Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquium: „Kränkung. Zur Dynamik von Unrechts- und Aggressionsgefühlen in Geschlechterverhältnissen“ mit Hilge Landweer am 11.5.22

Der Vortrag Kränkung. Zur Dynamik von Unrechts- und Aggressionsgefühlen in Geschlechterverhältnissen von Hilge Landweer findet am 11.05.2022 von 18 bis 20 Uhr c.t. im PEG-Gebäude am Campus Westend statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Kränkung. Zur Dynamik von Unrechts- und Aggressionsgefühlen in Geschlechterverhältnissen

Vortragssprache: Deutsch

Kränkung“ wird zumeist verstanden als eine besondere Art der Verletzung, die die eigenen Werte, das Selbstwertgefühl und den Gerechtigkeitssinn erschüttern kann. Bei absichtlichen Kränkungen handelt es sich um Demütigungen. Oft gesteht mensch sich Kränkungen nicht ein, aber gerade dann können sie sich nachhaltig negativ auswirken. Sie sind meistens mit moralisch konnotierten Gefühlen wie Missachtung, Scham und Empörung verbunden. In der Folge von vermeintlichem oder tatsächlichem Missachtet- oder sogar Verachtetwerden können Aggressions-, etwa Rachegefühle entstehen. All diese Gefühle spielen in den Gefühlsdynamiken der gekränkten Person selbst, aber auch zwischen ihr und der/dem Kränkenden eine Rolle. Fatal ist das bei kollektiven Prozessen. Die Mischung von Ohnmachts-, Rechts- und Aggressionsgefühlen weist darauf hin, dass Kränkungen oft in Machtbeziehungen auftreten oder entsprechend interpretiert werden. Das gilt für persönliche Beziehungen ebenso wie für berufliche, öffentliche oder politische Kontexte, also auch in den Geschlechterverhältnissen. Zwar können alle Geschlechter leicht gekränkt werden, insbesondere in dem, was sie für ihre Geschlechtsidentität halten, aber gerade Männer gestatten sich oft nicht, Kränkungen klar zu benennen. Das Bekenntnis „Ich fühle mich gekränkt“ wird auf der Seite des Sprechenden zumeist als Eingeständnis von Schwäche verstanden, das verantwortliche Gegenüber fühlt sich oft hilflos und ohnmächtig unterschwelligen Aggressionen ausgesetzt.

HILGE LANDWEER, Professorin für Philosophie an der FU Berlin. Schwerpunkte: Phänomenologie, prakt. Philosophie, interdiszipl. Geschlechterforschung.
Monographien u.a. Scham und Macht (1999); Philosophie der Gefühle. Von Achtung bis Zorn (2007, gem. mit C. Demmerling); Mit-Hg. u.a. von: Handbuch Klass. Emotionstheorien (2012); Wie männlich ist Autorität? Feministische Kritik und Aneignung (2018); The Routledge Handbook of Phenomenology of Emotions (2020).

Ort & Zeit

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G191
11.05.2022, 18-20 Uhr c.t.
Bitte beachten Sie die Zugangsregeln zu den Gebäuden der Universität!

Aktuelle Hinweise zu den Colloquien und COVID-19

Aufgrund der derzeit unabsehbaren Entwicklungen von COVID-19 behält sich das Cornelia Goethe Centrum vor, Veranstaltungen kurzfristig zu verschieben.
Bitte informieren Sie sich vor Veranstaltungsbeginn über Zeitpunkt, Ort und Format der Colloquien unter: https://www.cgc.uni-frankfurt.de/cornelia-goethe-colloquien/

Veranstalter*in

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Robert Gugutzer, Bettina Kleiner, Melanie Köhlmoos
Koordination: Amanda Glanert, Mandy Gratz, Marianne Schmidbaur

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!