Cornelia Goethe Centrum

Newsletter CGC aktuell 01|2022

Dr. Marianne Schmidbaur © privat

Ich freue mich, Sie zu einer neuen Ausgabe von »CGC aktuell« begrüßen zu dürfen.

Das Sommersemester 2022 neigt sich dem Ende zu und wir freuen uns sehr, dass wieder vermehrt Veranstaltungen auf dem Campus stattfinden. Um unterschiedlichen Anwesenheiten und Verpflichtungen flexibel Rechnung zu tragen, werden manche Veranstaltungen weiterhin digital oder hybrid angeboten oder nachträglich auf dem YouTube-Kanal des CGC zur Verfügung gestellt. In Bezug auf den kreativen Umgang mit digitalen Technologien haben wir in den letzten Jahren viel gelernt – wir wollen das Treffen von Angesicht zu Angesicht jedoch nicht missen!

Den Beginn der lang ersehnten Präsenzveranstaltungen machte am 8.4.22 der Cornelia Goethe Salon im Gästehaus der Goethe-Universität. Es war schön, nach langer Zeit alten und neuen Freund*innen persönlich zu begegnen, berichtet die Vorsitzende des Förderkreises, Helga Löhr. Das musikalisch-szenische Programm „Der lange Weg der Emanzipation umrahmt von Liedern für, von und über Frauen“ von Mezzosopranistin Stefanie Golisch begeisterte die Anwesenden, ebenso wie die Verleihung des Cornelia Goethe Preises 2021 für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit zur Frauen- und Geschlechterforschung. Preisträgerin Sarah Dionisius stellte ihre Arbeit zur „Neuverhandlung von Familie, Verwandtschaft und Geschlecht? Das Elternwerden lesbischer und queerer Frauen*paare über Reproduktionstechnologien“ vor. Karin Flaake, Mitglied des Förderkreises des CGC, hielt die Laudatio, in der sie insbesondere die beeindruckenden Einblicke in familiale Lebensformen jenseits traditioneller Dichotomien und die feministische und queere Aneignung von Reproduktionstechnologien herausstrich. Die Arbeit sei eine wegweisende Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen in familialen Formen des Zusammenlebens. Der Förderkreis vergibt auch 2022 wieder – nun schon zum 17. Mail – den mit 2.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis, dann im Rahmen seiner Mitgliederversammlung im Frühjahr 2023. Wir freuen uns über die Einreichung von herausragenden Dissertationen oder Habilitationsschriften im Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung, die zwischen 2020 und 2022 an der Goethe-Universität vorgelegt wurden!

Auch das Cornelia Goethe Colloquium findet wieder in Präsenz statt. Es beschäftigt sich dieses Semester mit Gefühlen, und zwar mit jenen, die zu einer bestimmten Zeit oder in einer bestimmten Kultur negativ konnotiert sind. Unter dem Titel bad feelings. Zur Ambivalenz von Geschlecht und Gefühl“hören wir Vorträge zu Kränkung, Scham oder apokalyptischen Gefühlslagen, aber auch zu Neugier und sexuell erregenden Phantasien und Bedürfnissen. Den Start machte am 4.5.22 Stefan Wellgraf (HU Berlin), der in seinem Vortrag Bad Boys. Affektive Männlichkeit und Hooliganismus einen erkenntnisreichen Einblick in die Hooligan-Szene im Umkreis des BFC Dynamo Berlin gab. Abgeschlossen wird die Reihe am 6.7.22 mit einem Vortrag von Veronika Magyar-Haas (Université de Fribourg) über ungleiheitstheoretische Zugänge zum ambivalenten Gefühl der Scham.

Die Strukturbegutachtung des Wissenschaftsrats, der Bund und Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems berät, dauert an. Im Herbst letzten Jahres hat das CGC einen umfangreichen Bericht zu den Arbeitsschwerpunkten und Aktivitäten des Centrums eingereicht. Die Datenerhebung, unter anderem zu den strukturellen Bedingungen der Zentren, die Studiengänge in den Gender Studies anbieten oder zur Situation der post-docs in den Gender Studies, dauert an. Wir sind gespannt auf den Bericht, der für das erste Halbjahr 2023 erwartet wird. Was wir uns wünschen? Wissenschaftspolitische Anerkennung und strukturelle Förderung interdisziplinärer und international orientierter Gender Studies sowie Schwerpunktprogramme für kritische, intersektionale Wissenschafts- und Gesellschaftsanalyse in Forschung und Lehre.

Mit diesem Newsletter werde ich mich verabschieden. Auf mich warten neue Herausforderungen. Am 1.7.2022 hat Bettina Kleiner das Amt der geschäftsführenden Direktorin des Cornelia Goethe Centrums angetreten. Mit ihr, Sarah Speck und meiner Nachfolgerin in der wissenschaftlichen Geschäftsführung, Johanna Leinius, habe ich in den letzten Monaten eng zusammengearbeitet. Es ist ein großartiges Team und ich freue mich sehr, die CGC Geschäfte in ihre Hände zu übergeben.

Beim Lesen des Newsletters wünsche ich Ihnen viel Spaß. Bleiben Sie gesund und neugierig auf die Frankfurter Gender Studies!
Ihre Marianne Schmidbaur

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