Cornelia Goethe Centrum

Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2019

Die Cornelia Goethe Colloquien sind ein offenes Diskussionsforum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung. Interessierte* sind herzlich eingeladen!

In diesem Semester stehen die Colloquien unter dem Titel:

GENDER UNTER DRUCK. Geschlechterpolitiken in Europa.

Es weht ein kalter Wind durch Europa. An Einfluss gewinnende rechtspopulistische Parteien profilieren sich mit europakritischen, autoritären Positionen. Im Mittelpunkt ihrer Programme stehen antifeministische und rassistische Forderungen. Gleichzeitig nutzen rechte Akteur*innen den Bezug auf Frauenrechte, um ihre Forderungen zu legitimieren und sich von denjenigen abzugrenzen, die aus ihrer Sicht nicht ‚dazugehören‘.
Seit dem Amsterdamer Vertrag von 1997 ist die Arbeit der EU auf die Prinzipien des Gender Mainstreaming und die Bekämpfung von Diskriminierung auf Grund von Geschlecht, „Race“, ethnischer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung/Beeinträchtigung, Alter und sexueller Orientierung verpflichtet. EU-Geschlechterpolitiken haben sich aus der engen Beschränkung auf Arbeitsmarktpolitik gelöst und zielen mittlerweile auf alle Politikfelder. Schwerpunkte sind neben der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Geschlechterungleichheit und Demokratiedefizite in der Politik sowie der Kampf gegen häusliche Gewalt. Gender Mainstreaming ist rechtspopulistischen Bewegungen ein Dorn im Auge, weil sie Geschlechtergerechtigkeit nicht als Abschaffung von Ungerechtigkeit, sondern als Abschaffung von Geschlechterdifferenz verstehen. „Anti-Genderismus“ bekämpft vehement jedes Verständnis von Geschlecht, das Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität als ‚natürliche‘, unveränderliche Tatsache infrage stellt.
Europäische Demokratie braucht Feminismus. Die Vorträge fokussieren die Konstitution, Bedingungen und Ursachen von Anti-Genderismus und Antifeminismus rechter und rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien im europäischen Kontext und setzen sich aus rassismuskritischer, postkolonialer und feministischer Perspektive kritisch mit der EU als Bezugspunkt für intersektionale Kämpfe um soziale Gerechtigkeit auseinander. Dabei machen sie Allianzen und Gegenbewegungen sichtbar und setzen „fake news“ und Politiken der Ausgrenzung Informationen und alternative Handlungsstrategien entgegen.

Veranstalter*in: Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Zeit und Ort
Goethe-Universität, Campus Westend,
Theodor- W.- Adorno-Platz 6
PEG-Gebäude, R. 1.G 191
jeweils mittwochs, 18-20 Uhr c.t.
Ausnahme: Donnerstag 23.05.2019, 18-20 Uhr c.t., Casino Festsaal

Der Eintritt ist frei!

Hier geht es zum Download des Programmheftes.

Foto: Stop Brexit March, 01/10/17 (C) Megan Trace (CC-BY-NC 2.0)
Layout: Miguel Pardo, Grübelfabrik

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen:

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Einzeltermine

24
Apr
18:00 bis 20:00
Campus Westend Hörsaalzentrum
24.04.19

Sabine Hark: Wer hat Angst vor Gender Studies? Über Feminismus, Gender und die Zukunft der Geschlechterforschung in neo-reaktionären Zeiten

Der Vortrag von Sabine Hark zum Thema „Wer hat Angst vor Gender Studies? Über Feminismus, Gender und die Zukunft der Geschlechterforschung in neo-reaktionären Zeiten“ findet am 24.04.2019 von 18-20 Uhr c.t. am Campus Westend statt. Aufgrund des großen Interesses wird die Veranstaltung ins Hörsaalzentrum, Hörsaal HZ 11, verlegt.
Eröffnet wird die Colloquienreihe „Gender unter Druck. Geschlechterpolitiken in Europa“ mit einem Grußwort der Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, und Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt am Main.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft  entnehmen.

Dass die Geschlechterdifferenz nicht auf ein asoziales, ahistorisches Faktum reduziert werden kann, ist eine bekannte und vielfach erforschte Einsicht der multidisziplinären Gender Studies. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Akteur*innen in welcher Weise und mit welchen Absichten Gender als Begriff und Konzept ausdrücklich ablehnen, attackieren und zu diffamieren suchen.
Wie Analysen zeigen, sind es vor allem rechtspopulistisch, autoritäre Konstellationen, die gegen den vermeintlichen „Genderwahn“ zu Felde ziehen. Mit der Chiffre ‚Anti-Genderismus‘ hat sich ein Diskurs formiert, der nicht nur viele, durchaus heterogene, Konstellationen zwischen rechtsextremen Kameradschaften über rechtskonservative Verbindungen und Parteien und dem Vatikan bis hin zum bürgerlichen Feuilleton verbindet, sondern der auch als neo-fundamentalistisch und explizit antiwissenschaftlicher Diskurs zu bezeichnen ist. Jene, die die diffamierende Rede führen, haben dabei durchaus verstanden, was der gender turn impliziert, nämlich in derTat ein gestaltungsoffenes Verständnis von Geschlecht.
Hier artikulieren sich ‚Feinde der offenen Gesellschaft‘. Anti-Wissenschaftlichkeit wird als Element eines Dispositivs identifizierbar, das im Kern demokratiefeindlicher Natur ist.

SABINE HARK ist Professor*in für Geschlechterforschung und Direktor*in des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin, Mitherausgeber*in der Zeitschrift feministische studien und Vorstandsmitglied von Wir Machen Das (wearedoingit e.V.).
Aktuelle Publikationen: Koalitionen des Überlebens. Queere Bündnispolitiken im 21. Jahrhundert (2017); Unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart (mit Paula-Irene Villa, 2017).

Zeit und Ort

24.04.2019 18-20 Uhr c.t.
Hörsaalzentrum, HZ 11 (Campus Westend)

Vortragssprache: deutsch

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Theodor-W.- Adorno-Platz,
Frankfurt am Main,
Hessen,
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8
Mai
18:00 bis 20:00
Campus Westend PEG-Gebäude
08.05.19

Andrea Petö: Hungary: An Exceptional Backlash or A Laboratory for a New Form of Governance?

Vortragssprache: englisch

Der Vortrag von Andrea Petö zum Thema „An Exceptional Backlash or A Laboratory for a New Form of Governance?“ findet am 08.05.2019 im PEG-Gebäude am Campus Westend in Raum 1.G191 von 18-20 Uhr c.t. statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft  entnehmen.

This talk aims to discuss the typology of new forms of states emerging recently with analyzing recent developments in Hungary. I argue here that Hungary serves as “laboratory” of illiberal policies with constructing a new form of state. This laboratory
revoked the license of study programs in gender studies, without explanation and consultation with professional institutions in Hungary. It is attacking science as knowledge, as a profession and as a practice with making statements about scientific matters without consultation with representatives of the profession. And it also attacks academics and professionals. The illiberal polypore state (Grzebalska / Pető 2018) is fundamentally changing the security of spaces where academics work. The talk ends with listing possible strategies progressive forces can use against illiberal polypore states.

ANDREA PETÖ is Professor in the Department of Gender Studies at Central European University, Budapest, Hungary and a Doctor of Science of the Hungarian Academy of Sciences. She has written five monographs, edited thirty-one volumes and her works on gender, politics, Holocaust and war have been translated into 18 languages. In 2018 she was awarded the 2018 All European Academies Madame de Staël Prize for Cultural Values.

Zeit und Ort

08.05.2019 18-20 Uhr c.t.
PEG-Gebäude Raum 1.G191 (Campus Westend)

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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23
Mai
18:00 bis 20:00
Campus Westend Casino
23.05.19

Roundtable: Die radikale Rechte im Europaparlament

Vortragssprache: Deutsch und Englisch (mit Übersetzung)

Die Podiumsdiskussion mit Petra Ahrens, Bożena Chołuj, Birte Siim moderiert von Sandra Seubert zum Thema „Die radikale Rechte im Europaparlament“ findet am 23.05.2019 im Casino-Gebäude am Campus Westend im Festsaal von 18-20 Uhr c.t. statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft  entnehmen.

Rechtspopulistische Parteien sind in ganz Europa auf dem Vormarsch. Sie verbreiten einen anti-europäischen Diskurs, der nicht mehr nur einzelne Politikfelder, sondern den Europäischen Integrationsprozess insgesamt in Frage stellt. Von rechtspopulistischer Seite werden neben Migrationspolitik v.a. die genderpolitischen Grundlagen der EU, die seit dem Amsterdamer Vertrag von 1997 rechtlich verbindlich festgeschrieben sind, unter Beschuss genommen.
Im Europäischen Parlament treffen die verschiedenen rechtspopulistischen Parteien der Mitgliedsländer aufeinander und bilden mehr oder weniger geschlossene Allianzen. Der Roundtable will Positionen und Konfliktlinien in der Geschlechter- und Familienpolitik im Kontext von Initiativen des Europäischen Parlaments diskutieren. Die genderkritische Agenda rechtspopulistischer Parteien in Europa soll mit Blick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht und im Zusammenhang mit den Auswirkungen anderer Krisenerscheinungen in der EU (Finanzkrise, „Flüchtlingskrise“) betrachtet werden. Außerdem sollen Handlungsstrategien gegen die Instrumentalisierung von Geschlechterpolitik für anti-europäische Kampagnen erörtert werden.

Petra Ahrens © Eli Verheyen
PETRA AHRENS, Dr. phil. ist Senior Researcher im ERC-geförderten Forschungsprojekt
„Gender, party politics and democracy in Europe: A study of European Parliament’s party groups” an der Universität Tampere, Finnland, und Gastprofessorin für Vergleichende Politikwissenschaft sowie Gender und Diversity an der Universität Antwerpen, Belgien. Sie ist Mitherausgeberin der Femina Politica und des European Journal of Politics and Gender. Ihre Arbeitsschwerpunkte
sind Gleichstellungs- und Anti-Diskriminierungspolitik in der EU, Gender Mainstreaming, transnationale und europäische Zivilgesellschaft, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit war sie mehrere Jahre als freiberufliche Politikberaterin zu Gleichstellung tätig. Aktuelle Publikation: Actors, Institutions, and the Making of EU Gender Equality Programs (2018).

Bozena Choluj
BOŻENA CHOŁUJ ist seit 2006 Professorin für Deutsch-Polnische Kultur- und Literaturbeziehungen und Gender Studies an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder). Sie ist Mitbegründerin des Studiengangs Gender Studies an der Universität Warschau, Mitherausgeberin von L’HOMME. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft und Gender-Expertin der EU. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen deutsche und polnische Literaturgeschichte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts, Gender Studies, Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie. Aktuelle Publikation: Die Frauenfrage und der dünne Firnis der Demokratie in Polen nach 1989 in Femina Politica (2018).

Birte Siim
BIRTE SIIM is Professor Emerita in Gender Research in the Social Sciences, Dept. of Culture and Global Studies, Aalborg University, Denmark. She has been responsible for the Danish EU teams on citizenship, democracy, gender, migration and populism. Her publications include: Citizens’ Activism and Solidarity Movements: Contending with Populism (ed. with A. Saarinen and A. Krasteva, 2018); Diversity and Contestation over Nationalism in Europe and Canada (ed. with J-E. Fossum and R. Kastoryano, 2018); Gendering European welfare states and citizenship – revisioning inequalities in P. Kennett and N. Lendvai-Benton (eds.), Handbook of European Social Policy (with A. Borchorst, 2017); Gender Diversities – Practicing Intersectionality in the European Union in Ethnicities (with L. Rolandsen Agustin, 2014).

Zeit und Ort

23.05.2019 18-20 Uhr c.t.
Casino Festsaal (Campus Westend)

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Nina-Rubinstein-Weg,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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5
Jun
18:00 bis 20:00
Campus Westend PEG-Gebäude
05.06.19

Birgit Sauer: Anti-Genderismus als männliche Identitätspolitik?

Vortragssprache: Deutsch

Der Vortrag zum Thema „Anti-Genderismus als männliche Identitätspolitik“ findet am 05.06.2019 im PEG-Gebäude am Campus Westend in Raum 1.G:191 von 18-20 Uhr c.t. statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft  entnehmen.

Es ist bemerkenswert, wie besessen die neue Rechte in Europa vom Thema Geschlecht ist. Das Aufgreifen der Kritik an einem sogenannten „Genderismus“ (der Gleichstellungspolitik, der Geschlechterforschung oder auch der Anerkennung sexueller Diversität) dient, so eine erste These, der Unterfütterung der „thin-centered populist ideology“ (Cas Mudde). Doch diese rechtspopulistische Politisierung von Geschlecht ist darüber hinaus nicht nur funktional für das „Othering“ von Feminist*innen, Gender-Forscher*innen und Migrant*innen, sondern dient auch im Kontext der Transformation von Geschlechterverhältnissen in einstigen familienernährerzentrierten Gesellschaften wie Deutschland oder Österreich männlicher Selbstaffirmation und ist daher auch anschließbar an sogenannte liberale Milieus. „Anti-Genderismus“ möchte ich im Vortrag, so die zweite These, als „männliche Identitätspolitik“ beschreiben, als den Versuch also, durch ausgrenzende Mobilisierungsmuster wie auch durch die Beschwörung einer „Krise der Männlichkeit“ eine maskulinistisch-exklusive Vorstellung des Demos zu entwerfen.

Birgit Sauer © Otto Penz
BIRGIT SAUER ist seit 2001 Universitätsprofessorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gender, Staat und Governance, Vergleichende Geschlechterpolitikforschung, Rechtspopulismus sowie Affekte und Politik.

Zeit und Ort

05.06.2019 18-20 Uhr c.t.
PEG-Gebäude, Raum 1.G191

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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12
Jun
18:00 bis 20:00
Campus Westend PEG-Gebäude
12.06.19

Birgit Riegraf: Gender Mainstreaming und Diversity Politics – eine kritische Diskussion der Politik der Gleichstellung in der EU

Vortragssprache: Deutsch

Der Vortrag zum Thema „Gender Mainstreaming und Diversity Politics – eine kritische Diskussion der Politik der Gleichstellung in der EU“ findet am 12.06.2019 im PEG-Gebäude am Campus Westend in Raum 1.G191 von 18-20 Uhr c.t. statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft  entnehmen.

Die Gleichstellungspolitik der Europäischen Union (EU) galt in den letzten Jahren durchaus als vergleichsweise fortschrittlich und wirkte in vielen Mitgliedsländern als Motor für die Entwicklung von Gleichstellungsmaßnahmen. Gender Mainstreaming und Diversity Politics gehörten zu den zentralen Gleichstellungsstrategien der EU. In einer Reihe von Mitgliedsländern hat sich allerdings inzwischen die politische Situation drastisch geändert und es ist eine Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses nach rechts zu beobachten. Diese politischen Veränderungen gehen auch an den Gleichstellungspolitiken der EU nicht spurlos vorbei. Gleichstellungsstrategien – von Gender Mainstreaming bis Diversity Management – werden grundlegend hinterfragt und stehen gegenwärtig erneut unter Beschuss. In diesem Vortrag wird der Frage nachgegangen, wohin sich die Politik der EU und ihrer Länder bewegt.

Birgit Riegraf © Nora Gold
BIRGIT RIEGRAF ist seit 2009 Professorin für Allgemeine Soziologie an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn und seit 2018 Präsidentin der Universität. Sie hatte verschiedene Gast- und Vertretungsprofessuren, u.a. die Maria-Goeppert-Mayer Gastprofessur für Internationale Frauen- und Geschlechterforschung an der Georg-August-Universität Göttingen, inne. Neben ihrer Tätigkeit als Redaktionsmitglied und Mitherausgeberin der Zeitschrift feministische studien und der Reihen Arbeitsgesellschaft im Wandel sowie Geschlechter und Gesellschaft ist sie regelmäßig als Gutachterin für (inter-)nationale Zeitschriften und Organisationen tätig. Aktuelle Publikationen: Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung (mit Beate Kortendiek und Katja Sabisch, 2018); Care and Care Work – A Question of Economy, Justice and Democracy, Special Issue, Equality, Diversity and Inclusion (ed. mit Brigitte Aulenbacher, 2018).

Zeit und Ort

12.06.2019 18-20 Uhr c.t.
PEG-Gebäude, Raum 1.G191

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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26
Jun
18:00 bis 20:00
Campus Westend PEG-Gebäude
26.06.19

Annette Henninger: Antifeminismus in Deutschland im Kontext europäischer Entwicklungen

Vortragssprache: Deutsch

Der Vortrag zum Thema „Antifeminismus in Deutschland im Kontext europäischer Entwicklungen“ findet am 26.06.2019 im PEG-Gebäude am Campus Westend in Raum 1.G191 von 18-20 Uhr c.t. statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft entnehmen.

Auf Basis aktueller Ergebnisse aus zwei laufenden Forschungsprojekten analysiert der Vortrag zunächst antifeministische Entwicklungen in Deutschland. Fokussiert werden dabei Diskursverschiebungen in Mainstream-Printmedien sowie Entwicklungen in verschiedenen Praxisfeldern, die in den letzten Jahren im Fokus antifeministischer Mobilsierungen standen. Hierzu zählen die diskursive Ethnisierung von Antifeminismus in Deutschland im Kontext
europäischer EntwicklungenSexismus im Feld der Integration von Geflüchteten, der Vorwurf der ‚Frühsexualisierung’ im Feld der Sexualpädagogik, Mobilisierungen gegen die sogenannte ‚Homo-Ehe’, aber auch antifeministische Positionierungen von Wissenschaftler*innen und Diskurse über Mutterschaft, da Versuche zur Retraditionalisierung und Renaturalisierung von Mutterschaft und Familie einen zentralen Ankerpunkt des rechten und christlich-fundamentalistischen Antifeminismus darstellen. Im nächsten Schritt werden die Befunde zu Deutschland im Kontext europäischer Entwicklungen betrachtet, um Gemeinsamkeiten und kontextspezifische Besonderheiten herauszuarbeiten.

ANNETTE HENNINGER, Dr. phil. ist seit 2009 Professorin für Politik und Geschlechterverhältnisse mit Schwerpunkt Sozial- und Arbeitspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Sie forscht und publiziert zur Politischen Ökonomie der Geschlechterverhältnisse, zur feministischen Wohlfahrtsstaatsforschung sowie zu Demokratie und Geschlecht. Aktuell leitet sie zwei Forschungsprojekte zu Antifeminismus in Deutschland: „‚Genderismus‘ in der medialen Debatte: Themenkonjunkturen 2006-2016“, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, und „Krise der Geschlechterverhältnisse? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial (REVERSE)“ gefördert vom BMBF.

Zeit und Ort

26.06.2019 18-20 Uhr c.t.
PEG-Gebäude, Raum 1.G191

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
Gleichstellungsbüro Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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10
Jul
18:00 bis 20:00
Campus Westend PEG-Gebäude
10.07.19

Nikita Dhawan: Europe: What can it teach us?

Vortragssprache: Englisch

Der Vortrag zum Thema „Europe: What can it teach us?“ findet am 10.07.2019 im PEG-Gebäude am Campus Westend in Raum 1.G191 von 18-20 Uhr c.t. statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen können Sie dem Programmheft  entnehmen.

The irony of Europe’s self-perception as harbingers of enlightenment values and as a ‘civilizing force’ is that this positive self-assessment is only possible through historical amnesia about the costs of this mission in the form of slavery and genocide in the colonies through military, material and epistemic violence. The glorifying narratives about Europe disregard the coercive context in which Europeans emerged as ethical subjects in the guise of redeemers of the ‘backward’ people and dispensers of freedom, (women’s) rights and (gender) justice. Unfortunately, as long as Europe and Europeans are unable and unwilling to learn from their historical mistakes and failures they are condemned to repeat them, as witnessed by the shameful European response to the ongoing refugee crisis. Till Europe acknowledges its historical crimes there is no hope for an ethical relation between Europeans and non-Europeans. My talk will address the choice that Europe must face up to: Either it continues its former trajectory of claiming moral, economic and military superiority visà- vis the non-European world or it can rise to the challenge of constructing another Europe by being responsible and respectful to difference and alterity and through a post-imperialist politics.

Nikita Dhawan is Professor of Political Science and Gender Studies at the University of Gießen, Germany. She has held visiting fellowships at Universidad de Costa Rica; Institute for International Law and the Humanities, The University of Melbourne, Australia; Program of Critical Theory, University of California, Berkeley, USA; University of La Laguna, Tenerife, Spain; Pusan National University, South Korea; Columbia University, New York, USA. She received the Käthe Leichter Award in 2017 for outstanding achievements in the pursuit of women’s and gender studies and in support of the women’s movement and the achievement of gender equality. Her latest publications include: Decolonizing Enlightenment: Transnational Justice, Human Rights and Democracy in a Postcolonial World (ed., 2014); Global Justice and Desire: Queering Economy (co-ed., 2015); Difference that makes no Difference: The Non-Performativity of Intersectionality and Diversity (ed., 2017), Reimagining the State: The Challenge for Progressive Transformative Politics (ed., 2019).

Zeit und Ort

10.07.2019 18-20 Uhr c.t.
PEG-Gebäude, Raum 1.G191

Veranstalterin

Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)
Konzeption: Helma Lutz, Marianne Schmidbaur, Sandra Seubert, Anja Wolde
Koordination: Franziska Vaessen

Für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen!

Heinrich Böll Stiftung Hessen
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Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
Frankfurt am Main,
Hessen,
Deutschland
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Vergangene Cornelia Goethe Colloquien

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2018/19

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2018

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2017/18

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2017

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2016/17

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2016

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2015/2016

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2015

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2014/2015

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2014

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2013/2014

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2013

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2012/2013

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2012

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2011/2012

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2011

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2010/2011

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2010

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2009/2010

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester 2009

Booklet: Cornelia Goethe Colloquien im Wintersemester 2008/2009

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2008

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2007/2008

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2007

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2006/2007

Booklet: Kolloquium im Sommersemester 2006

Booklet: Kolloquium im Wintersemester 2005/2006