlin, Konstanz, Bielefeld und Yale. Seit 2008 leitet die Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“. Ihre Publikationen zur Sozial-, Kultur- und Politikgeschichte der Moderne, zur Emotions- und Geschlechtergeschichte wurden in zahlreichen Sprachen veröffentlicht. Zuletzt erschien „Gefühle in der Geschichte“ (2021).

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G191
08.06.2022, 18-20 Uhr c.t.
Bitte beachten Sie die Zugangsregeln zu den Gebäuden der Universität!

Diese Veranstaltung wird aufgezeichnet.

Aktuelle Hinweise zu den Colloquien und COVID-19

Aufgrund der derzeit unabsehbaren Entwicklungen von COVID-19 behält sich das Cornelia Goethe Centrum vor, Veranstaltungen kurzfristig zu verschieben.
Bitte informieren Sie sich vor Veranstaltungsbeginn über Zeitpunkt, Ort und Format der Colloquien unter: https://www.cgc.uni-frankfurt.de/cornelia-goethe-colloquien/

Veranstalter*in

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Robert Gugutzer, Bettina Kleiner, Melanie Köhlmoos
Koordination: Amanda Glanert, Mandy Gratz, Marianne Schmidbaur

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!