Cornelia Goethe Centrum

Aktuelle Veranstaltungen

Das GRADE Trainingsprogramm für das Wintersemester 22/23  finden Sie hier.
Aktuelle Veranstaltungen des GRADE Center Gender können Sie unter diesem Link aufrufen

Anmeldungen für die Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, bitte per Mail an glanert@em.uni-frankfurt.de.

Aktuelle Hinweise zu COVID-19

Aufgrund der derzeit unabsehbaren Entwicklungen von COVID-19 behält sich das Cornelia Goethe Centrum vor, Veranstaltungen kurzfristig zu verlegen, abzusagen oder als Videokonferenz abzuhalten. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der Veranstaltungen erneut über Zeitpunkt, Ort und Format.

Zentrum-spezifische Workshops und Vorlesungen

Workshops

21.11.2022, 12:00-16:00h
Care als Grenzobjekt. Konzeptualisierung von Sorge jenseits von dichotomen Kategorien
Prof. Tatjana Thelen (Universität Wien)
eine Kooperation zwischen GRADE Center Aging und GRADE Center Gender
Language: German
Format: Face-to-Face Teaching
Venue: Westend Campus, Seminarhaus Raum 1.109

Nicht zufällig sind in den letzten Jahren Fragen nach Care/Sorge sowohl im Sinne vertrauensvoller Zuwendung als auch im Sinne liebender Pflege mehr und mehr sowohl in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses als auch sozialwissenschaftlicher Debatten gerückt. Trotz (oder wegen) der gesellschaftspolitischen Bedeutung des Themas und des steigenden wissenschaftlichen Interesses, bleibt Care häufig untertheoretisiert. Sorgepraktiken werden häufig mit rein positiver, erstrebenswerter zwischenmenschlicher Nähe assoziiert. So geraten einerseits Prozesse der Auflösung von Bindung oder Ausgrenzung durch Sorge und andererseits deren Bedeutung für politische Kollektive aus dem Blick. Insgesamt geht die Ambivalenz von Sorge als gleichzeitig liebevolles Kümmern im privaten Haushalt und gleichzeitig Kontrolle und Ausgrenzung scheinbar nicht verdienter EmpfängerInnen verloren. In diesem Workshop soll daher der Blick aus Care breiter gefasst werden und über verschiedenen Praktiken die Ambivalenz und weitere Bedeutung von Care für Grenzziehungsprozesse in den Mittelpunkt stellen. Dabei geht es zum einen um die Grenzen des Staates anhand seiner „privaten“ Gegenüber (Familie und Zivilgesellschaft) und zum anderen um die Bedeutung von Sorge in der Herstellung politischer Zugehörigkeit. Eine Anleihe aus dem Umfeld der Wissenschafts- und Technikforschung um Sorge als Grenzobjekt (boundary object) zu verstehen, kann hier hilfreich sein.

Der Workshop vermittelt einen Überblick über zentrale Themen in diesem Zusammenhang. Anhand der gemeinsamen Lektüre sowie der Diskussion ethnographischer Vignetten soll gefragt werden:

  • Wie entstehen durch Care bedeutsame Bindungen?
  • Unter welchen Umständen lösen sie sich auf?
  • Wie (re)produziert Care Grenzen zwischen privat und öffentlich?
  • Wann wirkt Care auf wen ausschliessend?

Dozentin: TATJANA THELEN ist Professorin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Nach der Promotion an der Freien Universität Berlin war sie am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung sowie an den Universitäten Zürich und Bayreuth tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen Care und Staat, Verwandtschaft, Differenz und soziale Sicherung, (post)sozialistische Gesellschaften sowie relationale Theorie. Zu Ihren Schriften zählt unter anderem Care/Sorge. Konstruktion, Reproduktion und Auflösung bedeutsamer Bindungen. Bielefeld: transcript sowie Care as Belonging, Difference, and Inequality. In: Oxford Research Encyclopedia of Anthropology.

Anmeldung: Der Workshop ist an Masterstudierende, Doktorand*innen und Postdocs gerichtet. Um sich anzumelden, schicken Sie bitte bis zum 14. November 2022 eine E-Mail an: natalie.merkel@stud.uni-frankfurt.de.

 

22.11.2022, 09:00-13:00h
Ethnography, interviews and reflexivity in gender research
Rebecca Selberg & Terese Anving (Lund University)
Language: English
Format: Face-to-Face Teaching
Venue: Westend Campus, PA P 04

The aim of this workshop is to open up for a conversation on ethnographic fieldwork in gender research, its possibilities and challenges. During the workshop we will share experiences from our respective fieldwork – in the intensive care unit during the Covid-19 pandemic and research on nanny and au pair work in Swedish families – and use of  different forms of interview techniques. In the second part of the workshop, we invite PhD und advanced master students to share reflections and questions related to their own fieldwork that will then be discussed and commented on collectively. The PhD and master students attending the workshop should be prepared to present their research for about 10 minutes and bring a problem/issue that they want to discuss further.

REBECCA SELBERG is an associate professor of sociology and gender studies and Head of department, Department of Gender Studies, Lund University. Her research is focused on working conditions, management and worker mobilization in the public sector, especially in healthcare and care work.

© Sarah Hirani

TERESE ANVING holds a PhD in sociology and is an associate senior lecturer in gender studies and Director of Studies, Department of Gender Studies, Lund University. Her research interests are mainly in the fields of family and personal life, work, care and inequalities of everyday life.

 

 

20.01.2023, 10:00-16:00h
Biographieforschung als Ansatz einer kritischen Geschlechterforschung
Prof. Bettina Dausien
Language: German
Format: Face-to-Face Teaching

Venue: Westend Campus, PA P 04

Im Workshop sollen – ausgehend von den Forschungspraxen der Teilnehmer*innen – Prinzipien der Analyse und Interpretation besprochen und anhand von Beispielen konkret bearbeitet werden. Neben kurzen Inputs der Workshopleitung arbeiten wir exemplarisch an ausgewählten Materialausschnitten. Es gibt die Möglichkeit für zwei Teilnehmer*innen, eigenes Material einzubringen.

Die Arbeit mit biographischen Interviews oder schriftlichen (auto-)biographischen Dokumenten ist in der Geschlechterforschung weit verbreitet, denn als komplexes Material eignen sie sich für differenzierte Analysen zu unterschiedlichen Fragestellungen der Geschlechterforschung. Lebensgeschichten lassen sich sowohl im Hinblick auf Denkweisen, Erfahrungen und Sozialisationsprozesse individueller Subjekte analysieren als auch mit Blick auf die damit verknüpften gesellschaftlichen Kontexte, Lebenssituationen und Diskurse. In Biographien werden gesellschaftliche Verhältnisse eigensinnig angeeignet, „verarbeitet“ und re-/konstruiert. Das betrifft Geschlechter- ebenso wie andere soziale Ungleichheitsverhältnisse. In der Forschungspraxis stellt biographisches Material allerdings hohe Anforderungen an die Datenerhebung und -analyse.

Teilnehmer*innen sollten Interesse am Thema und Forschung mit biographischen Interviews oder Dokumenten haben. Die Teilnehmer*innen werden gebeten, ein kurzes Abstract zu ihrem Projekt zu schicken sowie ihre Fragen zu formulieren, die sie im Workshop klären möchten. Wer eigenes Material einbringen möchte, sollte dies dem GRADE Center Gender bis spätestens 22.12.2022 per E-Mail an Glanert@em.uni-frankfurt.de mitteilen.

Dozent*in: Bettina Dausien studierte Psychologie, Sozialwissenschaften und Erwachsenenbildung und war nach ihrer Promotion (Universität Bremen, 1995) und Habilitation (Universität Bielefeld 2002) Professorin in München und Flensburg. Sie hatte von 2009 bis 2022 eine Professur für Pädagogik der Lebensalter am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Seit 2023 arbeitet sie freiberuflich.

Ihre Schwerpunkte sind: Theorien und Methoden der Biographieforschung, Bildung im Lebenslauf, Sozialisation und Geschlecht, Methodologien interpretativer Sozialforschung, Professionalisierung pädagogischer Praxen und reflexive Biographiearbeit.

Kamingespräch

Zu den Kamingesprächen laden wir Persönlichkeiten aus der Wissenschaft oder dem öffentlichen Leben ein um in kleinem Kreis über ihren persönlichen Werdegang, ihre Motivationen und die akademische Praxis zu sprechen. Darüber hinaus können diese Treffen zur weiteren Vernetzung untereinander genutzt werden.

To the fireside chats we invite personalities from academia or public life to talk in a small circle about their personal career, motivations, and academic practice. In addition, these meetings can be used for networking among each other.

03.11.2022, 14:15-15:45h
Kamingespräch mit Umut Erel/ Fireside Chat with Umut Erel
Language: German (English by demand)
Format: Face-to-Face
Venue: Westend Campus, PEG 1.G 107

Dr. Erel is Professor of Sociology at the Open University, UK. She has widely published on migration, ethnicity, gender and class. She is interested in how these issues play out in practices of citizenship, differentiated along gender and ethnic lines. Her research topics have focused on migration, mothering and citizenship and she has methodologically innovated through the use of participatory arts based methodologies, in particular theatre and walking methods.
Recent projects include CIVICMIG Participatory Arts based Methods for Migrants’ Civic Engagement (https://fass.open.ac.uk/research/projects/pasar/publications-and-resources), PASAR – Participation Arts and Social Action in Research, funded by the ESRC (http://www.ncrm.ac.uk/research/PASAR/) investigating the potential of participatory theatre and walking as research methods for the social sciences, and the AHRC networking activity on migrant mothers’ citizenship and participatory theatre ‘Migrant Mothers Caring for the Future’ (http://www.open.ac.uk/socialsciences/migrant-mothers/index.php).
She led the Open University’s collaboration with Counterpoints Arts and Tate Modern ‘Who Are We? Project’ investigating citizenship, migration and belonging through a collaboration of arts, academia and activism whoareweproject.com
For recent publications see https://www.open.ac.uk/people/ue27#tab3.

Please register in advance with Amanda Glanert (glanert@em.uni-frankfurt.de) and, in case you do not speak German, please indicate this in your mail.

 

Vernetzungstreffen

Mit den Vernetzungstreffen möchten wir Wissenschaftler*innen mit Qualifikationsprojekten in der Geschlechterforschung zusammen bringen, um Ihnen die Chance zu bieten, sich auszutauschen, Formen gegenseitiger Unterstützung zu entwickeln und sich an der Programmgestaltung von GRADE Center GENDER zu beteiligen.

26.10.2022, 12-13h
Online Veranstaltung – Registrierungslink

30.11.2022, 12-13h
Präsenzveranstaltung // Face-to-face meeting
Format: gemeinsames Mittagessen // group lunch
Venue: Westend Campus, PEG Eingangshalle // PEG entrance hall

25.01.2023, 12-13h
Online oder Hybrid Veranstaltung

 

Vorlesungen

Cornelia Goethe Colloquien | Cornelia Goethe Lectures

Theorizing Gender(ed) Violence. Zur Aktualität geschlechtsbezogener Gewalt

Wednesdays 18-20h, PEG 1.G191

26.10.2022
Carol Hagemann-White, Lisa Gabriel und Dorothea Zimmermann
Roundtable: Gestern, heute, morgen – Zur Theoretisierung von geschlechtsbezogener Gewalt in Deutschland
Language: German

09.11.2022 – online Registrierungslink
Xavier Guadalupe-Diaz
Transgressed: The State of Transgender Intimate Partner Violence in the US
Language: Englisch

23.11.2022
Laura Wolters und Hilkje C. Hänel
Gewalt mit System? Vergewaltigung als soziale Praxis
Language: German

07.12.2022
Rolf Pohl
Männlichkeit, Sexualität, Gewalt. Sozialpsychologische Überlegungen zur Persistenz sexueller Gewaltverhältnisse
Language: German

11.01.2023 – online Registrierungslink
Ulrike Lembke
Femi(ni)zide: Gewalt im Geschlechterverhältnis als Leerstelle im deutschen Rechtsdiskurs
Language: German

25.01.2023
Birgit Sauer
Geschlechtergewalt. Materialistisch-feministische Staatstheorie als Analyseperspektive
Language: German

01.02.2023 – online Registrierungslink
Verónica Gago und Rita Segato
Körper – Ökonomien – Gewalt
Language: Spanisch mit deutscher Simultanübersetzung

08.02.2023
Kirsten Campbell
Researching Gender and Violence: A Case Study of Conflict-related Sexual Violence
Language: Englisch

Veranstalter*innen: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)

Konzeption: Lilian Hümmler, Bea S. Ricke, Stella Schäfer, Sarah Speck

Koordination: Amanda Glanert, Mandy Gratz, Johanna Leinius

 

Organisation

Hauptsprachen: Deutsch und Englisch
Kontakt: Dr. Johanna Leinius | Cornelia Goethe Centrum
Leinius@em.uni-frankfurt.de