Ausgehend von der Frage, warum gerade auf dem Gebiet der Sexualität die Modernität bestimmter Gruppen oder Gesellschaften angezeigt oder hinterfragt werden muss wendet sich das diesem Vortrag zugrundeliegende Forschungsprojekt den Verstrickungen des feministischen und queeren Denkens mit Fortschrittsideologien zu. Hierzu wurden die Sexualitätsbegriffe verschiedener kanonischer feministischer und queerer Texte in Deutschland, Frankreich und den USA seit den 1960er Jahren untersucht aber auch drei Debatten analysiert, welche das Verständnis von Sexualität nachhaltig verändert haben: der West-Berliner Tuntenstreit, der Streit um den politischen Lesbianismus sowie die feministischen sex wars. Unter kritischem Rückgriff auf Foucault und Freud haben feministische und queere Autoren in ihren Texten zu Sexualität das Aufeinandertreffen von Körpern, Sprache und Wissen formuliert. In jedem Kontext nahm dies konkrete Formen an, die regelmäßig durch Übersetzungen und wanderndes Wissen geprägt sind. Dabei können weder die nationalen oder sprachlichen Räume, noch der zeitliche Rahmen als homogen betrachtet werden, im Gegenteil : Der Vortrag zeigt die Produktivität der Konflikte im feministischen und queeren Denken auf.

Cornelia Möser ist Wissenschaftlerin am französischen CNRS im Zentrum für soziologische und politikwissenschaftliche Forschung in Paris, wo sie in der Arbeitsgruppe „Geschlecht, Arbeit, Mobilitäten“ arbeitet. Ihre Habilitationsschrift „Libérations sexuelles“ wurde 2022 veröffentlicht. Sie hat die Sammelbände „Paradoxical Right-Wing Sexual Politics in Europe“ und „Avec, sans ou contre. Critiques queer/féministes de l’Etat“ mitherausgegeben. Zuletzt sind von ihr die Aufsätze „Materialismus im feministischen und queeren Denken“ in der Deutsche Zeitschrift für Philosophie und „Ecofeminism as a Traveling Theory. French and German Perspectives“ in der Zeitschrift Social Politics erschienen. Seit 2013 ist sie assoziiertes Mitglied des Centre Marc Bloch in Berlin.
Der Raum ist über Aufzüge erreichbar. Es gibt zwei barrierefrei Toiletten im 1. Stock (1.G40s und 1.G40h).
Auf der Etage befindet sich eine All Gender-Toilette (1.G40n) mit Steh- und Sitzklos. Im 2. Stock des CGC befindet sich außerdem eine FLINTA*-Toilette (2.G40q).
Das CGC bemüht sich um eine möglichst gute Barrierefreiheit seiner Veranstaltungen. Wenn Sie Assistenz benötigen, um an unserer Veranstaltung teilzunehmen, teilen Sie uns Ihren Unterstützungsbedarf bitte bis zum 27.05.2026 per Mail an cgcentrum@soz.uni-frankfurt.de mit. Wir bemühen uns daraufhin, die aufgetretenen Barrieren im Rahmen unserer Möglichkeiten zu mindern.
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